The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte Kritik

The Mortuary - Jeder Tod hat eine Geschichte Kritik

Wer in der amerikanischen Kleinstadt Raven’s End stirbt, landet früher oder später auf dem Tisch von Montgomery Dark (Clancy Brown), dem Leichenbestatter des Ortes. Die Hinterbliebenen vertrauen Montgomery, denn er kennt die Toten (und deren Geheimnisse) gut. Zudem geht er seiner Tätigkeit mit Bedacht und Akkuratesse (von der Grabrede bis zur Verbrennung) nach. Erfreut ist er, als sich eines Tages die angstbefreite Sam (Caitlin Fisher) auf eine Assistentenstelle bei ihm bewirbt. Sie ist von Montgomery Jobs sowie allen Themen rund ums Sterben und den Tod begeistert – das Morbide zieht sie seit jeher an. Doch je weiter die junge Frau in die dunklen Räumlichkeiten des mysteriösen Anwesens vordringt, desto klarer wird ihr, dass man die Toten besser in Frieden lässt.

„The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ ist der erste Langfilm von Ryan Spindell, der bislang  vor allem Shortmovies drehte. Einer seiner Kurzfilme, „The Babysitter Murders“, findet sich als Kurzgeschichte auch in „The Mortuary“, der eine Reihe von lose miteinander verwobenen Episoden präsentiert. Das Prinzip der Anthologie kennt man bereits von Formaten wie etwa der „American Horror Story“: Jede Staffel steht für sich und jede Episode ist – trotz eines übergeordneten Themas –  in sich abgeschlossen.

Spindell zelebriert in seinem kurzweiligen, über eine Crowdfunding-Kampagne finanzierten Film das Horror-Genre in all seinen Facetten – und zollt nahezu jedem Subgenre Tribut. In einer, in den 60er-Jahren angesiedelten Episode, in der eine (etwas zu) neugierige Taschendiebin im Mittelpunkt steht, verbeugt er sich etwa vor dem Body- und Creature-Horror eines David Cronenberg. In einer anderen Geschichte geht es um einen Mann, der seine todkranke Frau ermorden will. Diese Storyline gehört zu den blutigsten und deftigsten. Spindell sieht diese Story als genüssliche Reminszenz an Gore- und Splatter- Filme à la „I spit on your grave“, „Martyrs“ oder „Cabin Fever“.

Die Rahmenhandlung um Montgomery und Sam, die in einem (phantastisch aussehenden und kreativ ausgestatteten) Gruselhaus angesiedelt ist, erinnert hingegen an klassischen Geisterhorror, wie man ihn etwa aus einigen Werken Del Toros („Crimson Peak“) kennt. Jede Episode ist in Sachen Kulisse, Ausstattung und Visualität geprägt von einer ungemeinen Detailliebe und Authentizität. Zudem sieht man dem Film dank einer hochwertigen Farbgebung, erlesenen Bildsprache und der klugen Montage das geringe Budget zu keiner Zeit an.

Klar ist aber auch: Inhaltliche Tiefe und komplex ausgearbeitete Charaktere darf man hier nicht erwarten. Zumal die Kürze der einzelnen Geschichten dies auch gar nicht zulassen würde. Hinzu kommt, dass die ein oder andere Darsteller-Darbietung eher an unerfahrene Jungschauspieler, die frisch von der Akademie kommen, erinnert. Wenn man „The Mortuary“ aber als das sieht und annimmt was er ist, ein sich selbst nicht allzu ernst nehmender, höllisch unterhaltsamer Film, kommt man in jedem Fall auf seine Kosten.

Fazit: Kurzweiliger, makaber-rotziger Mix aus Grusel- und Creaturefilm, Haunted House, Horror-Komödie und Slasher, der sich vor allen Spielarten des Genres verneigt.

Bewertung: 8/10

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider.

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