
Die Masche, den Plot eines Filmes als „auf Fakten basierend“ oder gar den Film selbst als „authentisches Material“ zu bezeichnen, ist nicht unbedingt neu. Bereits lange vor dem bis heute wohl berühmtesten Beispiel für derlei geschicktes Marketing, „The Blair Witch Project“, schockierte etwa der italienische Billigfilm „Nackt und zerfleischt“ (besser bekannt unter dem englischen Titel „Cannibal Holocaust“) leichtgläubige Rezensenten. Dem angeblich auf realen Ereignissen basierenden „Die vierte Art“ gelingt dennoch ein seltenes Kunststück: Mit Milla Jovovich steht ein Hollywood-Star der ersten Riege vor der Kamera dieser Produktion.
Ob der Streifen rund um Entführungen durch sadistische Außerirdische tatsächlich ein Erlebnis der vierten oder doch eher der grottigen Art ist, wird in nachfolgender, garantiert authentischer Kritik erläutert.
Herr Dr. Alien lädt zur Untersuchung ein
Psychologin Dr. Abbey Tyler (Milla Jovovich) musste mit ansehen, wie ihr Mann brutal ermordet wurde. Trotz dieses traumatischen Erlebnisses führt sie ihre Praxis weiter und stößt dabei auf unerklärliche und beunruhigende Vorgänge in der kleinen Stadt Nome in Alaska. Mehrere Bewohner leiden unter Panikattacken und Schlafstörungen, die sie sich selbst nicht erklären können. Abbey möchte mit Hilfe von Hypnosesitzungen dem Rätsel auf die Spur kommen und steht bei einem Patienten namens Tommy Fisher (Corey Johnson) tatsächlich kurz vor dem entscheidenden Durchbruch.
Doch dieser bricht die Sitzung plötzlich ab und bittet Abbey, später mit ihr über das während der Hypnose gesehene sprechen zu können. In derselben Nacht wird die Psychologin von den Behörden um Hilfe gebeten: Tommy hat sich in seinem Haus verschanzt, hält seine Frau und seine Kinder als Geiseln und droht mit deren Ermordung, falls er nicht mit Abbey sprechen könne. Natürlich fährt die geschockte Frau sofort zu dem Anwesen, kann jedoch nicht verhindern, dass Tommy zunächst seine Familie erschießt und abschließend Selbstmord begeht.
Der argwöhnische Sheriff August (Will Patton, „Armageddon“) unterstellt Abbey daraufhin, das Blutbad mit ihren Hypnosemethoden ausgelöst zu haben. Doch allmählich zeigt sich, dass übernatürliche Kräfte am Werk sind, die sich als weiße Eule tarnen und in der antiken Sprache der Sumerer sprechen. Offenbar entführen Wesen nicht von dieser Welt unschuldige Bewohner der Stadt und unterziehen sie grausamen Versuchen. Für Abbey beginnt ein wahrer Horror, als plötzlich ihre blinde Tochter verschwindet …
Weniger authentisch als „Amityville Horror“
Wer sich eine Gänsehaut erzeugende Dokumentation über reale Ereignisse erwartet, muss jetzt ganz tapfer sein: „Die vierte Art“ – der Titel lehnt sich natürlich an „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ an – hat mit realen Hintergründen ungefähr so viel zu schaffen, wie der berüchtigte „Amityville Horror“. Gemeinsam ist den beiden Filmen, dass sich ihr Erfolg zumindest teilweise aus der Behauptung speist, eine authentische Geschichte nachzuerzählen. Der trennende Faktor ist hingegen die Qualität der Filme: „Amityville Horror“ ist zumindest unterhaltsamer Quatsch, während „Die vierte Art“ vom Anspruch der vorgeblichen Echtheit förmlich erdrückt wird.
Die Intention des Filmes ist klar: Was in „The Blair Witch Project“ oder eben „Amityville Horror“ klappte, sollte ein weiteres Mal vortrefflich funktionieren. Zumindest finanziell hat sich der Betrug am Zuschauer dank guter Einspielergebnisse in den Kinos gelohnt.
Betrug? Ja, Betrug! Gleich in der Einstiegsszene schreitet Milla Jovovich durch Nebelschwaden elegant, wie es einem Ex-Model geziemt, auf die Kamera und somit das Publikum zu und erklärt, dass die im Laufe des Filmes präsentierten „echten“ Video- und Audioaufzeichnungen authentisch seien.
