Survival Game Kritik

mafia survival game KritikAuf den ersten Blick könnte man den Film Survival Game (Original: Mafiya: Igra na vyzhivanie) mit einem russischen Abklatsch von die Tribute von Panem verwechseln. Tatsächlich basiert der Film aber auf dem Gesellschaftsspiel „Mafia“ – auch bekannt als „Mord in Palermo“ oder „Die Werwölfe von Düsterwald“. Hierbei stehen sich 11 Spieler gegenüber, zwei davon befinden sich in der Mafia und können nach jedem Spielzug einen „unschuldigen“ Zivilisten töten. Alle Spieler wiederum können pro Runde einen Spieler bestimmen, der ihrer Meinung nach in der Mafia ist. Das Spiel ist genau dann zu Ende, wenn entweder nur noch die Mafia-Mitglieder übrig sind oder aber die beiden Mafia-Mitglieder von den anderen Mitspielern überführt wurde. Während beim lustigen Gesellschaftsspiel mit der Familie und Freunden den aus den Spiel entfernten Spielern kein Haar gekrümmt wird, geht es im Film wie der Name schon sagt, um das nackte Überleben. Im Gegenzug winkt den Gewinnern aber auch ein beachtliches Preisgeld. Immerhin wird das Spiel live übertragen und Tausende fiebern mit den Spielern an den Fernseh-Bildschirmen mit. Und da der Film diesen Monat auch auf DVD und Blu-ray erhältlich ist, kannst auch du einer dieser Zuschauer sein. Ob du dich auf einen spannenden Überlebensthriller mit fiesen Intrigen freuen kannst oder auf dich aber doch nur wieder langweiliger Einheitsbrei wartet, das erfährst du in der nachfolgenden Filmkritik.

Was wäre ein Spiel wie Mafia, ohne die unterschiedlichsten Charaktere. So treffen auch in Survival Game Spieler aufeinander, die sich im realen Leben wohl sonst nicht über den Weg laufen würden. Da wäre beispielsweise der Milliardär Luka, der zwar schon 85 Jahre alt ist, aber dank modernster Technik (wir befinden uns im Jahr 2072) sich immer noch von seiner agilsten Seite zeigen kann. Während es ihm weniger ums Geld als um den Thrill geht, benötigt der Krebskranke Ingenieur Ilya unbedingt das Preisgeld. Weniger für sich, denn er wird ohnehin sterben, als viel mehr für seine Familie, der er wenigstens so noch ein finanzielles Vermächtnis hinterlassen möchte. Hinzu gesellen sich eine verletzte Balletttänzerin, die mit dem Preisgeld ihren kaputten Körper wieder richten lassen möchte, einen vom Krieg traumatisierter Offizier oder aber auch einen unscheinbaren Freak, der angeblich in die Zukunft schauen kann. Und als wäre das noch nicht genug, kommt mit dem Glücksticket noch zwei verurteilte Straftäter mit ins Spiel, die durch den Gewinn des Spiels ihrer Freiheit wiedererlangen können. Anreize für den Sieg und damit auch für den kalkulierten Mord an den anderen Spielern gibt es für alle Mitspieler also mehr als genügend.


Die Ausgangslage ist also klar und die beste Voraussetzungen für einen knisternden Nervenkrieg, nämlich immer dann, wenn die Spieler einen unter sich bestimmen müssen, von dem sie überzeugt sind, dass er der Mafia angehört und aus dem Spiel entfernt werden soll. Schon hier zeigen sich die ersten Schwächen des Films, denn die Auswahlprozesse laufen zu einfach von der Bühne, die betroffene Spieler ergeben sich zu schnell, taktische oder gar psychische Spielchen sucht man vergebens. Teilweise hat man das Gefühl, die Spieler werden einfach zufällig ausgewählt, die Entscheidungen der Mitspieler werden nicht hinterfragt, dabei geht es doch für alle um Leben oder Tod.

Tod ist ein gutes Stichwort, denn ist man erst einmal von den Mitspielern oder von den Mafia-Mitgliedern auserwählt worden, dann wird man nicht nur aus dem Spiel entfernt, sondern stirbt auch einen qualvollen Tod. Dafür wurden alle Spieler vor dem Spiel nach ihren Ängsten befragt, die nun als Szenario für die Exekution dienen sollen. Eine nette Idee, aber irgendwie will der Funke nicht überspringen, wahrscheinlich liegt das darin, dass die Protagonisten in ihrem, optisch durchaus oft schön in Szene gesetztem, Angstszenario alles zeigen, nur eben keine Angst. Hinzu kommt, dass sie und auch die Zuschauer ohnehin wissen das sie sterben werden und diesem Tod auch nicht entrinnen können. Da dem Zuschauer auch die emotionale Bindung zu den einzelnen Mitspieler fehlt, da diese in der kurzen Zeit kaum charakterisiert wurden, ist es letztendlich auch egal, wer gerade stirbt und wer dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen ist.

Mit den angesprochenen Kritikpunkten verspielt der Film leider viel Potential, da die Idee dahinter keine schlechte ist. Und obwohl auch die Technik an einigen Stellen nicht überzeugen kann, manche CGI-Szene sind leider völlig überzogen, und die schauspielerische Leistung eher auf der schlechteren Skala einzuordnen ist, kann der Film dennoch kurzzeitig unterhalten.

Fazit:
Die Umsetzung des Gesellschaftsspiels Mafia als mörderische Spiel kombiniert mit Gesellschaftskritik hat durchaus ihre Reiz. Leider kann Survival Game dieser Umsetzung nicht gerecht werden. Es fehlt vor allem an Dramatik, die weder bei der Entscheidung, wer sterben soll und wer nicht, aufkommt und auch die Konsequenz aus dieser Entscheidung ist weder für den Zuschauer noch für den Betroffenen selbst von großer Bedeutung. Dennoch unterhält der Film, wenn auch auf niedrigem Niveau. Denn natürlich fiebert man mit, wer nun der Mafia angehört, wer nicht und wer das nächste Opfer sein wird. Leider ist die Auflösung dieser Fragen, wie schon der ganze Filme, am Ende nicht zufriedenstellend.


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