finanzfilme: Übersicht über die besten Börsefilme und FinanzfilmeFinanzfilme sind gerade ja richtig angesagt und daran ist sicherlich nicht nur Leonardo Dicaprios grandiose Vorstellung in Wolf of Wallstreet schuld. Nach der großen Finanzkrise ab dem Jahr 2007, die als US-Immobilienkrise (auch Subprimekrise) begann, ist das Interesse in der allgemeinen Bevölkerung auch an der eigentlich trockenen Thematik der Finanzen erwacht. Und eins muss man Hollywood wirklich lassen, sie haben es in einigen Filmen wirklich geschafft, die doch häufig komplexe Materie in spannende und unterhaltsame Filme zu gießen. So braucht man zwar keine spezielles Vorwissen, wenn man einen der nachfolgenden Finanzfilme schaut, wer aber genauer verstehen möchte, was sich hinter den Begriffen Penny Stocks, Subprime Kredite, Mortgage Backed Securities oder Collateralized Mortgage Obligations steckt, den kann ich nur empfehlen, sich im Internet, in Finanzblogs, wie beispielsweise finanzeinstieg.de oder finanzwesir.com, schlau zu machen. Aber wie gesagt, kann man auch ohne dieses Wissen die nachfolgenden Finanzfilme genießen, teilweise werden einige Begriffe und die Theorie dahinter auch sehr anschaulich direkt in den Filmen vorgestellt und erklärt. Wer also mal etwas Anderes als stumpfe Action sucht, der ist mit den nachfolgenden Filmen bestens beraten.

Börsenfilme und Wirtschaftsfilme in der Übersicht


Der große Crash – Margin Call (2011)

Der große Crash – Margin Call setzt vor der Finanzkrise ein, obwohl die darin beteiligten schon Mitten drinstecken. Nur entdeckt hat sie bisher noch keiner. Dies ändert sich, als bei einer Entlassungswelle in einer Investmentfirma Eric Dale seinen Koffer packen muss. Als leitender Risikomanager hat er bis zu seiner Kündigung noch an einem Fall gearbeitet, den er nun seinem jungen Mitarbeiter Peter Sullivan im Vertrauen übergibt. Diese Übergabe hat gewaltige Folgen, noch am selben Abend kalkuliert Sullivan die übergebenen Daten durch und kommt zu einem erschütterten Ergebnis.
In lediglich 24 Stunden wird der Urknall der jüngsten Finanzkrise packend inszeniert und rückt deren Akteure und ihre Schicksale unbarmherzig, wie der Kapitalismus selbst, in den Mittelpunkt. Wer die Finanzkrise schon immer mal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten wollte, der sollte sich Der große Crash – Margin Call von Regisseur J.C. Chandor nicht entgehen lassen.


The Big Short

An der gleichen Stelle wie „Der große Crash – Margin Call“ setzt auch „The Big Short“ von Adam McKay an, der auf dem Buch The Big Short: Inside the Doomsday Machine von Michael Lewis basiert. Im Film erkennt ausgerechnet der schrullige Hedgefonds-Manager Michael Burry die anbahnende Blase am US-Immobilienmarkt und sich eine daraus resultierende Finanzkrise. Während ihn viele für verrückt halten, recherchiert Burry weiter und setzt alles auf den Crash. Wie diese Wette ausgeht, ist uns nur zu gut bekannt, dennoch ist es spannend zuzusehen, wie Burry erst verspottet wird und nur sehr wenige genau das sehen, was er schon die ganze Zeit sieht. The Big Short wurde für fünf Oscars nominiert und ist mit Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling oder auch Brad Pitt mit zahlreichen Stars bestückt.


Inside Job

Die Dokumentation „Inside Job“ von Charles H. Ferguson ist ein absoluter Muss für jeden, der sich immer noch nicht mit der weltweiten Finanzkrise, die ab 2007 von Amerika auf den Rest der Welt überschwappte, auseinandergesetzt hat. Schonungslos offenbar die Dokumentation die Abgründe der Finanzwelt und wie sie Millionen von Menschen mitzog. Man erfährt, welche Rollen die Investmentbanken, die Rating-Agenturen und insbesondere die amerikanische Politik gespielt haben und welche Konsequenzen es vor allem daraus (nicht) gab. Man muss kein Experte sein, um den Erklärungen zur Entstehung der Finanzkrise folgen zu können. Die hervorragende Arbeit zur filmischen Aufarbeitung wurde auch honoriert. Inside Job wurde 2011 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.