Was sie natürlich nicht sind. Daran ändern auch die bewusst grobkörnig geschossenen Aufnahmen der „echten“ Dr. Abby Tyler nichts. Interessant ist hingegen, wie durch einen Split Screen immer wieder die „echten“ Filmaufnahmen der dramatisierten Version gegenüber gestellt werden und – unfreiwillig? – die schöne Scheinwelt Hollywoods offenlegen. Während jene Schauspielerin, die die „echte“ Dr. Abby Tyler verkörpert alles andere als hübsch ist und sie von einem Schwarzen interviewt wird, der den Regisseur Awolowa Odusami spielt, konfrontiert einen die andere Bildhälfte mit der attraktiven Milla Jovovich sowie einem Weißen (!) in der Rolle des Interviewers (nur echt mit Brille, was die vorgegaukelte Seriosität verdoppelt).
Wilde Esoterik-Mischung
Wenn das Ganze denn wenigstens spannend wäre, könnte man ja locker darüber hinweg sehen. Leider scheinen die Produzenten die Meinung vertreten zu haben, es genüge vollauf, die sensationelle Behauptung der Authentizität immer wieder aufs Neue zu wiederholen, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Tatsächlich fährt „Die vierte Art“ eine Menge beliebter esoterischer und paranormaler Themen auf: Außerirdische sowie Entführungen durch diese, Hypnose als Mittel der Wahrheitsfindung (was nebenher bemerkt völliger Unsinn ist), Levitation, dunkle Mächte, und dergleichen mehr.
Kurzum: Hoffnungslos überladen, zumal die Inszenierung geradezu rührend hölzern und einfach gestrickt ist. Keine einzige Szene erzeugt irgendeine nachhaltige Reaktion, die lächerlichen „authentischen“ Videoaufnahmen nerven mit der Zeit und weshalb fast unablässig entweder gebrüllt oder geflüstert wird, erschließt sich auch nicht so recht. Die Handlung selbst dreht sich ab einem gewissen Punkt nur noch im Kreis und endet für den Zuschauer unbefriedigend – leider ein in den letzten Jahren inflationär verwendeter Produzenten-„Joker“, um sich aus der Verantwortung des halbwegs sinnvollen Verknüpfens der offenen Handlungsfäden zu entziehen.
Fazit: Potenziell spannendes Szenario, hätte man sich die entsprechende Mühe gegeben. In der vorliegenden Form erweist sich „Die vierte Art“ als komplett vergurktes, pseudo-dokumentarisches Elaborat, das jede Menge Fragen, aber keine Antworten aufwirft. Beispielsweise die Frage, wie man es schafft, einen dermaßen unterirdisch schlechten Film auf die Leinwand zu bringen und damit auch noch mächtig Kohle scheffelt.
Darsteller
- Milla Jovovich … Abbey Tyler
- Will Patton … Sheriff August
- Hakeem Kae-Kazim … Awolowa Odusami
- Corey Johnson … Tommy Fisher
- Enzo Cilenti … Scott Stracinsky
- Elias Koteas … Abel Campos
- Eric Loren … Deputy Ryan
- Mia McKenna-Bruce … Ashley Tyler
- Raphaël Coleman … Ronnie Tyler
- Daphne Alexander … Theresa
- Alisha Seaton … Cindy Stracinski
- Tyne Rafaeli … Sarah Fisher
- Kiera McMaster … Joe Fisher
- Pavel Stefanov … Timothy Fisher
- Sarah Houghton … Jessica
Regie
Awolowa Odusami
Produktionsland, Jahr
USA, 2009
Die vierte Art Trailer
Weitere Filme/Informationen:
Maria said
Mai 9 2010 @ 18:32
Dieser Film schocckiert, fesselt und appelliert an die ureigenen Ängste jedes einzelnen Zuschauers. Man ist wirklich gefesselt und es läuft beim Betrachter das “Kopfkino” mit. Angst und Panikattacken sind das Ergebnis. Ein unglaublich furchterregender Film der Dich förmlich erdrückt. “Die Vierte Art” hat mir gestern eine schlaflose Nacht mit Angstzuständen bereitet und es werden sicherlich noch einige folgen. Dies ist kein Film, bei dem man nebenbei genüßlich sich an der Popcorntüte bedient. Mich persönlich hat “Die vierte Art” gnadenlos überzeugt. Wer sich bei diesen Film eine Gänsehaut erwartet, muss bei diesen Film ganz tapfer sein.
