Serena Kritik

Serena FilmkritikDer mittlere Westen der USA, 1929: Es ist die Zeit der großen Wirtschaftskrise. In diesen Wirren zieht das Ehepaar Serena (Jennifer Lanwrence) und George Pemberton (Bradley Cooper) von der Metropole Boston in die beschaulichen Berge der Appalachen nach North Carolina. Die Beiden planen, dort in das Holzgeschäft einzusteigen. Dabei muss sich Serena schon von Beginn an gegen Vorurteile der Einheimischen zur Wehr setzen, die der feinen Dame das Leben und Überleben in der rauen Natur nicht zutrauen. Doch zur Überraschung aller schlägt sich Serena sehr gut und schon bald packt sie mit an bei der Arbeit im Wald, kommandiert die Arbeiter und rettet ihrem Mann sogar das Leben. Die euphorische Stimmung schlägt jedoch um, als Serena erfährt, dass sie keine Kinder bekommen kann. Die Verbitterung und der Hass darüber richten sich vor allem gegen Georges unehelichen Sohn und die Mutter.

“Serena” ist der neue Film der Oscar-prämierten Regisseurin Susanne Bier (“Things we lost in the fire”), die den Film bereits im Frühjahr 2012 in Tschechien drehte. Schwierigkeiten bei der Postproduktion sorgten dafür, dass der Film erst jetzt in die Kinos kommt. Ursprünglich sollte “Black Swan”-Regisseur Darren Aronofsky den Roman von John Rash verfilmen, kurz vor Beginn der Dreharbeiten wurde er jedoch durch die Dänin Bier ersetzt. Der bis in die Nebenrollen erstklassig besetzte Film bietet herausragendes Schauspieler-Kino vor der monumentalen Kulissen der Appalachen. Zwar dauert es, bis der Film an Fahrt aufnimmt, die Mischung aus Ehe-Drama und Liebesfilm ist dennoch über weite Strecken sehenswert geraten, was vor allem am einnehmenden Spiel der beiden Hauptdarsteller liegt.

Eifersucht, Hass, Begehren, Triebhaftigkeit – in ihrer Verfilmung des Erfolgsromans von John Rash lotet Filmemacherin Susanne Bier die Untiefen der menschlichen Seele aus und macht deutlich, wie sich Menschen in ihrem Charakter innerhalb kürzester Zeit wandeln können. Dabei braucht der Film lange, um seine beschriebene Problematik in Gang zu setzen. Erst als Serena von der Unmöglichkeit erfährt, eigene Kinder zu bekommen und dann auch noch Georges unehelicher Sohn auftaucht, nimmt das Unheil seinen Lauf. Bis es soweit ist, vergehen jedoch fast 60 Minuten und “Serena” kommt einem in dieser Zeit extrem langatmig und bleiern vor.

Dass der Film dennoch über weite Strecken sehenswert und packend geraten liegt neben der exquisiten, namhaften Besetzung bis in die Nebendarsteller-Riege hinein (Toby Jones, Rhys Ifans, Sean Harris) vor allem an den beiden phantastisch harmonierenden Hauptdarstellern. Wie schon in “Silver Linings” spielen sich Lawrence und Cooper minütlich gegenseitig die Bälle zu und beide verleihen ihren Figuren neben Grazie auch enorm viel Tragik, Tiefe und komplexe Wesenszüge. Als dritten Hauptdarsteller muss man eigentlich die großartig in Szene gesetzte Natur ansehen. Die atmosphärischen, epischen Bilder der nebelverhangenen Gebirgsketten und Täler der im Osten der USA gelegenen Appalachen sind harmonisch und vermitteln eine unheilvolle, mystische Stimmung. Auf metaphorische Art und Weisen künden sie langsam und allmählich vom heraufziehenden Unheil in der Ehe von Serena und George.

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider.


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1 Kommentar so far »

  1.  

    Cineast said

    Dezember 19 2014 @ 12:00

    Kurz und knapp: Ein melodramatischer Film mit vielen Stars kann mitunter sehr spannend sein. Dieser hier ist es nicht:/

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