Quills – Macht der Besessenheit

Quills – Macht der Besessenheit

Der Film Quills – Macht der Bessenheit schildert die letzten Lebensjahre des Marquis de Sade in der psychiatrischen Klinik Charenton in Charenton-Saint-Maurice. Sade, von dessen Namen sich unter anderem auch der Begriff Sadismus ableitet, schreibt trotz Gefangenschaft in der Klinik pornografische Bücher, erregt damit (vielleicht noch etwas hinzufügen wie „den Unmut) seine Mitmenschen und verärgert unter anderem Napoleon persönlich, der die öffentliche Verbrennung aller Kopien der Bücher befiehlt und den Tod des Autors wünscht …

Geschichte:
Lust und Qual liegen so nah beieinander. So denkt und fühlt auch Marquis de Sade. Er bringt seine, meist perversen, Gedanken zu Papier und sorgt damit für Aufsehen. Gleich am Anfang des Filmes wird eine dieser Geschichten gezeigt. Eine Dame die zu ihrer eigenen Hinrichtung geführt wird, entwickelt dabei eine masochistische Lust. Doch Freud und Leid liegen nah beieinander. Dies muss auch die Dame feststellen, als sie die abgetrennten Köpfe ihrer Vorgänger sieht.

Vier Jahre später ist de Sade in der psychiatrischen Klinik Charenton inhaftiert. Eingewiesen wurde er von seiner eigenen Ehefrau, mit der ihn immer noch eine Art Hassliebe verbindet, und die hofft, dass er in der Klinik von den ungewöhnlichen Gedanken befreit wird. Sade gefällt es auch dort, denn das Schreiben hat er nicht aufgegeben. Die Umstände sind aber schlechter geworden. Seine Geschichten sind verpönt und der leitende Abt der Klinik würde so etwas nicht dulden. So muss sich de Sade eine Komplizin suchen, die sich in der Magd Madeleine LeClerc, die von Kate Winslet gespielt wird, verbirgt. Sie schmuggelt die Manuskripte von de Sade unter der schmutzigen Wäsche aus der Klinik. So wird seine Erzählung Justine anonym verlegt, die bald als illegaler Bestseller in den Straßen von Paris gehandelt wird. Selbst Napoleon bekommt von diesem anstößigen Buch Wind und befiehlt daraufhin, alle Kopien des Buches zu verbrennen und den Autor zu töten. Berater von Napoleon überzeugen diesen aber, die Perversion in de Sade heilen zu lassen. Diese Aufgabe soll Dr. Royer-Collard ausführen, zu dessen Methoden Folter und Schmerzen gehören.

Der zuständige Abt ist bestürzt nachdem er erfahren muss, dass sein Schützling sein Vertrauen missbraucht hat. Der Doktor drängt ihn zu härteren Maßnahmen. Sade wird es im Verlauf des Filmes immer schwerere gemacht zu schreiben, doch sein Trieb spornt ihn weiter an. Nachdem ihm Tinte und Feder weggenommen wurden, schreibt er mit einem Hühnerknochen und Wein weiter. Auch dies wird ihm weggenommen doch de Sade erzählt seine Geschichten mit seinem eigenen Blut auf seiner eigenen Kleidung fort. Selbst als er in Ketten in einem dunklen Loch eingesperrt ist, kann ihn das nicht aufhalten, mit seinen Exkrementen zu schreiben. Als bei einer Art „Stille Post“, bei der die Geschichte von der Zelle de Sades zu seiner Komplizin Madeleine, die am anderen Ende der Klinik sitzt und dort alles aufschreibt, die Sache außer Kontrolle gerät, geht es langsam mit dem Provokateur zu Ende.

Doch nicht nur mit ihm, sondern fast alle Protagonisten stehen am Ende als Verlierer da.

Die Geschichte lebt durch die Beziehungen der einzelnen Charaktere. So liebt der Abt die Komplizin de Sades, die junge Magd Madeleine. Doch er darf sie aufgrund seines Gelübdes nicht lieben, obwohl auch Madeleine ihn mehr als nur gerne hat. Die verbotene Liebe ist dabei nur ein Konflikt, der die beiden verbindet.
Der Abt, der in Sade einen Freund sieht und mit Mal-, Schreib- und Spieltherapien ihm und seinen andere Schützlingen helfen möchte, steht im krassen Gegensatz zu Dr. Royer-Collard. Dieser versucht mit mittelalterlichen Foltermethoden psychisch Kranke zu heilen oder bestenfalls gefügig zu machen, sodass ein Konflikt der beiden unvermeintlich scheint. Weitere Randfiguren wie beispielsweise die minderjährige Braut des Doktor, der sie missbraucht und so den Doktor. noch grausamer erscheinen lässt, runden das Gesamtbild ab.
Erst am Schluss bekommt der Zuschauer ein Gesamtbild der einzelnen Verbindungen und Beziehungen aller Charaktere. Wie ein Puzzle setzt sich die Geschichte nach und nach zusammen. Dabei lässt sie sich nur schwer erraten und birgt Wendungen; vor allem das Ende dürfte einige Zuschauer überraschen.

Schauspieler:

  • Geoffrey Rush: Marquis de Sade
  • Kate Winslet: Madeleine LeClerc
  • Joaquin Phoenix: Abbe du Coulmier
  • Michael Caine: Dr. Royer-Collard
  • Billie Whitelaw: Madame LeClerc
  • Patrick Malahide: Delbené
  • Amelia Warner: Simone

Die Besetzung des Filmes ist allererste Sahne. Die Rolle des Marquis de Sade scheint für Geoffrey Rush wie gemacht zu sein. Jeden seiner Züge nimmt man ihm ab. Kate Winslet spielt die schöne Wäschemagd Madeleine LeClerc und zieht mit ihrer Schönheit nicht nur den Zuschauer sondern auch einige andere am Film beteiligte Charaktere in ihren Bann, was ihr letztendlich dann auch zum Verhängnis wird. Aber auch die anderen Schauspieler können alle durch ihrer hervorragende Leistung bestechen. Es ist nicht einfach, dem Stück Quills – Macht der Besessenheit gerecht zu werden, sie schaffen es aber alle mit Bravur.

Kritik:
Leider wurde kaum oder nur sehr wenig Werbung für diesen empfehlenswerten Film gemacht. Damit haben viele Freunde des Films und des Dramas einen Brillanten verpasst. Neben einer gut durchdachten, tragischen Geschichte beeindrucken vor allem die Schauspieler mit ihrem Können.

Zugegeben, der Film ist nichts für gewöhnliche Konsumenten, die wenig Anspruch an einen Film stellen, sondern lediglich die niedrigsten Bedürfe des Menschen befriedigt wissen möchten.

Wenn man aber den Film wirklich kritisieren möchte, dann wegen der historischen Ungenauigkeit. Denn der Film beruht zwar auf wahren Begebenheiten, erhebt aber einen Anspruch auf Genauigkeit. Das führte dann schließlich auch zu Kritik, beispielsweise von Neil Schaeffer, eines Biografen de Sades.


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