The Wolf of Wall Street

Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese ein Traumduo, bei dessen Zusammenarbeit meist das ganz große Kino entsteht. So auch bei The Wolf of Wall Street, ein Film der auf dem gleichnamigen Bestseller des Börsenmaklers Jordan Belfort basiert und für insgesamt fünf Oscar-Kategorien nominiert war. Im Film spielt DiCaprio Jordan Belfort und zeigt dessen raketenhaften Aufstieg und Fall. Angefangen beim aufstrebenden Börsenmakler an der Wall Street im Traditionsbankhaus L.F. Rothschild, dessen Tag, an dem er endlich seine Lizenz erhalten soll, ausgerechnet auf den Schwarzen Montag fällt, der bislang größte Börsencrash seit der Weltwirtschaftskrise 1929. Zwar verliert Belfort seinen Job, das kann ihn aber nicht davon abhalten, nun selbst am Kapitalmarkt tätig zu sein. Schließlich hat er gelernt zu verkaufen und bringt nun mit einem kleinen Team Pennystocks unter die Leute. Die Rechnung geht auf, schon bald verdient er und seine Angestellte so viel Geld, wie sie sich es sich nicht erträumt haben. Mit dem Geld kommt aber auch die Versuchung und das FBI ist auf die nicht ganz einwandfreien Machenschaften von Belfort auch schon auf der Spur. Ein super Finanzfilm, der die Macht und die schwindende Moral an der Börse treffende darstellt.


Wall Street (1987)

Der Name Gordon Gekko sollte eigentlich jedem Börsianer etwas sagen, falls nicht, dann ist der Klassiker Wall Street aus dem Jahr 1987 ein absoluter Pflichtfilm! In diesem begeben sich Michael Douglas und Charlie Sheen auf das Börsenparkett, dirigiert von Regisseur Oliver Stone. Erzählt wird die Gesichte des jungen Nachwuchs-Börsenmaklers Bud Fox (gespielt vom jungen Charlie Sheen) in New York, der die Aufmerksamkeit seines großen Vorbilds Gordon Gekko (gespielt von Michael Douglas) auf sich ziehen möchte. Dies geht allerdings nur mit einem sehr guten Börsentipp, der sogar eine Investmentlegende wie Gekko überraschen kann. Gut das Bud Fox Vater bei einer Fluglinie arbeitet und dieser als Betriebsrat einen tiefen Einblick in die wirtschaftlichen Daten erhält. Gordon Gekko zeigt sich durchaus interessiert an dem aufstrebenden und ehrgeizigen Makler, doch damit Fox auch weiterhin in Gekkos Gunst steht, fordert diese weitere Insider-Informationen, um damit das große Geld zu machen. Dass dies auf Dauer irgendwann schief geht, dass dürfte wohl auf der Hand liegen…


Money Monster

Money Monster ist ja meiner Meinung nach ein richtiger Geheimtipp in Sachen Finanzfilme. Im Gegensatz zu vielen anderen hier aufgeführten Filmen handelt es sich hier um einen Thriller, bei dem die Spannung und die Action ganz klar im Mittelpunkt stehen. Tatsächlich werden aber darüber hinaus (mehr oder weniger subtil) auch viele kritische Finanzthemen angeschnitten. Man kann zwar kritisieren, dass diese Kritik am Kapitalismus nicht konsequent umgesetzt wurde, so handelt es sich bei Money Monster aber um eine leichte Kost, die man sich gerne an einem gemütlichen Filmeabend anschaut. Inhaltlich geht es um den berühmt-berüchtigte Finanzguru Lee Gates (George Clooney), der in seiner eigenen Fernseh-Show „Money Monster“ den ein oder anderen Börsentipp vom Besten gibt. Nachdem eine Aktie eines Unternehmens das sich auf den Frequenzhandel spezialisiert hat von einen Tag auf den anderen ins bodenlose rauscht, bekommt Gates live in seiner Show Besuch von Familienvater Kyle (Jack O’Connell), der durch diesen Tipp seine gesamten Ersparnisse verloren hat. Mit im Gepäck hat er eine Pistole und eine Sprengstoffweste, schließlich will er komme was wolle wissen, wie es zu diesem Kurssturz bei einer angeblich sichereren Anlage als ein Sparbuch kommen konnte. Gates wird schnell klar, dass er sein Leben nur retten kann, wenn er der Sache selbst auf dem Grund kommt.


