Hook Kritik

hookSie gehören zu den bekanntesten Kindergeschichten: Die Abenteuer des Peter Pan, des Jungen, der nie erwachsen wird. Gemeinsam mit den verlorenen Jungs lebt er im märchenhaften Nimmerland und hat mit Piratenkapitän Hook einen gefährlichen Gegenspieler. Zum ersten Mal in dem von James Matthew Barrie verfassten Buch „The Little White Bird“ 1902 in Erscheinung getreten, entwickelt sich Peter Pan zu einer der beliebtesten literarischen Figuren des 20. Jahrhunderts. Das Märchen ist Vorlage für eine ganze Reihe von Musicals und Filmen: Bereits 1924 entsteht mit dem von Herbert Brenon inszenierten Realfilm, die erste filmische Umsetzung der Vorlage. Auch Walt Disney nimmt sich 1953 des Stoffes an und produziert mit dem Zeichentrickfilm „Peter Pan“ bis heute einen der schönsten Filme aus dem Hause Disney. Die populärste Realverfilmung geht auf das Konto von Steven Spielberg, der 1991 die Fortsetzung der ursprünglichen Geschichte auf die Leinwand bringt und mit „Hook“ einen wahren Klassiker des Fantasy- und Abenteuerfilms schafft.

Regisseur Steven Spielberg wählt bewusst nicht die klassische Literaturvorlage von Barrie als Grundlage seines Films, sondern die Fortsetzung der Erzählung, in der Peter Pan als mittlerweile erwachsener Mann und Anwalt mit Frau und Kindern seine Vergangenheit im Nimmerland vergessen hat. Spielberg adaptiert also nicht ein weiteres Mal die allseits bekannte und bis 1991 bereits vielfach verfilmte Geschichte des Jungen Peter Pan, der nicht erwachsen werden will und als Anführer der verlorenen Jungs gegen den einarmigen Hook kämpft. In seinem Film steht ein erwachsener Peter Pan im Mittelpunkt. Spielberg gilt zu der Zeit von „Hook“ bereits als einer der erfolgreichsten und gefragtesten Regisseure Hollywoods, dem in den 1980er-Jahren Kassenknüller wie „E.T.“ oder „Indiana Jones“ gelingen. Da verwundert es nicht, dass die Stars bei neuen Spielberg-Produktionen ab den frühen 90er-Jahren Schlange stehen und sich auch in „Hook“ reihenweise die Ehre geben. Die Leinwandgrößen Robin Williams und Dustin Hoffmann übernehmen die Hauptrollen, die Nebenrollen werden mit bekannten Darstellern wie Bob Hoskins, Maggie Smith und Julia Roberts (der ein Jahr zuvor mit „Pretty Woman“ der weltweite Durchbruch gelang) besetzt. Nicht zuletzt seiner großartigen Schauspieler-Riege hat es Spielberg zu verdanken, dass „Hook“ die gelungenste Peter Pan-Realverfilmung darstellt.

In Spielbergs „Hook“ hat Peter Pan das Nimmerland schon vor Jahren verlassen. Er ist mittlerweile der verheiratete Geschäftsmann und Familienvater Peter Banning, der seine Vergangenheit und wer er einmal war, längst vergessen hat. Doch dann taucht sein alter Erzfeind Captain Hook auf und entführt seine beiden Kinder nach Nimmerland. Ihm bleibt keine Wahl: Er muss zurück in die verborgene Welt und seine Kinder befreien. Das Problem: Peter hat vergessen wie man kräht, kämpft und kräht. Gemeinsam mit der Fee Glöckchen und den verlorenen Jungs, versucht er sich zu erinnern und seine kindliche Phantasie wieder zu erlangen. Denn Captain Hook erwartet ihn bereits für das finale Duell…

Spielberg gelingt mit „Hook“ ein in allen Belangen gelungener und unterhaltsamer Fantasy-Spaß für Groß und Klein. Er überzeugt mit einer neuen, filmisch in der Form noch nicht umgesetzten Variante der Peter Pan-Erzählung. So macht er „Hook“ dank seiner Darsteller und der in die Gegenwart versetzten „erwachsenen“ Welt mit Peter Pan als Ehemann, der sich mit alltäglichen Problemen (Stress im Job und Ärger mit den Kindern) herumschlagen muss, nicht nur für Kinder sehenswert. Die größte Stärke des Films sind eben jene Darsteller, die aus „Hook“ einen überdurchschnittlichen Fantasyfilm machen. Robin Williams lässt das Kind im Manne aufleben und ist als gereifter Peter Pan mit seinem kindlichen Charme eine Idealbesetzung und ebenso überzeugend wie Dustin Hoffman als fieser und rücksichtsloser Pirat Hook. Hofmann stellt damit erneut seine beeindruckende schauspielerische Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Darüber hinaus erweist sich auch Julia Roberts als Glücksgriff, die in ihrer Rolle als niedliche und liebenswerte Fee Glöckchen überzeugt. In Nebenrollen treten zudem bekannte Gesichter wie Glenn Close, George Lucas, Gwyneth Paltrow (die hier ihren ersten Leinwandauftritt hat) und Sänger Phil Collins als ermittelnder Inspektor auf.

Neben guten Gags und einer gehörigen Portion wohl proportionierten Humors, besticht „Hook“ auch durch seine visuell beeindruckenden Kulissen und Spezialeffekte. Spielberg kreiert eine bunte und phantastische Märchenwelt voller skurriler Figuren wie Piraten, Meerjungfrauen und Elfen, der man sich nur schwer entziehen kann. Und von Spielberg lässt man sich gerne in diese Welt entführen. Das denken sich 1992 auch die Kinobesucher und Filmfans, die „Hook“ mit 300 Millionen Dollar Einspielergebnis zu einem Welterfolg und einem der erfolgreichsten Filme des Jahres machen. Und Spielbergs Haus- und Hofkomponist John Williams liefert mit seinem wuchtigen und emotionalen Soundtrack die passende musikalische Untermalung zu den märchenhaft-schönen und atmosphärischen Bildern.

Steven Spielberg gelingt mit „Hook“ ein phantasievolles und äußerst unterhaltsames Märchen-Abenteuer.

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider.


Darsteller:

  • Dustin Hoffman
  • Robin Williams
  • Julia Roberts
  • Bob Hoskins
  • Maggie Smith
  • Caroline Goodall
  • Charlie Korsmo
  • Amber Scott
  • Laurel Cronin
  • Phil Collins
  • Arthur Malet
  • Isaiah Robinson

Erscheinungsjahr:
1991/USA

Regie:
Steven Spielberg

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