Dune (2021) Kritik

Dune (2021) Kritik

Seit vielen Jahrhunderten steht der Wüstenplanet Arrakis im Zentrum eines intergalaktischen, todbringenden Konflikts. Denn nur dort wächst und gedeiht die Superdroge Spice, die ein längeres Leben verspricht und die interstellare Raumfahrt ermöglicht. Herzog Leto Atreides (Oscar Isaac) soll über den Planeten und die Spice-Produktion wachen. Also begibt er sich mit seinen Truppen, seinem Sohn und Erben Paul (Timothée Chalamet) und seiner über geheimnisvolle Kräfte verfügenden Frau (Rebecca Ferguson) in die Wüste. Dort erwarten ihn und seine Liebsten aber auch Gefahren, darunter monströse Sandwürmer. Zudem versucht Leto unter den Eingeborenen, den Fremen, Verbündete zu gewinnen, was sich als Herausforderung erweist. Und als Paul schließlich immer öfter von dunklen Visionen heimgesucht wird, zeigt sich: Die Herrschaft des Hauses Atreides könnte von kurzer Dauer sein.

Das 1965 erschienene Buch „Der Wüstenplanet“ von Frank Herbert zählt heute zu den meistverkauften und -gelesenen Sci-Fi-Romanen der Welt. Ein Klassiker der Zukunftsliteratur, der viele Jahre als unverfilmbar galt. David Lynchs in Teilen gescheiterte, aber in jedem Fall konfuse filmische Version von 1984 schien diese weitläufige Meinung zu bestätigen. Regie-Visionär Denis Villeneuve („Arrival“) wagte einen neuerlichen Versuch und verfilmte Herberts Dystopie ab Frühjahr 2019 mit einem gewaltigen Budget von 165 Millionen US-Dollar neu. Gedreht wurde unter anderem in Jordanien und Budapest.

Nicht vielen Filmen wurde in den letzten Jahren derart entgegengefiebert wie Villeneuves‘ Fassung des epischen Kult-Romans, der über so viele Themen und Inhalte verfügt. Ideen, Warnungen und Ansätze, von denen die meisten auch heute noch Gültigkeit besitzen. Einige von ihnen sogar mehr denn je. Darunter: Ressourcenknappheit, die Zerstörung der Natur, politische Machtkämpfe, Religionskrieg, die Ausbeutung fremder Völker und Machtausübung durch Abhängig und Unterdrückung.

Trotz dieser thematischen Bandbreite (hinzu kommt noch die schnelle Entwicklung und Verfeinerung technischer Erfindungen) schafft es Villeneuve, eine schlanke Erzählung ohne unnötigen Storyballast zu realisieren. Das ist, neben der brillanten visuellen Umsetzung und beeindruckenden Bildgewalt, vermutlich sein größter Verdienst. Geschuldet ist dies der Tatsache, dass er sich von der ersten Minute an seiner Story und vor allem den vielschichtigen Charakteren widmet. Obwohl er sich, zugegeben, für deren Etablierung und Einführung durchaus lange Zeit lässt.

Der herausragend besetzte Film verfügt über eine Vielzahl an namhaften und ihre Rolle stark ausfüllenden Nebendarstellern, darunter Dave Bautista, Jason Momoa und Josh Brolin. Doch es sind in erster Linie Oscar Isaac, Rebecca Ferguson und der stets so fragil und angreifbar wirkende Hauptdarsteller Timothée Chalamet, deren Performances lange nachhallen. Fergusons bizarres Spiel wirkt stellenweise so entrückt, dass es fast unmöglich scheint eine emotionale Bindung zu ihrer Figur aufzubauen. Und der ausdrucksstarke Chalamet hält das Charisma seiner spannenden Figur aufrecht bis zum Ende.

Doch ohne Schwächen kommt „Dune“ nicht aus. Zum einen fällt der aufdringliche, zu laute und pathetische Bombast-Score von Hans Zimmer negativ ins Gewicht. Außerdem übertreibt es Villeneuve mit den oft ins Esoterische driftenden Visionen und mysteriösen Träumen von Paul. Irgendwann hat man verstanden, dass die Prophezeiungen ihn als den künftigen Erlöser und Heilsbringer ansehen. Da hätte es nicht diese Fülle an Szenen mit Weissagungen und Eingebungen gebraucht.

Fazit: Mit irrlichternden Bildern und brillanten Effekten garnierte, überlebensgroße Verfilmung eines literarischen Jahrhundertwerks, dessen Darsteller und stringente Erzählweise die wenigen Schwächen ausgleichen.

Bewertung: 8/10

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