PIGS – Slaughter Farm Filmkritik

Schon im Jahr 2008 ist „PIGS – Slaughter Farm“ in den USA unter dem Titel „Squeal – A Twisted Tail of Horror“ veröffentlicht worden. Nun erschien der Film am 24.09.2010 auch in Deutschland auf DVD und bei Stichwörtern wie „Low Budget-Film“, „Indie-Rock-Band“, „Schweinemutanten“ und „ganz viel Blut“ darf man sich schon einmal die Frage stellen, ob der Film überzeugen kann oder doch sprichwörtlich schnellstens in den Papierkorb wandern sollte. Lasst mich dazu euch eine private Frage stellen: Wolltet ihr schon immer einmal Schweinemutanten beim Sex zusehen? Falls die Antwort auf diese Frage aus welchen Gründen auch immer „Ja“ sein sollte, dann könnte „PIGS – Slaughter Farm“ der richtige Film für euch sein.

Schweinemutanten machen Schweinekram auf der Schweinefarm
Schon zu Beginn des Films weiß man, auf was man sich da für die nächsten rund 79 Minuten eingelassen hat. Die Geschichte beginnt denkbar simpel, bei einem Slasher sollte man allerdings auch nichts anderes erwarten. Eine erfolglose Indie-Band kommt auf dem Weg zum nächsten Auftritt unglücklicherweise mit ihrem Wagen vom Weg ab. Wie soll es auch anders sein, springt der Wagen nicht mehr an und an Handyempfang ist natürlich auch nicht zu denken. Die Band geht im Streit auseinander und ehe man es sich versieht, treffen beide Gruppen unter etwas anderen Umstände wieder aufeinander. Sie werden alle nämlich von brutalen Schweinemutanten in Käfigen gefangen gehalten. Wenn da mal jemand nicht den Bock zum Gärtner gemacht hat …

Epix Media AG

Wirkliche Details verrät der Film über diese schweinische Mutanten nicht. Entstanden durch eine Kreuzung von Mensch und Schwein, haben sie ihre Erschaffer getötet und leben nun als kleine glückliche Familie (Vater, Mutter und Sohn) auf einem verlassenen Bauernhof, wo sie ihrer brutalen Natur frönen und ahnungslose Menschen in ihre Einzelteile zerlegen.

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Nun steht bei Familie Schweinemutant mit der Gefangennahme der Indie-Band, die darüber hinaus auch von zwei Groupies begleitet wird, neue Arbeit bevor. So wartet auf jeden Einzelnen der Tod oder aber auch Schlimmeres …

Es ist schon sehr perfide, wenn sich die Bandmitglieder während der Fahr in einer sinnbefreiten Diskussion über den Sinn und Unsinn des Fleischgenusses unterhalten. Noch grotesker wird es dann aber, wenn der Schweinemutant ausgerechnet die bekennende Vegetarierin vergewaltigen möchte. Dabei meinte sie doch noch „ … und die anderen Viecher, aber in meinen Körper kommt das nicht“. Schwärzester Humor der übelsten Sorte? Und was möchte uns Regisseur Tony Swansey damit mitteilen?

Rustikale Splatter-Kost mit bissigem Humor
In guter HOSTEL-Manier metzelt das Oberhaupt der Schweinemutanten-Familie nach und nach die Bandmitglieder samt Groupies nieder. Dennoch gibt es immer wieder Stellen an denen man einfach loslachen muss. Das fängt beispielsweise schon bei den Schweinemutanten an, die einfach zu komisch aussehen. Wenn sich dann auch noch der kleinwüchsiger Schweinemutant als eine Art Clown schminkt und so auf Menschenjagd geht, dann kann man sich das Grinsen einfach nicht verkneifen.

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Bei einigen brutalen Szenen schwenkt die Kamera kurz vor dem Geschehen zur Seite, sodass der Zuschauer die eigentliche Tat nur erahnen kann. Dennoch spart „PIGS“ nicht mit genügend Blut und herausgerissenen Eingeweiden.

Schauspielerische Leistung nicht vorhanden
Die nicht bekannten Schauspieler setzt der ebenfalls relativ unbekannte Tony Swansey wunderbar nicht in Szene. Das Kevin Oestenstad, als Officer John Marshall in „My Name is Khan“, wohl der bekannteste Darsteller sein dürfte, spricht Bände. In keiner Situation nimmt man die Darsteller ernst, so deklarieren sie sich selbst zu Witzfiguren. Dementsprechend bauen sie auch keine emotionale Bindung zum Zuschauer auf, sodass es einerlei ist, wer denn jetzt zuerst stirbt.

Fazit:
Der Film spricht schon einen sehr kleinen Zuschauerkreis an. Für die breite Zuschauermasse kann der Film auf keinen Fall empfohlen werden. Man muss schon sehr auf Trash stehen und natürlich darf eine Neigung zu etwas mehr Blut und Gewalt in Filmen auch nicht fehlen. Für letztere kleine Gruppe kann der Film aber ein kleiner Leckerbissen sein. So wurde „Squeal“ 2008 auf der HautCon als „Bester Film“, 2009 auf dem Chicago Horror Festival für die „Beste Regie“ und 2009 auf dem Terror Film Festival für die „Beste Regie“ und „Besten Schnitt“ ausgezeichnet. Welchen Stellenwert diese Festivals aber in der Filmbranche einnehmen, dass darf jeder selbst mit ein bisschen Internet-Recherche für sich beantworten …


PIGS – Slaughter Farm Trailer


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