Killerman Kritik

Killerman Kritik

Moe (Liam Hemsworth) und Skunk (Emory Cohen) arbeiten als Geldwäscher für Moes Onkel, Mafiaboss Perico (Zlatko Buric), und sind seit Jahren in die illegalen Geschäfte des Unterweltchefs verstrickt. Eines Tages bietet sich den Beiden unerwartet die Möglichkeit für einen großen Coup, der sie um einige Millionen reicher machen könnte – und die kleinkriminelle Karriere ein für alle Mal beendet, das sie damit ausgesorgt hätten. Doch der krumme Deal läuft nicht wie geplant und Moe verliert zu allem Überfluss auch noch sein Gedächtnis. Während der Kleingangster versucht seine Erinnerungen wieder zu erlangen, haben es gleich mehrere Verfolger auf Moe und Skunk abgesehen: eine Gruppe korrupter Cops und die Männer von Perico, der seinem Neffen den Alleingang nicht verzeihen kann.

Mit „Killerman“ bringt Regisseur und Drehbuchautor Malik Bader seine erste größere, höher budgetierte Produktion in die Kinos, nachdem er bislang vor allem Edel-Trash und B-Movies realisierte. Darunter den Horror-Thriller „Crush“ (2013) sowie das Crime-Drama „Cash Only“ von 2015. Für sein in den Bundesstaaten New York und Georgia inszeniertes Action-Thriller-Drama konnte er mit Liam Hemsworth einen populären Hollywoodstar gewinnen. Zuletzt war er in „Independence Day 2“ (2016) auf deutschen Kinoleinwänden zu sehen.


Es ist eine ungemein düstere, unheilvolle Atmosphäre, die Bader in seinem durchweg pessimistischen, mit Film-Noir-Anleihen gespickten Film entwirft. Das liegt einerseits an den bedrohlich-dunklen Bildern sowie am etwas verwaschenen, körnigen Look des auf 16mm-Schmalfilm, analog gedrehten Werks. Zum anderen aber auch an der tristen Stimmung und der notorisch angespannt-gereizten oder zumindest schwermütigen Gefühlslage nahezu aller auftretenden Figuren. Teils aggressive, teils nervöse aber stets von krimineller Energie angetriebene Schwerverbrecher, (Klein-)Kriminelle, Überlebenskünstler sowie Polizisten, die es mit den bösen Buben in Sachen Korruption, illegaler Machenschaften und Käuflichkeit durchaus aufnehmen können.

So nehmen etwa gewissenlose Gesetzeshüter regelmäßig aus Afrika stammende Dealer aus, die damit freilich auch ihren Stück vom Kuchen abhaben und sich bereichern wollen. Inhaltlich und inszenatorisch schwankt „Killerman“ zwischen gähnender Langweile (die Story ist schlicht zu dünn und oberflächlich) und ärgerlicher Vorsehbarkeit, andererseits aber sind die temporeichen Kamerafahrten, schnellen Schnitte und die bewusst unsaubere Montage einzelner Szenen und Sequenzen immer wieder für eine immens hohe, druckvolle Dynamik verantwortlich.

Nicht zuletzt weil auf der Leinwand schlicht und ergreifend stets sehr viel passiert und irgendwas im Gange ist. Wie zum Beispiel eine besonders gelungene, Schweiß-treibende Verfolgungsjagd durch die engen Seitenstraßen und heruntergekommenen Gassen des Molochs New York. Durchweg dünn und enttäuschend gerät leider der „Subplot“ um Moes Gedächtnisverlust, dem Bader alles in allem zu wenig Beachtung schenkt – und sich nur dann auf die Amnesie beruft, wenn diese aus dramaturgischen Gründen gerade mal von Nöten ist. Für den weiteren Handlungsverlauf spielt sie – trotz der einschneidenden Wirkung auf Moes Leistungsfähigkeit und Konzentration – zu oft keine große Rolle.

Fazit: Geradlinig inszenierter, knochentrockener Action-Thriller mit konsequent bedrohlicher Stimmung und körnig-altmodischer Optik, der jedoch inhaltliche Schwächen aufweist und (trotz einer überraschenden Wendung am Schluss) insgesamt zu vorhersehbar bleibt.

Bewertung: 6/10

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider.


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