You’re next Kritik

Youre next kritikUm den 35. Hochzeitstag der Eltern gebührend zu feiern, trifft sich die Familie Davison auf dem abgeschiedenen Familien-Landsitz fernab jeglicher Zivilisation. Es ist das erste mal seit vielen Jahren, dass das wohlhabende Ehepaar Paul (Rob Moran) und Aubrey (Barbara Crampton) mit den vier Kindern samt Partnern zusammenkommt. Crispian Davison (AJ Bowen) will dabei die Gelegenheit nutzen, um seine neue Freundin Erin (Sharni Vinson) in den Kreis der Familie einzuführen. Was als friedliches, gemütliches Familienfest geplant war, verkommt jedoch bald zu blankem Horror. Eine Gruppe axt-schwingender, brutaler Mörder, die ihre Gesichter hinter Tiermasken versteckt hält, hat es auf die Familie abgesehen. Als die Überlebenden bereits jegliche Hoffnung auf Rettung aufgegeben haben, entwickelt eine bestimmte Person ungeahnte Fähigkeiten.

„You`re next“ stammt von dem US-amerikanischen Regisseur Adam Wingard, der vor drei Jahren mit seinem Horror-Episodenfilm „A horrible way to die“ international für Aufsehen sorgte. Wie er in einem Großteil dieser Episoden eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, versteht sich Wingard als Meister im Zusammenführen von klassischen Horror-Elemente und tiefschwarzem Humor. Auch mit „You`re next“ gelingt es ihm vorzüglich, seine blutdurchdrängte Terror-Show mit vielen gelungen, humorigen Momenten zu garnieren. Dazu macht sich sein Mix aus Horror-Comedy, Home-Invasion, Splatter und Familien-Drama die Merkmale der jeweiligen (Sub-) Genres zu Eigen, spielt sie gekonnt aus und entwickelt sich schließlich zu einem wahren Fest für Fans blutiger Überlebenskämpfe und spektakulärer Splatter-Einlagen.


„You`re next“ beginnt mit einem extrem brutalen Prolog, in dem ein Pärchen zu Hause in feinster Slasher-Manier abgeschlachtet wird. Diese ersten Momente geben sogleich die blutige Richtung und unheilvolle Atmosphäre des gesamten Films vor. Bevor jedoch das Splatter-Schlachtfest so richtig anläuft, nimmt Regisseur Wingard zuerst einmal Tempo, Brutalität und Aufregung heraus, indem er seine Protagonisten auf dem Landsitz versammelt und die wichtigsten Personen näher vorstellt. Zu Beginn ist die Atmosphäre stark von der Rivalität der Brüder Crispian und Drake geprägt. In diesen ersten Minuten erinnert „You`re next“ an Lars von Triers Dogma-Perle „Das Fest“. Doch just in dem Moment, als sich die versammelte Meute wieder beruhigt hat und die Familienmitglieder für das erste gemeinsame Abendessen am Tisch Platz nehmen, bricht der Terror in Form eines Armbrustbolzens los.

Was nun folgt, ist von Wingard virtuos in Szene gesetzter Slasher-Horror, der zu Anfang noch an Bryan Bertinos Home Invasion-Meisterstück „The Strangers“ erinnert, diesen in Sachen Härte und Kompromisslosigkeit aber schnell hinter sich lässt. Wingard spielt dabei immer wieder mit den Traditionen und Klischees dieses Subgenres – nur, um durch gekonnte Wendungen und witzige Einfälle mit diesen dann sogleich zu brechen. Ein weiteres Highlight des Films: Sharni Vinson als Erin, die ihre bereits in dem Tanzfilm „Step Up 3D“ eindrucksvoll unter Beweis gestellte Filigranität und Körperbeherrschung hier nutzen kann, um den Spieß – auf unnachahmliche Weise – umzudrehen.

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider


Regie:

  • Adam Wingard

 

Darsteller:

  • Sharni Vinson
  • Ti West
  • Barbara Crampton
  • Amy Seimetz
  • Joe Swanberg
  • Rob Moran
  • Kate Lyn Sheil
  • AJ Bowen
  • Wendy Glenn
  • Nicholas Tucci
  • Margaret Laney
  • Lane Hughes

Weitere Filme/Informationen:

2 Comments so far »

  1.  

    Magnus said

    November 11 2013 @ 22:50

    Guter Film, auf j Fall. Auf einer Stufe mit “Strangers”. Hoffentlich nur der Auftakt für ein neues Home Invasion-Franchise!

  2.  

    Eli Roth said

    November 21 2013 @ 14:19

    Ach, naja. Ich habe den Film vor ein paar Tagen gesehen und mir ehrlich gesagt mehr erwartet. Er beginnt richtig stark, baut kontinuierlich seine bedrohliche Spannung auf und fesselt bis zur Mitte ungemein – nur um dann zu einem gängigen Durchschnitts-Splatter mit viel Kunstblut zu verkommen.

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