Swiss Army Man Kritik

Könnte es etwas verstörenderes geben, als sich mit einer Leiche über Fäkalien zu unterhalten? Wer hierauf mit einem klaren Nein antworten kann, lebt entweder ein sittsames Leben oder er hat noch nicht Swiss Army Man angeschaut. Darin wird nämlich Castaway einmal ganz ohne Volleyball interpretiert und die Rückkehr eines gestrandeten zurück in das Leben thematisiert. Was das alles mit einer Leiche und ganz viel Scheiße zu tun hat, das erfahrt ihr in der nachfolgenden Kritik zu Swiss Army Man.

Wie so vielen Filmen startet auch Swiss Army Man mitten auf einer einsamen Insel, auf der sich der dort gestrandete Hank (Paul Dano) aus voller Verzweiflung seiner ausweglosen Lage gerade das Leben nehmen möchte. Der Kopf ist schon im Strick, da wird just im Moment des letzten Schrittes eine weitere Person auf die Insel gespült. Zum Glück geht der Suizidversuch von Hank schief, denn so kommt er in Gesellschaft mit Manny. Dieser ist zwar tot, erst einmal aber ein neuer Grund, doch noch etwas im Leben zu verweilen. Als Hank aber einsehen muss, dass außer einem unkontrollierten furzen aus Manny nichts herauszubekommen ist, steht der nächste Suizidversuch schon auf den Plan, bis Hank ein Licht aufgeht. Man könnte die Ausstöße des Toten doch dafür verwenden diesen als Wasserski zu nutzen und angetrieben durch dessen körperlichen Ausstößen die einsame Insel zu verlassen und zurück ins Leben zu finden. Gesagt getan, schon sind Hank und Manny einen Schritt weiter auf den Weg zurück in die Gesellschaft. Zwischen dem Toten und Hank entwickelt sich dabei einer Freundschaft und man bekommt einen Einblick in das gepeinigte Seelenleben eines Einsamen, der nicht so recht weiß, wohin mit ihm.


Ich weiß nicht so recht, ob ich den Film feiern oder doch einfach nur mit dem Kopf schütteln soll. Diese Tragikomödie ist auf jeden Fall abgefahren. Die Entwicklung der Freundschaft zwischen den scheinbar ungleichen Protagonisten ist herzerwärmend und zugleich abstoßend, beispielsweise dann, wenn Hank Wasser aus seinem Swiss Army Man fließen lässt oder sich mit dessen Zähne den Bart abrasiert, während sie nur Momente später über die Gesellschaft sinnieren und fast schon ins philosophische abgleiten.

Wirklich gelungen ist die musikalische Untermalung, die (ungewöhnlich für Filme) bereits vor den Dreharbeiten komponiert wurde, sodass sich die Schauspieler schon am Set darauf einstellen konnte. Im Zusammenhang mit den gezeigten Bildern bleibt einem da in der ein oder anderen Situation schon einmal die Spucke weg.

Fazit: Es ist nicht einfach, Swiss Army Man zu lieben oder zu hassen. Er lässt einen mit gemischten Gefühlen zurück. Am Ende ist es eine groteske Filmkomödie die ein ernstes Thema einmal ganz anders verpackt. Der eine wird es lieben, der andere hassen, man sollte dem Film aber auf jeden Fall eine Chance geben.

Bewertung: 3,5/5

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Christian.


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