Die Mumie – Grabmal des Drachenkaisers

Nach „Die Mumie“ und „Die Mumie kehrt zurück“ folgt nun mit „Die Mumie – Grabmal des Drachenkaisers“ der dritte Teil der Mumien-Hatz. Allerdings stehen mit „Die Mumie – Grabmal des Drachenkaisers“ einige Veränderungen vor der Tür. Das fängt bei der Regie an, geht über die Schauspieler-Besetzung, bis hin zur Tatsache, dass man Ägypten, dem Geburtsland aller Mumien, den Rücken zukehrt und nach China reist. Kann dies gut gehen? In nachfolgender ausführlicher Kritik zu Die Mumie – Grabmal des Drachenkaisers erfährt man ob Brendan Fraser und Konsorten überzeugen kann

Kritik:
Es ist knapp ein Jahrzehnt her, seit Stephen Sommers mit Die Mumie eine der beliebtesten Horrorfiguren aus den Gründerjahren der großen Majorstudios gewissermaßen wiederbelebte. Der bis dahin kaum bekannte Brendan Fraser stieg mit seiner Rolle des etwas tollpatschigen, aber liebenswerten Archäologen Rick O’Connell in die Liga der Superstars auf.

Zwei Jahre später lieferte Sommers einen eher missratenen Nachschlag des ironisch-augenzwinkernden Abenteuerstreifens, ehe sieben Jahre lang die Grabesruhe der Mumie ungestört blieb.
Doch angesichts der bombastischen Einspielergebnisse der ersten beiden Teile war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis ein dritter Teil folgen sollte. Die eigentliche Frage hätte besser lauten sollen, ob es auch Sinn macht.

Die Handlung ist gewohnt überschaubar
Rick (Brendan Fraser) und seine Frau Evelyn O’Connell (Maria Bello) genießen die Ruhe auf ihrem Landsitz. Ihr gemeinsamer Sohn Alex (Luke Ford) hält jedoch gar nichts vom Schieben der berühmten ruhigen Kugel und buddelt sich im fernen China durch den Wüstensand.
Dabei stößt er auf das Grab des Drachenkaisers Han (Jet Li), der vor zweitausend Jahren von der Magierin Zi Yuan (Michelle Yeoh) mitsamt seiner Armee (damals betrieb man eben noch Sippenhaftung) verflucht worden war.
Rick und Evelyn reisen nichtsahnend nach Shanghai, um dort einen geheimnisvollen Diamanten abzuliefern. Was weder sie, noch Alex ahnen: Sie sind unwissende Handlanger dunkler Mächte, die die Rückkehr des grausamen Drachenkaisers vorbereiten …

Fauler Mumienzauber
Um es vorwegzunehmen: Das Grabmal des Drachenkaisers scheitert in jeglicher Hinsicht und kann getrost als eine der Enttäuschungen des Jahres eingestuft werden. Man ahnt sehr früh, weshalb Rachel Weisz, die in Teil 1 und 2 Ricks weibliche Unterstützung höchst charmant verkörpert hatte, die Rolle ablehnte.
Von Beginn weg kommt der Film nicht in Fahrt. Der Prolog um den Drachenkaiser, der seine Feinde in die Große Mauer einarbeiten ließ (immerhin sparte man auf diese Weise Baumaterialien) und seinen besten Freund tötete, wird geradezu lähmend spannungslos abgespult.

Gleich danach geht es auf den Herrensitz der O’Connells, und wer bis jetzt noch die Hoffnung hegte, wenigstens ein bisschen Witz und Ironie zu ergattern, wird vom nackten Grauen ergriffen: Brendan Fraser dabei zu beobachten, wie er sich beim Angeln ungeschickt anstellt, wird wohl nicht einmal schlichteste Gemüter erheitern. Der Gag mit dem Angelhaken in der Wange ist uralt, und wenn Brendan auf einen Baum klettert und mitsamt einem Ast, der sein Gewicht nicht zu tragen vermag, abstürzt, fühlt man sich in eine Klamotte aus der Stummfilm-Ära versetzt.

Vom wilden Yeti gebissen
Zwar reiht sich wenige Minuten später eine Actionsequenz an die andere, doch an Fahrt gewinnt der Film damit nicht. Ganz im Gegenteil: Die „lustige“ Verfolgungsjagd durch Shanghais Straßen, in deren Verlauf Feuerwerkskörper eine entscheidende Rolle spielen (China … Feuerwerkskörper … endlich mal ein erfrischend originelles Klischee!), ist so rasch geschnitten, dass man die einzelnen Handlungsabläufe kaum noch erkennen kann.

Genau so hektisch geht es weiter: Die hübsche Tochter der Magierin fasst sowohl die Vorgeschichte, als auch die restliche Handlung in ein paar knappen Sätzen zusammen – böser Kaiser, sie und ihre Mutter bewachten das Grab, Kaiser kann nur durch Stich ins Herz getötet werden – und schon befindet man sich an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg nach Shangri-La.

Den Höhepunkt an Absurdität – und das will bei diesem Machwerk einiges heißen! – erreicht der Film mit dem Auftauchen einer Horde Yetis, die auf den Seiten der Guten kämpfen. Humoristischer Glanzpunkt: Ein Yeti tritt einem Bösen buchstäblich in den Allerwertesten, woraufhin dieser mitsamt dem restlichen Körper ungefähr zwanzig Meter weit durch die Luft segelt. Nun ja: Mehrere Jahrhunderte lang einsam im Schnee, da entwickelt man wohl einen etwas merkwürdigen Humor.

Drache ist süß
Überhaupt, der Humor: Ein ums andere Mal erinnern einen die Darsteller daran, wie absurd doch die Tatsache sei, gegen Mumien zu kämpfen. Falls die Zielgruppe des Filmes nicht Leute mit Gedächtnisstörungen sein sollten, möchte man ihm am liebsten zurufen: „Ich habe es schon beim ersten Mal kapiert, danke!“
Einzig und allein das grandios unspektakuläre Ende entlockt einen – nach anderthalb Stunden Geisterbahnfahrt auf Grundschulniveau – müden Grinser, der wohl kaum beabsichtigt war.

Nicht einmal die Schauwerte stimmen. Rund 150 Millionen Dollar durfte Cohen verpulvern – wofür das Budget draufging ist jedenfalls nicht ersichtlich. Weder ein putzig wirkender Drache, noch die grotesk schlecht animierten Yetis repräsentieren den aktuellen Stand der CGI-Technik.

Schauspielerisch drängt sich erwartungsgemäß auch nicht unbedingt ein Favorit für die nächste Oscar-Verleihung auf. Weshalb man jedoch ausgerechnet den eigentlichen Star des Films, Jet Li, quasi zu völliger Gesichtsstarre verurteilte, bleibt ein Rätsel.

Der Letzte sperrt die Gruft ab und wirft den Schlüssel weg
Fazit nach etwas über eineinhalb Stunden: Das Grabmal des Drachenkaisers wäre besser verschlossen geblieben. Einziger positiver Aspekt: Man kann dieses Leinwand-Debakel als Lehrbeispiel für angehende Regisseure verwenden, wie man einen Film möglichst nicht machen sollte.

Darsteller

  • Brendan Fraser … Rick O’Connell
  • Maria Bello … Evelyn O’Connell
  • Jet Li … Der Drachenkaiser
  • Michelle Yeoh … Zi Juan

Regie
Rob Cohen

Produktionsland, Jahr
USA / Kanada, 2008

Die Mumie – Grabmal des Drachenkaisers Trailer

Das könnte dir auch gefallen:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.