Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit Kritik

In der Dokumentation „Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ macht sich Dokumentarfilmer Florian Opitz auf die Suche nach der verlorenen Zeit. Denn obwohl er einen guten Job und eine wunderbare Familie hat, merkte er in den letzten Jahren das etwas mit ihm nicht stimmte – er hatte keine Zeit. Dabei beschäftigt die Zeit den Menschen bereits seit den alten Griechen. Schon Aristoteles meinte: „Die Zeit ist das Unbekannteste aller unbekannten Dinge“. Nach tausenden Büchern zum Zeitmanagement und wahrscheinlich noch unzähligen Vorträgen mehr dazu, versucht sich nun also Opitz der Zeit auf die Spur zu kommen.


Dafür probiert Opitz allerlei aus. So besucht er am Anfang der Dokumentation ein Seminar des Prof. Dr. Lothar Seiwert, das aber den Filmemacher nicht wirklich überzeugen konnte. In einer Therapie-Stunde mit dem Burnout-Experte Dr. Sprenger bekommt er die Hiobsbotschaft, dass bei ihm schon die ersten Anzeichen, die zu einem Burnout führen können, erkennbar sind. Sprenger gibt ihm aber immerhin den Tipp, einmal eine ganze Weile ohne Internet und Smartphone auszukommen. Ob das wirklich der Königsweg ist, will Opitz anschließend von Alex Rühle von der Süddeutschen Zeitung wissen. Dieser hatte genau dieses Experiment ein halbes Jahr durchgezogen. Aber auch dieser Selbstversuch kommt für Opitz nicht in Frage. So befasst er sich generell erst einmal damit, wer dafür verantwortlich ist, dass immer weniger Zeit vorhanden ist, bzw. warum das Leben immer mehr beschleunigt wird. Nach weiteren Gesprächen zeigt er alternative Lebenswege vom Aussteiger auf der Alm bis hin zum urigen Bergbauer. Ganz am Ende darf natürlich auch nicht der Schwenk nach Bhutan fehlen, die mit dem Bruttonationalglück eine interessante Möglichkeit zur Entschleunigung gefunden zu haben scheinen. Auch das hier in Deutschland heiß diskutierte Grundeinkommen findet noch kurz Erwähnung in der Dokumentation.

Was bleibt ist ein interessanter und unterhaltsamer Einblick in eine komplexe Thematik. Opitz erzählt, was die Menschen antreibt ihr Leben immer mehr zu beschleunigen und welche Gegenalternativen es dazu gibt. Dabei hat Opitz aber nicht die Patentlösung parat, muss gar das ein oder andere Mal auch zugeben, dass die eben vorgestellte Möglichkeit zur Entschleunigung eben nicht für jeden Menschen etwas ist, z.B. weil schon der finanzielle Background fehlt. Dennoch regt die Dokumentation den Zuschauer dazu an, sich selbst einmal mit der Frage: „Was mache ich mit meiner Zeit“ zu beschäftigen. Denn eins ist sicher, Zeit haben wir alle gleich viel, nur wie wir sie nutzen, das liegt einzig und alleine an uns!

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