Hardcore Kritik

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Der Name ist Programm: In Hardcore werden Köpfe gespaltet, Genitalien zerdrückt und dem menschliche Körper in nur jede erdenkliche Körperstelle eine Kugel durchgejagt – und das Besondere dabei: Der Zuschauer bekommt das alles und vieles mehr genau aus dem Blick des Protagonisten mit. Man erlebt den Film nämlich komplett in der Egoperspektive, für mich, und für viele andere wahrscheinlich auch, das erste Mal. Inszeniert wurde Hardcore vom russischen Musiker Ilya Naishuller, der mit der Ich-Perspektive bestens vertraut ist, hatte er vor Hardcore doch schon für seine Band Biting Elbows bereits zwei Musikvideos im Stile eines Egoshooters produziert. Wer diese kennt und mag, der wird Hardcore lieben. Aber kommen wir doch erst einmal zur Hintergrundgeschichte.

Diese ist, wie bei den meisten Actionfilmen, eher schmal und sicherlich nicht das Aushängeschild des Films. Los geht es mit Henry, der im Moskau der Zukunft von seiner Frau Estelle (Haley Bennett) neu zusammengesetzt wird. Henry wurde nämlich schwer verwundet, neben zwei neuen Beine gibt es für ihn auch einen neuen Arm. Gerade als er endlich auch seine Stimme zurückbekommen soll, dringt aber der Psychopath Akan (Danila Kozlovsky) in das Labor, nimmt seine geliebte Frau Estelle gefangen und macht brutale Jagd auf Henry. Dieser entkommt seinem eigenen Tod nur knapp, wird aber nun ständig von Akans Schergen verfolgt. Immerhin bekommt Henry unverhofft Unterstützung vom schrägen Jimmy (Sharlto Copley). Gemeinsam tuen sie sich zusammen, um Estelle zu befreien und Akan endlich das Gar auszumachen.


Wer mit Gewalt, insbesondere mit explizit gezeigter Gewalt, nichts anzufangen weiß, der sollte von Hardcore die Finger lassen. Schon im Vorspann wird in Zeitlupe und musikalischer Untermalung gezeigt, wie der menschliche Körper traktiert werden kann. In den nächsten eineinhalb Stunden passiert nichts anderes, nur in einer deutlich schnelleren Geschwindigkeit und Taktung. Henry, und damit auch der Zuschauer, ist dabei alles andere als unbeweglich wie ein Terminator, sondern bewegt sich bei den zahlreichen Verfolgungsjagden, als wäre er ein erfahrener Parkour-Läufer. Extreme Wackler, schnelle Bildwechsel – Ruhe kommt hier nur sehr selten auf.

Man durchstreift mit Henry verschiedenste Areale und Locations Russlands und kämpft dort, wiederum mit den verschiedensten Waffen und Gegenständen gegen die Schergen von Akan. Ab und an lockern schwarzhumorige Gags die actiongeladenen Szenen auf, der Fokus bleibt aber auf die Kämpfe und Auseinandersetzungen. Das sich alles zu einer sehr guten homogenen Masse verbindet, ist unter anderem auch der musikalischen Untermalung zu verdanken, die es immer schafft den richtigen Ton anzustimmen.

Fazit: Hardcore ist ein durchgedrehter, brutaler, komplett in der Egoperspektive gezeigter Film, der sicherlich nicht für jeden etwas ist, diejenigen die die ersten 10 Minuten allerdings überstanden haben, werden den Film absolut lieben. Gelungene Abwechslung im angestaubtem Action-Genre!


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