Plötzlich Familie Kritik

Plötzlich Familie Kritik

Die Eheleute Pete (Mark Wahlberg) und Ellie (Rose Byrne) entscheiden sich, eine Familie zu gründen: Sie nehmen drei Pflegekinder von einer Adoptionsagentur bei sich auf. Ursprünglich wollten sie eigentlich nur die rebellische 15-jährige Lizzy (Isabela Moner) adoptieren, doch als Pete und Ellie von Lizzys zwei Geschwistern erfahren, werden aus einem plötzlich drei Adoptivkinder. Und die haben es in sich, denn der tollpatschige Juan (Gustavo Quiroz) und die freche Lita (Julianna Gamiz) stellen den geregelten Alltag des Ehepaares ganz schön auf den Kopf. Außerdem macht Lizzy gerade alle Phasen der Pubertät durch: Sie ist trotzig, hat ihren eigenen Kopf und lässt sich nichts mehr sagen. Dennoch bleibt Pete und Ellie nichts anderes übrig als sich ganz auf die neue Situation einzustellen und sich allen Herausforderungen zu stellen, wollen sie die Liebe und Zuneigung ihrer Adoptivkinder für sich gewinnen.

Regisseur und Drehbuchautor Sean Anders widmet sich in „Plötzlich Familie“ dem Thema Instant-Elternschaft. Anders kennt sich mit Mainstream-Komödien für die ganze Familie aus, da er bereits die Drehbücher zu leicht verdaulichen Filmen wie „Wir sind die Millers“, „Daddy’s Home“ und „Daddy’s Home 2“ lieferte. Bereits bei den „Daddy’s Home“-Produktionen arbeitete er mit Hauptdarsteller Mark Wahlberg zusammen. Das Budget des im Frühjahr 2018 gedrehten Films „Plötzlich Familie“ (im Original: Instant Family“) belief sich auf rund 50 Millionen US-Dollar. Gedreht wurde in Atlanta, Georgia. Für Mark Wahlberg ist es die fünfte Blockbuster-Produktion seit Anfang 2017, nach „Transformers: The Last Knight“, Daddy’s Home 2“, „Alles Geld der Welt“ und „Mile“.


Das größte Problem von „Plötzlich Familie“ ist, dass sich Anders nie wirklich zwischen Komödie und Drama entscheiden kann und immer wieder unentschlossen zwischen diesen beiden Extremen hin- und herschwankt. Erschwerend kommt hinzu, dass die dramatischen Momente und Untertöne oft viel zu rührselig, die komödiantischen viel zu klamaukig geraten sind. Das sorgt für eine unausgewogene Stimmung und eine wenig harmonische Gesamtwirkung, die den Zuschauer letztlich unbefriedigt zurücklässt.

Wenn Ellie und Pete zum Beispiel auf der Website der Adoptionsagentur auf die Bilder der Kinder stoßen und Ellie dabei – unter Verwendung rührseliger Hintergrundmusik – die Tränen kommen, dann überschreitet das deutlich die Grenze zum Kitsch. An anderer Stelle kann Pete sein Glück nicht fassen, als er von Lita erstmals „Papa“ genannt wird. Im gleichen Augenblick überführt Anders diesen sentimentalen Moment jedoch unfreiwillig Komisch, wenn Ellie daraufhin alles unternimmt, um von den Kindern als „Mama“ bezeichnet zu werden. In diesen Augenblicken erstickt Anders jeglichen Anflug von Glaubwürdigkeit und Authentizität im Keim.

Fast noch unglücklicher sind jene Szenen geraten, in denen grobschlächtiger Humor und allzu derber Slapstick das dominierende Element sind. Etwa wenn Pete dem chaotischen Juan versehentlich wiederholt irgendwelche Sportgeräte an den Kopf wirft oder ein gemeinsames Familienabendessen zu einer übertriebenen, regelrecht lächerlichen Slapstick-Szene verkommt, in der Lita am Ende von oben bis unten mit Ketchup überzogen ist. All diese Albernheiten werden der Ernsthaftigkeit nicht gerecht, die eigentlich hinter dem Thema des Films steckt und mit der Anders diesem hätte begegnen müssen. Positiv sticht lediglich die Spielfreude heraus, mit der Wahlberg und Byrne agieren. Die Chemie zwischen den beiden gestandenen Hollywood-Darstellern stimmt, doch allein dieser Umstand kann den Film nicht davor bewahren, auf nahezu allen Ebenen zu enttäuschen.

Fazit: Mal zu zotig und derb, mal zu schmalzig und pathetisch: „Plötzlich Familie“ findet nie zu einem harmonischen Ton und kann sich nicht zwischen empfindsamem Drama und frivoler Komödie entscheiden.

Bewertung: 3/10 Sternen

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider.


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