Final Destination 4

Final-Destination-4Originelle Horrorfilme kann man für gewöhnlich an einer Hand abzählen und gelungene Fortsetzungen derselben an der Flosse eines Delphins. „Final Destination“, die Genre-Überraschung aus 2000, geht 9 Jahre später in die mittlerweile vierte Runde. Ob „Final Destination 4“ unter der Regie von David R. Ellis (unter anderem „Snakes On A Plane“) zu etwas anderem geriet als einem dürftigen Aufguss des Erfolgtitels, könnt ihr in nachfolgender Kritik nachlesen. Wehrt euch nicht: Es ist eure finale Bestimmung, sie zu lesen …
 
Leichen sollst du weichen
Eigentlich wollte sich Nick (Bobby Campo) mit seiner hübschen Freundin Lori (Shantel VanSanten) und dem befreundeten Paar Hunt (Nick Zano) und Janet (Haley Webb) bloß einen vergnüglichen Tag beim Autorennen machen. Doch während des Rennens bekommt Nick eine schreckliche Vision: Eine Auto würde ins Schleudern geraten, in die Zuschauertribüne rasen und eine fürchterliche Katastrophe auslösen, bei der dutzende Menschen sterben.

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Zunächst traut er dieser Vision selber nicht so ganz. Doch als ihn ein Deja-vu-Erlebnis nach dem anderen überfällt, bekommt er es mit der Panik zu tun und fleht seine Freunde an, mit ihm das Stadion sofort zu verlassen. Diese sind sauer und halten ihn für durchgeknallt. Aber schon rasch erweist sich seine Vorahnung als zutreffend: Während sie vor dem Eingang stehen und debattieren, löst ein Autounfall ein Inferno mit zahlreichen Toten aus.

Während Sunnyboy Hunt sich nicht weiter große Gedanken über Nicks Visionen macht, scheint schon bald eines klar: Der Tod lässt sich vielleicht hinauszögern, aber keinesfalls überlisten. Ein Überlebender nach dem anderen stirbt eines makabren Todes. Wie Nick bald herausfindet sucht sich der Sensenmann seine Opfer nicht zufällig, sondern pickt sie sich in einer ganz bestimmten Reihenfolge heraus. Nick und seinen Freunden bleibt nicht mehr viel Zeit, denn alsbald ist die Reihe an ihnen …

Schöner sterben in 3D

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Die 3D-Welle hat Hollywood erfasst, und welche Filme würden sich besser für diese Technik eignen als blutige Horrorstreifen? Folglich lässt David R. Ellis Blut und diverse Körperteile in Richtung Zuschauer spritzen, als gäbe es kein Morgen. Nach dem Sinn hinter dieser Entwicklung sollte man besser nicht fragen: Es gibt schlichtweg keinen! Im Grunde handelt es sich bei dem 3D-Trend um ein nettes Gimmick, mit dessen Einsatz man sich von der Konkurrenz abheben kann.

Freilich: Qualitativ sind dadurch keine Steigerungen zu erhoffen. Dies wäre auch zu viel der Erwartung gewesen, da sich „Final Destination 4“ in die stetig wachsende Riege der völlig uninspirierten Sequels einreiht.

Spiel uns noch einmal das Lied vom Tod, Sam!
Natürlich sollte man an einen Genrefilm, der sich noch dazu an jüngere Generationen wendet, keine hohen Ansprüche stellen. In diesem Fall handelt es sich jedoch um die Fortsetzung einer sehr cleveren Story-Idee: Was ist, wenn man dem Tod ins Handwerk pfuscht, sich dieser aber später schadlos an den vermeintlich wie durch ein Wunder Geretteten hält?

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Genau hierin liegt das Problem dieser Reihe: Mit dem Originalfilm war bereits alles gesagt und gezeigt worden. Was noch folgte (und wohl folgen wird) sind im Grunde Remakes ein und derselben Idee. Jenes Schlüsselelement, welches in Teil 1 für Spannung sorgte, gerät seit der ersten Fortsetzung zur reinsten Farce: Die Überlebenden sterben einer nach dem anderen eines schrecklichen Todes, womit die Fronten von der ersten Filmsekunde an geklärt wären.

Ohne das Element der Spannung lässt sich die „Final Destination“-Reihe auf folgendes Konzept komprimieren: Möglichst kuriose Todesarten detailreich bebildert schildern. Nichts anderes geschieht in „Final Destination 4“, das selbst die einzelnen Fortsetzungen der „Saw“-Reihe wie ausgeklügelte Genreperlen glänzen lässt. Die stets unsichtbare Hand des Todes setzt jene Glieder einer Kette in Gang, die letztendlich zum Ableben führt. Zwar bemüht sich der Film um schwarzen Humor, doch fällt dieser dem Holzhammer zum Opfer. Etwa, wenn eine Mutter ihre Jungen warnt, sie würde ihn im Auge behalten, und eine Sekunde später ein Geschoss das Auge der Frau durchstößt.

Chronische Charakterlosigkeit

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Neben auch nur einem Funken an Originalität bleiben die Charakterisierungen der Protagonisten auf der Strecke. Die größtenteils junge und attraktive Darstellercrew rekrutiert sich aus zumindest bislang unbekannten Schauspielern, deren einziger Zweck darin besteht, auf garstige Weise den Weg allen Irdischen zu gehen. Von Beginn weg konzentriert sich der Film auf seine Schauwerte, die nun einmal in der speziellen makabren Note der Tode liegen. Daran ist zwar grundsätzlich nichts verkehrt, doch stellt sich die Frage, ob man den Figuren nicht wenigstens ansatzweise so etwas wie eine Persönlichkeit hätte verleihen können.

In „Final Destination 4“ werden wir mit dem üblichen Ensemble zwangsbeglückt: Der nachdenklich, ernste Typ, seine hübsche Freundin, deren Namen man schon beim Abspann wieder vergessen hat, der alberne, bloß auf sein Aussehen bedachte Macho, etc.
Selbst die tollsten 3D-Effekte können deshalb nicht verhindern, dass der Zuschauer keinerlei Nähe zu den Figuren verspürt. Der ganze „Spaß“ besteht somit darin, sich am blutigen Abschlachten der einzelnen Charaktere zu ergötzen. Denn auch die Dialoge gehören eher in die Kategorie „Pseudo-Gebrabbel, um die Darsteller nicht bloß kreischend herumlaufen zu lassen.“

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Für einen launigen Filmabend mag dies natürlich reichen, obwohl die Länge des Filmes mit gerade mal knapp 80 Minuten genau so dürftig wie die Figurenentwicklung geraten ist.

Fazit: Wer lediglich blutige Zerstreuung ohne jeglichen Anspruch sucht, wird mit „Final Destination 4“ bestens bedient. Erwartet man jedoch eine spannende, interessante Geschichte mit liebenswerten Figuren, helfen weder eine 3D-, noch eine rosarote Brille.


Darsteller

  • Bobby Campo … Nick O’ Bannon
  • Shantel VanSanten … Lori Milligan
  • Nick Zano … Hunt Wynorski
  • Haley Webb … Janet Cunnigham
  • Mykelti Williamson … George Lanter
  • Krista Allen … Samantha
  • Andrea Fiscella … Mechaniker
  • Justin Welborn … Carter Daniels
  • Lara Grice … Cynthia Daniels
  • Jackson Walker … Jonathan Grove

Regie
David R. Ellis

Produktionsland, Jahr
USA, 2009

Final Destination 4 Trailer




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