Godmaster said
Mai 11 2010 @ 00:11
Einfach einer der grotten schlechtesten Filme die ich bisher gesehen habe, nicht nur das hier wird sogar das eigene Puplikum verarscht und es wird behauptet echte Szenen einzuspielen, dieser Film ist nicht mal das Raupkopieren aus dem Internet werd, geschweige denn die Zeit die man sich nehmen muss ihn anzusehen
nati said
Juni 2 2010 @ 21:24
Ihr habt ja keine Ahnung … und jemand der WERT mit D am Ende schreibt erst Recht nicht, stimmts Godmaster ??
Der Film war super und die Kritik hat überhaupt keinen Anhaltspunkt. Übrigens wurden Namen und ORT in dem Film geändert!!
Also viel Spaß beim Googeln, ist schwer da was zu finden. Aber so eine Kritik kommt eben nur von Menschen die an nichts glauben ausser das sie von nichts entstanden sind, allein im Universum leben und ihnen Blumen ausn Hintern wachsen. ALSOOO
Liebe Grüße!
Rechtschreibgenie said
Juni 20 2010 @ 21:31
nati, wenn du schon verbessert, dass solltest du die deutsche Sprache wenigstens selbst beherrschen: es heißt aus deM Hintern wachsen, folglich auch ausM
Janina und Jelena said
Juni 24 2010 @ 23:35
Ihr seid alle so lustig, ihr bessert euch gegenseitig aus, was eure Rechtschreibung angeht und jedes Mal macht einer von euch selbst wieder einen Fehler.
Seeehr funny, das muss man schon sagen!
Lg,
J. & J.
Milla Jovovich said
Juni 29 2010 @ 02:57
blumen ausn Hintern ist eh korrekt. mehrzahl: “aus den hintern” also “ausn” und nich “ausm”. was fürn scheiß !
Kayleigh said
Juli 4 2010 @ 21:02
der film ist einfach nur grotte. es wundert mich, dass so ein schwachsinn überhaupt erfolg hat. die ,,echten” szenen hätten sie sich auch sparen können! den mist glauben doch nur schwachköpfe!!!
Torsten said
Juli 4 2010 @ 21:57
Es spielt doch keine Rolle, ob basierend auf wahren Begebenheiten, oder lediglich der Gag an sich.
Wichtig ist die Story, die dauerhaft fesselt und nach mehr verlangt, was einem auch geboten wird!
Wenn in einem Film 50 Kugeln aus einer 9mm Handfeuerwaffe kommen, ist das ebenso gelogen, welche Rolle spielt das denn aber, wenn der Film im gesamten überzeugt?
Meiner Meinung nach ein erstklassiger Film!
Largo said
Juli 5 2010 @ 18:04
jede beliebige akte x serie versprüht mehr intensität..
danke für die passende rezesion.
fabsi said
Juli 8 2010 @ 21:09
Am anfang bei der scene mit mila die da sagt das ´´echte´´ scenen dabei sind dacht ich mir schon das der film nix sein kann.
also nach zehn minuten war ich so ´´mhm okey´´ dann so ´´häää´´ dann wurde ausm ´´häää´´ ein ´´häää wtf´´ und zum schluss wurds dann ein ´´ha haha BWAHAHAHAH!!!!´´ und dann ein glücksgefühl der erleichterung das dieser schund endlich ein ende gefunden hat …. und dann noch dieser abspann mit den spinnern die hightechkuchenteller rumfliegen sehn …. Gott war der schlecht
Phil said
Juli 17 2010 @ 22:07
Kackfilm hoch 10!
Ruby said
Juli 19 2010 @ 23:05
man sieht, wie die meinungen auseinandergehen… also gucken oder sein lassen. wenn man die kritiken liest, merkt man schon ob es was für einen ist oder nicht.
ich persönlich mag grusel/horror/thriller sehr und ja, der film war nicht schlecht. für daheim auf der couch mit nem glas wein. hat mich nicht umgehauen aber ich hab mich auch nicht totgelacht. atmosphärisch fand ich ihn dennoch gelungen. klar, das ende fand ich auch ziemlich unbefriedigend und auch die darsteller teilweise alles andre als überzeugend, aber im großen und ganzen hats mich ein paar mal gegruselt
Sanny2910 said
Juli 24 2010 @ 20:25
Ähm jetzt noch einmal was ganz anderes… wenn die Ortsnamen usw. geändert wurden dann ists schon klar, dass man bei google nichts findet, nati.
