Life Kritik

life filmkritikDer aus New York City stammende Fotograf Dennis Stock (Robert Pattinson) kann sich als Party-Fotograf und durch andere kleine, aber unbedeutende Aufträge gerade so über Wasser halten. Er träumt von mehr. Insgeheim ist es sein größter Wunsch, beim renommierten “Life”-Magazin unterzukommen. Sein Schicksal wandelt sich, als er auf einer privaten Party den unbekannten Schauspieler James Dean kennenlernt. Schon beim ersten Anblick von Dean, erkennt Stock das unglaubliche Charisma und die Ausdruckskraft in den Augen des Jung-Schauspielers aus der Provinz von Indiana. Stock erzählt Dean von dem Vorhaben, ein paar Bilder in den Straßen von New York zu machen, mit denen Beiden der Durchbruch gelingen könnte. Nach etlichen Anläufen – und vielen versäumten Terminen von Dean – sind die Bilder endlich im Kasten und vor allem eines entwickelt sich im Laufe der Jahre zu einer kulturellen Ikone sowie einem der meistgedruckten Fotos der Welt.

“Life” entstand von Februar bis April 2014 in Toronto und Los Angeles und feierte seine Weltpremiere auf der diesjährigen Berlinale. “Life” – der ca. 13 Millionen Dollar kostete – ist der neue Film des ehemaligen Videoclip-Regisseurs Anton Corbijn (U2, Bryan Adams, Depeche Mode u.a.) und sein erster seit dem Spionage-Thriller “A most wanted man”. “Life” ist nicht der erste biographisch angehauchte bzw. auf realen Begebenheiten basierende Film des Holländers, bereits mit “Control” widmete er sich einer tatsächlich existierenden, viel zu früh gestorbenen Kultfigur der Popkultur: Ian Curtis von Joy Division.

“Life” stellt die Freundschaft zwischen dem ehemaligen “Life”-Fotografen Dennis Stock und James Dean in den Mittelpunkt, unmittelbar bevor dem jungen Schauspieler der weltweite Durchbruch mit “Jenseits von Eden” (1955) gelingt. Beide Männer sind Außenseiter, passen nicht so recht in die Gesellschaft der damaligen Zeit und warten auf den großen beruflichen Durchbruch. Mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Dean spürt insgeheim, dass der Erfolg zum Greifen nahe ist und er soll schließlich recht behalten: kurz nach dem Foto-Shooting erscheint “Jenseits von Jeden” und macht Dean (für kurze Zeit) zu einem der größten Filmstars der Welt und zum Helden von Millionen rebellierender Jugendlicher. Corbijn gelingt ein geschickter Schachzug, wenn er die Motivation, die Sehnsüchte und den unbändigen Wunsch nach Erfolg und Durchbruch beider Personen darstellt – in einer Art subtilem Doppelporträt.

Und als geschickt erwies sich auch die Entscheidung der Macher, auf die Darsteller Robert Pattinson und Dane DeHaan als Hauptfiguren Stock und Dean zu bauen. DeHaan (“Kill your Darlings”, “Lincoln”) legt den James Dean ganz wie man es von ihm kennt bzw. es immer wieder über ihn gehört oder gelesen hat, als unnahbaren, aber jederzeit ultracoolen und legeren Lebemann an, natürlich stilecht mit Zigarettenstumpf im Mundwinkel und mit hochgestelltem Kragen. Auch Pattinson spielt herausragend als niemals sein Ziel aus den Augen verlierender Fotograf, der nicht locker lässt und bei dem Versuch, Dean endlich die ersehnten Fotos abzuringen, fast daran zerbricht.

Als die Fotos im Kasten sind und Stock damit sein Ziel erreicht, ist man auch als Zuschauer auf eine merkwürdige Art und Weise zufrieden und erleichtert. Über dem Film schwebt aber dennoch auch immer eine Aura, eine Atmosphäre des Melancholischen und der Düsternis. Nicht ohne Grund: nur wenige Monate nach den Fotografien und dem Start von “Jenseits von Eden”, kam Dean mit nicht einmal 25 Jahren bei einem Autounfall ums Leben.

Fazit: Überragend gespieltes Drama und Doppelporträt über eine ungewöhnliche Männerfreundschaft, über dem eine beständige Aura der Schwermut und der Finsternis liegt.

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider.


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