Becoming Warren Buffett

Becoming Warren Buffett ist eine Dokumentation die im Januar 2017 auf dem amerikanischen Bezahlfernsehsender HBO lief. Leider ist die Dokumentation bisher noch nicht übersetzt worden und auch so nur sehr schwer erhältlich. Sehr schade, denn Becoming Warren Buffett liefert einen sehr intimen Einblick in das Leben und Wirken der Investmentlegende. Neben Buffett selbst, kommt vor allem seine Familie (die Schwester, die Frau oder auch die Kinder) und nahe Freunde und Bekannte, wie beispielsweise Charles Munger oder Microsoft-Gründer Bill Gates zu Wort und beschreiben aus ihrer Sicht den Menschen Warren Buffett. So bekommt vielleicht der ein oder andere, der sich schon mit dem Finanzguru etwas länger beschäftigt hat, noch einmal eine neue Sicht auf die Person hinter der Investmen-Holding Berkshire Hathaway. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht klar die Person Warren Buffett, dennoch bekommt man als Finanzinteressierter dennoch einen ungefähren Einblick auf welcher Grundlage Buffett Investitionsentscheidungen fällt und von welcher wirtschaftlichen Grundausrichtung er beeinflusst wird bzw. wurde. Damit ist die Dokumentation nicht nur für die interessant, die mehr über Warren Buffett erfahren wollen, sondern auch für alle zukünftige Star-Investoren, die einmal einen Blick in den Kopf eines des besten Börsenakteurs auf unserer Welt werfen wollen.


Bad Banks

Bad Banks ist kein Film, sondern eine Serie und eine deutsche auch noch dazu! Wem es jetzt kalt den Rücken herunter läuft, der sollte Bad Banks auf jeden Fall noch eine Chance geben. Es handelt sich nämlich wohl um einer der besten Finanzserien überhaupt und spielt definitiv in einer Liga, wie beispielsweise Billions. In Bad Banks steht die junge Investmentbankerin Jana Liekam (Paula Beer) im Mittelpunkt, die als Finanz-Strukturiererin bei der „Crédit International Financial Group“ in Luxemburg arbeitet. Sie muss sich in einer von Männer dominierten Branche beweisen und gegen die ein oder andere Intrige bestehen. Absolute Empfehlung, insbesondere weil man die komplette Serie auch unter https://www.zdf.de/serien/bad-banks kostenlos anschauen kann.


Tulpenfieber

Die aktuelle Bitcon-Manie erinnert stark an die Tuplenmanie aus den Jahren 1636/37 als Tulpenzwiebel zum Spekulationsobjekt wurden und es zu einer historischen „Finanzkrise“ kam. Zwar ist der Film „Tulpenfieber“ von Justin Chadwick, der auf dem gleichnamigen Buch von Deborah Moggach basiert, kein klassischer Finanzfilm, dennoch spielt die Tulpenmanie eine tragende Rolle. Vordergründig geht es aber um den Amsterdamer Kaufmann Cornelis Sandvoort, um seine junge Frau Sophia, um die Magd Maria, ihren Freund den Fischhändler Willem und vor allem um den jungen Maler Jan van Loos. Um diese Protagonisten spinnt sich ein komplexes Beziehungsgeflecht, während man im Hintergrund parallel das Entstehen der Tulpenblase mitverfolgen kann. Beim Film Tulpenfieber handelt es sich definitiv um einen Finanzfilm, den man sich auch jederzeit mit der Freundin oder Frau zuhause auf dem Sofa anschauen kann.


The China Hustle

Wie man in der Liste sieht, drehen sich die meisten hier vorgestellten Wirtschaftsfilme bzw. Finanzfilme rund um die Finanzkrise die im Jahr 2007 ihren Lauf nahm. Die Dokumentation „The China Hustle“ widmet sich hingegen der Zeit der Post-Finanzkrise und schaut sich auch nicht die Immobilienblase, sondern den chinesischen Markt an. Nach dem die Immobilien-Blase geplatzt ist, mussten die Spekulanten einen neuen Markt suchen, um weiter Geld zu verdienen. Ins Fadenkreuz ist dabei der Wachstumsmarkt China gerückt. Blöd nur, dass chinesische Firmen damals nicht so einfach an den US-Börsen gehandelt werden konnten. Über das Finanzkonstrukt der „Reverse Merger“ konnte dieses Problem aber gelöst werden. Was das genau ist, wie sie funktionieren und warum ausgerechnet Short Seller plötzlich zum Robin Hood der Finanzindustrie geworden sind, das erfahrt ihr in der Dokumentation „The China Hustle“. Wer Netflix hat, kann dort die Dokumentation anschauen. Leider aber nur in englischer Sprache, allerdings wahlweise auch mit deutschem Untertitel. Eine wirklich interessante Finanz-Dokumentation, die ich nur empfehlen kann.


Dir fehlt dein Lieblingsfinanzfilm bzw. bist der Meinung, dass in der Liste definitiv noch der eine Börsenfilm oder Wirtschaftsfilm drauf muss? Dann teile diesen mir doch einfach per Kommentar unter diesem Beitrag mit und schon kommt dieser Film auch auf die Liste.

Veröffentlicht: 30.10.2016 / Letzte Aktualisierung: 11.11.2018


Weitere Filme/Informationen:

1 Kommentar so far »

  1.  

    Nina said

    November 11 2016 @ 16:30

    Manche von diesen Filmen werde ich mir noch einmal sehr gern ansehen. Danke für den Tipp.

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