Lone Survivor Kritik

Lone Survivor KritikDer US-Nachrichtendienst vermutet den Aufenthaltsort des Taliban-Anführers Ahmed Shahd (Yousuf Azami) in den Bergen Afghanistans. Am 28. Juni 2005 werden vier Soldaten der Eliteeinheit SEAL Team in dem Gebiet ausgesetzt. Ihre Aufgabe: Shahd und seine Männer auszuschalten. Während die Sniper Murphy (Taylor Kitsch), Luttrell (Mark Wahlberg), Dietz (Emile Hirsch) und Axelson (Ben Foster) in ihrem Versteck auf den Befehl zum Abschuss warten, werden sie zufällig von ein paar Ziegenhirten entdeckt. Obwohl kurz die Idee aufkommt, die Hirten sicherheitshalber zu eliminieren, entscheidet Anführer Murphy, die Gefesselten laufen zu lassen. Und dass, obwohl die Soldaten wissen, dass die Freigelassenen nun ihre Position verraten werden. Es bleibt nur eine Möglichkeit: die schnellstmögliche Flucht aus dem Gefahrengebiet, während ihnen mehr als hundert bewaffnete Taliban-Kämpfer hinterherjagen.

“Lone Survivor” wurde von Peter Berg inszeniert, der sowohl Erfahrung mit Blockbustern (“Hancock”) als auch mit actiongeladenen Kriegs-Thrillern (“Operation: Kingdom”) hat. Die Handlung des Films basiert auf den wahren Begebenheiten des Soldaten Marcus Luttrell, der seine Geschichte (als Co-Autor) in dem Bestseller “Lone Survivor”, verarbeitete, der 2007 erschien. “Lone Survivor” wurde in diesem Jahr mit zwei Oscar-Nominierungen in den Kategorien Bester Ton und Bester Tonschnitt bedacht, ging letztlich jedoch leer aus. “Lone Survivor” ist ein knallharter Kriegsfilm mit spektakulären Action- und Kampfszenen, der moralische und Werte-Fragen jedoch gänzlich außen vor lässt und daher nur wenig Reflexion und Tiefgang bietet.

In Sachen Action und Kampfszenen wird der Film vor allem Fans von handgemachten Action-Filmen aus den 80-Jahren, insbesondere denen mit Stallone und Schwarzenegger, nicht enttäuschen. Die Kamera ist immer hautnah an den der Taliban-Hölle schutzlos ausgelieferten US-Soldaten und Regisseur Peter Berg versteht es exzellent, die Schusswechsel packend und nervenaufreibend in Szene zu setzen. Highlight des Films ist ein halbstündiges Feuergefecht zwischen den Snipern und den Taliban, in dem eine Menge Blut spritzt, Körperteile durch die Lüfte fliegen und Menschen regelrecht hingerichtet werden. Berg entfacht eine bleihaltige, laute Hölle, die den Zuschauer immer wieder gefangen nimmt und die misslungene Mission verlustreich und intensiv vor Augen führt.

Die vier Darsteller der US-Soldaten machen ihre Sache durchweg solide und ambitioniert, dazu muss gesagt werden, dass die ihre Figuren freilich nur schablonenhaft und nicht gerade komplex oder vielschichtig gezeichnet sind. Was der Film an bleihaltiger Action und an authentisch inszenierten Schusswechseln bietet, lässt er in Sachen Hinterfragung jedoch einiges vermissen. So werden hier weder Fragen nach Sinn und Zweck dieser militärischen Intervention aufgeworfen noch wird reflektiert, in wieweit der Einsatz moralisch zu bewerten ist. Wie so oft geht es im Hollywood-Kriegsfilm einzig um Hurra-Patriotismus sowie die Tapferkeit und den Mut der amerikanischen Truppen.

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider.


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