Wickie und die starken Männer – Das magische Schwert Kritik

Wickie (Stimme: Julius Weckauf) ist anders als die anderen Jungs in seinem Alter: Er ist weder so kräftig noch so groß wie sie, doch der Wikingerjunge verfügt über eine Qualität, die ihm bald von großem Nutzen sein wird. Denn er ist schlau und höchst kreativ. Seine Intelligenz ist gefragt, als ein magisches Schwert Wickies Mutter Ylva ungewollt in eine goldene Statue verwandelt. Gemeinsam mit seiner Cousine Ylvi (Malu Leicher), dem Krieger Leif (Ken Duken) und den anderen Wikingern des Dorfes macht sich Wickie wenig später auf zu einer geheimnisvollen Insel. Wickie ahnt: Nur dort kann der Bann gebrochen und seine Mutter zurückverwandelt werden. Doch der Weg dorthin erweist sich als sehr gefährlich: Piraten und riesige Sturmwellen sind dabei nicht das einzige Problem. Denn die Gruppe wird von Bösewicht Sven verfolgt, der sein Schwert zurückhaben will. Es ist jenes Schwert, das Wickies Mutter in die goldene Statue verwandelte.

Eine ganze Generation von Kindern wuchs von den 70ern bis in die 90er-Jahre mit den Abenteuern von Wickie auf. Die vom ZDF produzierte Zeichentrickserie „Wickie und die starken Männer“ gilt heute als TV-Kult und wurde unzählige Mal wiederholt. Die Serie geht zurück auf die Bücher des Schweden Runer Jonsson, der sich Wickie in den frühen 60er-Jahren ausgedacht hat. Ein Revival erlebte „Wicki“ ab 2009 mit der von Bully Herbig gedrehten Kino-Realverfilmung, der zwei Jahre später eine Fortsetzung folgte. „Das magische Schwert“ zeigt den mutigen Wikingerjungen erstmals als animierte filmische Hauptfigur.

Von Beginn an setzt Regisseur und Co-Autor Éric Cazes auf ein enormes Tempo. Das sorgt dafür, dass sich die Ereignisse überschlagen und (vor allem für die jüngsten Zuschauer) keine Langeweile aufkommt. Cazes wird aufgrund der kurzen Laufzeit von nur rund 75 Minuten regelrecht dazu gezwungen, die einzelnen Stationen der Reise und die zu bewältigenden Herausforderungen (Naturgewalten, fiese Piratenbanden, magische Gegenstände u.a.) in kurzer Zeit abzuhandeln und abzuarbeiten.

Gerade die Action-Momente und Spannung erzeugenden Sequenzen erweisen sich dabei als angenehm kurzweilig – und gelungen animiert. So sind etwa die das Leben der Wikinger bedrohenden Riesenwellen, die sich dem Schiff von beiden Seiten nähern und furchteinflößend auftürmen, sehr authentisch und bildgewaltig gestaltet. Dasselbe gilt für die kleineren Details, Requisiten und Schauplätze. Von den Waffen, der Küste rund um das Wikingerdorf Flake bis hin zu den Helmen und Rüstungen der Nordmänner: Die CGI-Effekte-Spezialisten legen Wert auf Realitätsnähe und Glaubwürdigkeit. Farbenfrohe Bilder und witzige visuelle Einfälle dominieren dagegen im exotischen „Piraten-Paradies“, auf dem Wickie und seine Begleiter während der ereignisreichen Reise Halt machen.

Wichtig ist zudem die Botschaft des Films, auch wenn sie sich in – gefühlt – jedem zweiten Familien- und Kinderfilm wiederfindet: Glaube an deine Stärken und verwirkliche deine Träume! „Nicht jeder kann so ein großer Wikinger sein wie dein Vater“, bekommt der von den anderen Bewohnern des Dorfes notorisch unterschätzte Wickie in einer Szene zu hören. Für ihn wirken Äußerungen wie diese allerdings eher ermutigend und anspornend, sich nicht von seinen Zielen abbringen zu lassen und den anderen zu beweisen, was in ihm steckt.

Fazit: An heutige Sehgewohnheiten angepasste, gelungen animierte Frischzellenkur für eine der populärsten Trickfiguren aller Zeiten, durch die eine neue, junge Generation an Kinobesuchern mit viel Tempo und Witz an Wickie und seine Abenteuer herangeführt wird.

Bewertung: 7 von 10 Sternen


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