Aber glaubst du allen ernstes, dass wenn das ganze real ist, dass der erste der darüber berichtet ein abgedrehter Hollywood Regiseur ist??? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass einer der Journalisten (von denen es ja soooooooo wenige gibt) darüber berichtet???
oder wird so einer sofort von dem FBI erschossen???
chlud said
Juli 25 2010 @ 20:11
also ich hab mir den film gestern angeguckt – fand den richtig gut also hab mich sehr erschrocken war eine gute idee mit diesen “echten” szenen – schauspieler leistungen reichen aus
hat mir spaß bereitet und man ist wieder schlauer geworden
wahrheitsgrad – jedem selbst überlassen aber das es phänomene auf der welt gibt die wir uns nicht erklären können da wird mir doch wohl jeder zustimmen und an alle hintergrundforschungswütige fangt doch mit der sumerischen kultur an
The Swiss Art said
Juli 27 2010 @ 18:39
Die Verte art kommt euch holen ihr Arbeitslosen film kritiker
S said
August 6 2010 @ 01:15
Was haben bloss alle gegen diesen Film? Dass das Video-Material nicht “real” in dem Sinne ist, ist ja klar.
Der Film schafft eine gute Fiktion, wenn man sich drauf einlässt.
Der Kritiker ist halt wie die meisten Kritiker: Meint, er hätte alles schon gesehen und dass sowieso jeder Film schlecht ist. Ausser natürlich die Klassiker, welche er geschaut hat, als auch er noch ein Rotzlöffel war.
Egal, ganz unbefangen und ohne achso tiefgreifendes Filmwissen kann ich folgendes sagen:
Wer auf Mystery steht, soll das Licht runterdrehen und für ca. 90 Minuten einfach “glauben”.
Daniel said
August 16 2010 @ 12:18
Also ich fand den Film sehr gelungen und verstehe die Kritik nicht. Habe selten einen Film gesehen, der so eine Spannung aufbaut. Wenn man diesem Thema (Entführung durch Aliens) ein wenig offen und damit vertraut ist, fragt man sich die ganze Zeit, ob das wirklich sein kann. Und ich denke ja. Es gibt mehrere Millionen Zeugen weltweit die von Geschehnissen dieser Art berichten. Die meisten werden ausgelacht, verspottet oder für irre erklärt, weil unsere Gesellschaft gerne die Augen vor der Wahrheit verschließt und all so Themen, die durchaus real sein können, für Unsinn erklärt, was lächerlich ist.
Der Film ist sehr gut. Ob man dran glaubt oder nicht sei jedem selbst überlassen. Auch wenn er ein Fake ist, heißt es nicht das es solche Vorkommnisse nicht wirklich gibt. Bei mir hat der Film Spannung und Angst hervorgerufen. Genau das, was ein guter Film dieses Genre erreichen sollte. Schenkt der Thematik an sich ein wenig Glauben und tut nicht gleich alles für unmöglich ab.
Dennis said
August 23 2010 @ 15:25
Der Film ist Müll und die 0815 Kommerzscheiße.
Und die Leute hier die Ihn verteidigen haben auch nicht grad viel mehr inner Birne.
Die Kritik hier sagt mit keinem Wort es gäbe 100 Prozentig keine Außerirdischen, sie sagt nur das der Film ein billige Fake ist.
Und “gruselig” ist der schon mal gar nicht, “Alien” war gruseliger und realistischer.
WIESO sollten Aliens denn Menschen entführen?
Um uns zu studieren? Dann wäre es einfacher, schneller und nicht so Zeitaufwendig ein Satelliten zu hacken und alles nach zu goggeln.
Natürlich haben Aliens die weit schneller als das Licht fliegen können, bestimmt keine Ahnung von Computern. Außerdem hätte die Telekom da vermutlich was gegen.
Und diese Entführungspsychosen sind eher niedlich als ernst zunehmen. Wenn die nicht wollen würden das die Menschen sich an sie erinnern, wäre es nicht viel einfacher sie mit Gas zu betäuben oder bestimmte Erinnerungen durch gezielte Stromstöße ins Gehirn auszulöschen? Beides sind Dinge die die Menschheit heute schon kann, aber wieso sollten das Aliens können die schneller als das Licht fliegen?
Ich persönlich glaube ziemlich fest an die Existenz außerirdischen Lebens, ABER das was man unseren Alienfreunden zuschreibt ist einfach nur unlogisch, wär technisch so überlegen ist könnte auch einfach an die Haustür klopfen und nachfragen. Und falls da einer mit dem Argument kommen will, das sie sich nicht in unsere Entwicklung einmischen wollen, tja ich würde sagen solche scheiß Filme sind der Beweis für eine durch und durch negative Beeinflussung.