Transformers 3 Kritik

Transformers-3-HauptlakatDie Transformers-Filme zählen zu den Prototypen bombastischer Blockbuster-Produktionen mit Schauwerten und Effekten, die im Mainstreamkino der jüngeren Vergangenheit neue Maßstäbe setzten: Begleitet von noch nie dagewesenen Marketing-Kampagnen entwickelten sie sich zu weltweiten Kassenschlagern und zählen bis heute zu den erfolgreichsten Filmen überhaupt. Spielte der erste Teil der Reihe im Jahr 2007 „nur“ knapp über 700 Millionen Dollar weltweit ein, übertraf die Fortsetzung „Transformers – Die Rache“ zwei Jahre später diesen Erfolg noch einmal deutlich: Etwa 835 Millionen Dollar spülte der zweite Streich in die Kassen und steht heute auf Position 22 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Regisseur Michael Bay – seit Jahren bekannt für seine atemberaubenden, verschwenderischen Effektegewitter auf der großen Leinwand – stand zu Beginn der Produktion des dritten Teils deshalb gehörig unter (Erfolgs-) Druck. Bay muss sich jedoch keine Sorgen machen: Mit den gewohnten Zutaten (bahnbrechende Effekte, einfache Story, attraktive Jungschauspieler) kreierte er auch den dritten Teil der Reihe nach allseits bekanntem Muster und kann sich schon jetzt des Erfolges sicher sein: Bereits an seinem ersten Tag spielte „Transformers 3“ knapp 37 Millionen US-Dollar ein und verbuchte damit den bis dahin erfolgreichsten Eröffnungstag eines Filmes in den USA in diesem Jahr.

Zur Story: Die Decepticons kennen nach ihrer beschämenden Niederlage durch die Autobots nur ein Ziel: Rache. Die Gelegenheit zur Vergeltung ergibt sich, als Shockwave, einer ihrer mächtigsten Kämpfer im legendären Krieg auf dem Heimatplaneten der Roboter, Cybertron, zu neuem Leben erwacht und auf der Erde in die entscheidende Schlacht zieht. Shockwave ist doppelt gefährlich, da er mit dem „Driller“ einen riesigen wurmähnlichen Roboter kontrolliert. Doch auch die Autobots können mit Sentinel Prime ihren alten Anführer reaktivieren. Nur scheint diesem nicht besonders viel am Schicksal der Erde, die erneut als Schlachtfeld herhalten muss, zu liegen…

© 2011 PARAMOUNT PICTURES. All Rights Reserved. HASBRO, TRANSFORMERS and all related characters are trademarks of Hasbro. ©2011 Hasbro. All Rights Reserved

Gleich vorweg: „Tranformers 3“ ist nicht das, was man als einen durchweg gelungenen, in allen Belangen sehenswerten Film bezeichnen würde. Die Story ist in sich nicht stimmig und weißt unzählige Logiklöcher auf: Warum beispielsweise ist Sam Witwicky (Shia LaBeouf) plötzlich mit einer (natürlich wieder hübsch anzusehenden) Supermodel-Freundin (Rose Huntington-Whiteley, die Megan Fox ersetzte) zusammen und am Ende des Films sogar dazu bereit, für diese neue „Liebe seines Lebens“ das eigene Leben zu riskieren? Nur zwei von vielen offenen Fragen, die sich aufdrängen, deren Lösung aber nur angedeutet wird. Darüber hinaus bleiben die Charaktere blass und ohne Tiefe, sie sind am Ende nicht mehr als (gesichtslose) Statisten, die zu Beiwerk in einer visuell jedoch absolut bestechenden und brillanten Materialschlacht verkommen. Auch in „Transformers 3“ sehen LaBeouf und Huntington-Whiteley selbst nach der achten Explosion immer noch aus wie aus dem Ei gepellt und strahlen (wie zu fast jeder Sekunde des Films) stets eine Attraktivität und Makellosigkeit aus, dass dies fast schon (unfreiwillig) komisch wirkt. Doch dies steht bezeichnend für den gesamten Film: Was zählt ist einzig eine auf Hochglanz polierte Optik.

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© 2011 PARAMOUNT PICTURES. All Rights Reserved. HASBRO, TRANSFORMERS and all related characters are trademarks of Hasbro. ©2011 Hasbro. All Rights Reserved - Photo Credit: Jaimie Trueblood

Lässt man die fehlende Logik und die schwachen schauspielerischen Leistungen aber einmal beiseite, erlebt man wuchtiges, bildgewaltiges Popcorn-Kino der ersten Güteklasse. Die Computereffekte treiben das Level für künftige Produktionen erneut in ungeahnte Höhen. Erstmals griff Bay beim Dreh auf die 3D-Technik zurück, die er zur Erzeugung der räumlichen Tiefe nutzt, wie man es schon bei „Avatar“ bewundern durfte. Bay nutzt die neuen technischen Möglichkeiten erfreulicherweise dazu, das Publikums in eine noch nie gesehene filmische Welt mitzunehmen, statt diese als reines Gimmick und sinnfreie Spielerei einzusetzen. Hier ist die Handschrift von James Cameron erkennbar, der beim Dreh beratend zur Seite stand.

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Fazit: Hirn aus, Augen auf: „Transformers 3“ bietet epochale Bildschirm-Schlachten und Effekte, die einem den Atem rauben. Eine schlüssige Story und gute Darsteller-Leistungen lässt jedoch auch der dritte Teil vermissen.


Darsteller:

  • Shia LaBeouf
  • Rosie Huntington-Whiteley
  • Ken Jeong
  • Josh Duhamel
  • Tyrese Gibson
  • John Malkovich
  • Patrick Dempsey
  • Alan Tudyk
  • Frances McDormand
  • John Turturro
  • Julie White
  • Keiko Agena

Erscheinungsjahr:
2011/USA

Regie:
Michael Bay

Transformers 3 Trailer:

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