Metallica – Through the Never Kritik

Metallica – Through the Never KritikDer junge Trip (Dane DeHaan) arbeitet als Roadie für die größte Metal-Band der Welt: Metallica. Vor ausverkauftem Haus spielen die vier Musiker auf einer riesigen, aus lauter Bildschirmen bestehenden Bühne ihre bekanntesten Songs. Schon kurz nachdem Trip am Veranstaltungsort angekommen ist, schickt ihn der Tourmanager (Mackenzie Gray) der Band auch schon wieder fort, beauftragt mit einer geheimnisvollen Aufgabe. Er soll einen wichtigen Gegenstand für die Band abholen, der sich in einer Tasche am anderen Ende der Stadt befindet. Die scheinbar einfache Aufgabe erweist sich schon bald als äußerst gefährlich und mystreriös. Auf seinem Weg quer durch die Stadt, wird Trip nicht nur angefahren, er befindet er sich auch bald inmitten von Straßenkämpfen zwischen vermummten Gestalten und der Polizei und wird von einem maskierten Reiter verfolgt. Während Trip ein waghalsiges Abenteuer durchlebt, rocken Metallica mit einem fulminanten Konzert die riesige Konzert-Arena.

„Metallica – Through the never“ wurde vom ungarisch-stämmigen Regisseur Nimród Antal inszeniert, der 2007 mit dem Horrorfilm „Motel“ erstmals für größeres Aufsehen sorgte. Schon lange vor Beginn der Dreharbeiten setzte sich Antal bei den ausführenden Produzenten für die Besetzung von Hollywood-Jungstar Dane DeHaan („The Place beyond the Pines“, „Kill your Darlings“) als Hauptdarsteller ein. DeHaan gilt derzeit als einer der gefragtesten Jung-Schauspieler der Traumfabrik kämpft sich in dem Musikfilm durch eine surreale Welt voller obskurer Figuren und Vorfälle. Diese (phantastische) Handlungsebene erweist sich letztlich jedoch nur als störendes Beiwerk, während der Rest des Films als spektakuläres, bildgewaltiges Konzert daherkommt und vor allem Metallica-Fans beglücken dürfte.

Die immer wieder zwischen die Konzertaufnahmen eingebauten Spielszenen des Films, die oft nur wenige Sekunden dauern, hätte es nicht gebraucht und stören in den meisten Fällen nur den musikalischen Genuss. Der tiefere Sinn und die Bedeutung dieser Handlung erschließen sich dem Zuschauer ohnehin nicht und so wirken ominöse Gestalten wie etwa der maskierte Reiter oder fragwürdige, künstlich aufgeblähte Einsprengsel wie die Straßenschlachten inmitten der wuchtigen Konzertszenen letztlich nur wie überflüssige Fremdkörper.

Was der Film in Sachen narrativer Elemente vergeigt, holt er hinsichtlich seiner durchgestylten, großartig anzusehenden Bühnenszenen der Band jedoch problemlos wieder raus. Metallica erweisen sich hier auch nach über 30 Jahren Band-Geschichte wie gewohnt als eingespieltes Vollblut-Musiker-Kollektiv, das in sein druckvolles Konzert beeindruckende (Licht- und Pyro-) Effekte einbaut und unnachahmliche Showqualitäten unter Beweis stellt. Als hundertprozentiger Konzertfilm ohne die zusätzliche Fantasy-Handlung hätte der Film demnach wesentlich besser funktioniert. Weiterer Pluspunkt: Die Songsauswahl des Konzertes ist exzellent und erweist sich dank der vielen Stücke aus den 80er- und frühen 90er-Jahren als Hommage an die größte Zeit der Band. Fans dürfte bei Titeln wie „Orion“ oder „Master of Puppets“ das Herz aufgehen und natürlich dürfen auch Mega-Hits wie „Enter Sandman“ und „Noting else matters“ nicht fehlen. „Metallica – Through the never“ muss man daher auch als Geschenk an die Fans ansehen, die der Band seit mittlerweile über 30 Jahren die treue Halten.

Fazit: „Metallica – Through the never“ verbindet Konzertaufnahmen der Metal-Legende mit einer überflüssigen, störenden Fantasy-Nebenhandlung. Dass der Film dennoch sehenswert ist, verdankt er seinen spektakulären Schauwerten und impulsiven Bühnen-Szenen.

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider


Regie:

  • Nimród Antal

Darsteller:

  • Dane DeHaan
  • James Hetfield
  • Lars Ulrich
  • Mackenzie Gray
  • Kirk Hammett
  • Robert Trujillo
  • Jeremy Raymond
  • Toby Hargrave
  • Dennis Jay Funny
  • Matthew Hoglie
  • Stephanie Keane Patterson
  • Bob Parsons

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