Hide and Seek Filmkritik„Es geht ein seltsames Gerücht um. In der ganzen Nachbarschaft. Man sagt es gebe Eindringlinge. Die sich heimlich in die Wohnung fremder Leute schleichen und sich dort verstecken. Dort leben sie unbemerkt und nehmen irgendwann den Platz der anderen ein. So ähnlich wie – so wie Kuckuckskinder.“ Doch wer sind diese Eindringlinge? Die Bilderbuchfamilie des erfolgreichen Geschäftsmann Sung-soo ist es sicherlich nicht. Diese wohnt nämlich in einem exklusiven Wohnblock und führt auf den ersten Blick ein perfektes Leben. Dieses perfekte Leben bekommt aber einen ersten deutlichen Riss, als Sung-soo einen Anruf eines Hausverwalters bekommt, der den Familienvater darüber informiert, dass dessen Bruder vermisst wird. Sung-soo macht sich samt Familie, die bis zu diesem Zeitpunkt nichts von diesem Bruder wusste, auf, um nach dem Vermissten zu suchen. Von dem vornehmen Wohnblock geht es dabei in ein deutlich heruntergekommenes Viertel. Überall Schmutz und Dreck, kein Nachbar kennt den anderen, obwohl man Tür an Tür wohnt.

Die Suche nach seinem Bruder ist auch eine Konfrontation mit der Vergangenheit für Sung-soo. Im Streit trennten sich die beiden Brüder, schon seit Ewigkeiten hatte sie keinen Kontakt mehr. Nach und nach dringt Sung-soo in das Leben seines Bruders ein, um herauszufinden, was mit ihm passiert sein könnte. Nachbarn reagieren komisch wenn er seinen Namen erwähnt, eine junge Frau betitelt ihn gar als Perversen und in einen seiner Aufzeichnungen erkennt er einen hasserfüllten Mann, der sich von seiner Familie im Stich gelassen fühlt. Doch der Bruder ist unauffindbar. Stattdessen, fühlt sich die Familie immer unsicherer. Ein schwarz gekleideter Mann mit einem schwarzen Motorradhelm scheint sie zu beobachten und zu belauern. Als dieser plötzlich vor ihrer Wohnungstür steht und die Kinder entführen will, ist sich Sung-soo fast schon sicher, das kann nur sein Bruder sein …


Nicht zu verwechseln ist „Hide and Seek – Kein Entkommen“ mit dem Film „Hide and Seek – Du kannst dich nicht verstecken“ von Regisseur John Polson und mit Robert De Niro in der Hauptrolle. Ersterer Film, um den es hier geht, stammt nämlich von Huh Jung und ist eine südkoreanische Low-Budget-Produktion. Dennoch wurde das Erstlingswerk von Jung zumindestens in Südkorea ein großer Überraschungserfolg. Dort stieg er mit 35,5 Mio. $ Einspielergebnis bis auf Platz 8 der South Korean Yearly Boxoffice-Charts 2013 auf und heimste auch allerlei Preise ein. Ein Jahr später ist „Hide and Seek – Kein Entkommen“ nun in Deutschland auf DVD und Blu-Ray verfügbar und hat definitiv Potenzial auch hier ein Erfolg zu haben.

Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen ist „Hide and Seek – Kein Entkommen“, nicht nur wegen des geringem Budgets, übersichtlich. Eine handvoll Darsteller und zwei Handlungsorte grenzen das ganze schon sehr ein. Dennoch kommt schnell, das für einen guten Psychothriller auszeichnende beklemmende Gefühl auf. Hier bekommt der Begriff „Mietnomade“ eine ganz neue Bedeutung, und wer weiß schon, wie sicher die eigene Wohnung/das Haus ist!?

Natürlich könnte man den Film vorwerfen, dass man alles irgendwie schon mal gesehen hat und die ein oder andere Sache nicht ganz für den Zuschauer ersichtlich bzw. logisch erklärbar ist. Dennoch hat mich vor allem das Ende, bzw. die Auflösung, wer denn der seltsame Stalker ist, der die Familie in den Wahnsinn treibt, doch sehr überrascht und allein deshalb würde ich den Film schon empfehlen.

Die Schauspieler machen meiner Meinung nach ihre Sache gut – insbesondere die kleinen Kinder -, die deutschen Synchronisation sollte man nicht schon nach der ersten Szene beurteilen, wo sie doch etwas sehr billig wirkt, im Laufe des Filme aber immer stimmiger wird. Dennoch ist eine gewisse Affinität zu asiatischen, insbesondere südkoreanischen Filmen, auf jeden Fall vom Vorteil, um den Film auch uneingeschränkt genießen zu können.

Hide and Seek – Kein Entkommen hat einige Höhen und Tiefen, für ein Erstlingswerk und eine Low-Budget Produktion kommt der Psychothriller aber überraschend solide daher. Von Anfang an schafft es der Film beim Zuschauer ein mulmiges Gefühl zu wecken, das diesen auch bis zum Ende des Films nicht mehr verlässt. Für alle Fans der Spannung, die auch der asiatischen Filmkunst etwas abgewinnen können, ist „Hide and Seek – Kein Entkommen“ definitiv eine Kaufempfehlung wert!


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1 Kommentar so far »

  1.  

    Maximilian said

    November 28 2014 @ 11:55

    Wow – ich habe mir den Trailer angesehen. Gänsehaut pur kann ich da nur sagen. In den wenigen Minuten wusste ich gleich, das ich mir diesen Streifen definitiv ansehen werde und das nicht nur einmal.

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