Der-unglaubliche-Burt-Wonderstone-FilmkritikBurt Wonderstone und Anton Marvelton sind die Zauberkünstler-Superstars von Las Vegas. Seit Jahrzehnten schon scheffeln sie mit ihren extravaganten Zaubershows vor ausverkauftem Haus Millionen. Aktuell besteht das größte Täuschungsmanöver der beiden allerdings darin, dem Publikum eine seit Jahren bestehende Freundschaft vorzugaukeln, denn privat können sich die Beiden schon längst nicht mehr ausstehen. Dabei haben die Zwei aktuell eigentlich ein ganz anderes Problem: den unkonventionellen Straßenzauberer Steve Gray, der schnell eine stark wachsende Fangemeinde um sich schart und mit seinen lebensgefährlichen Tricks bald zum Gesprächsthema Nummer eins in der Glitzermetropole wird. Eine allerletzte Chance bekommen Burt und Anton allerdings noch, um sich gegen Gray zu behaupten – doch dazu müsste Burt sich auf das besinnen, was ihn ursprünglich für die Zauberei begeistert hat.

„Der unglaubliche Burt Wonderstone“ basiert auf einem Drehbuch der Star-Autoren Jonathan M. Goldstein und John Francis Daley, die bereits mit „Kill the boss“ einen intelligenten Plot für ein echtes Star-Ensemble lieferten. Auch bei „Burt Wonderstone“ gibt sich eine ganze Reihe an hochkarätigen Darstellern die Ehre, die alle für eine ganz eigene Interpretation von Humor stehen: während Steve Carell für zotigen Fremdschäm-Humor und Steve Buscemi für hintersinnigen Dialog- und Wortwitz stehen, liegt der Schwerpunkt von Jim Carrey wie gewohnt auf brachialer Grimassen-Komik mit viel Körpereinsatz. Diese Mischung bekommt dem Film ungemein gut, dessen Entwicklung bis in das Jahr 2006 zurückreicht, als New Line Cinema das Drehbuch „Burt Dickenson: The Most Powerful Magician on Planet Earth“ von Chad Kultgen erwarb. Nach diversen Umbesetzungen auf dem Regiestuhl sowie verschiedenen Drehbuchfassungen, fiel Anfang 2012 endlich die erste Klappe für den Film, der in erster Linie Fans der an dem Film beteiligten Comedians begeistern dürfte.

Schon in den ersten Minuten nimmt „Burt Wonderstone“ mächtig an Fahrt auf. In diesen ersten zehn bis fünfzehn Minuten des Films wird ausführlich erklärt, woher Burts Begeisterung für die Zauberei stammt und wie die Freundschaft zwischen Burt und Anton ihren Anfang nahm. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich der Film durch sein hohes Tempo sowie die extrem hohe Gag-Dichte aus. Dem Zuschauer bleibt nicht allzu viel Zeit zum verschnaufen, allein diese ersten Minuten sind vollgestopft mit schlüpfrigen Gags und derben Scherzen, die alles andere als subtil daherkommen. Ob man als Zuschauer etwas mit „Burt Wonderstone“ anfangen kann, hängt zu weiten Teilen davon ab, wie man auf diesen herrlich bösen, absurd-überdrehten und oft bis auf die Spitze getriebenen Witz der ersten Szenen reagiert. Denn davon bekommt der Zuschauer in den folgenden 90 Minuten noch mehr als genug ab.

Die Darsteller hatten beim Dreh scheinbar ihre helle Freude beim hemmungslosen Overacting ihrer Figuren. Vor allem Steve Carell dreht als eingebildeter, sich selbst maßlos überschätzender Magier Burt Wonderstone mächtig auf und spielt die für ihn gewohnte Rolle der arrogant-aufgeblasenen, egomanischen Niete mit viel Leidenschaft und Spielfreude. Steve Buscemi beweist, dass er auch in einer solch absurd-amüsanten Komödie neben Comedy-Schwergewichten wie Carell bestehen kann und mehr ist als nur bloßer Stichwortgeber und Sidekick. Der eigentliche, heimliche Star des Films heißt aber weder Carell noch Buscemi, sondern Jim Carrey, dem hier als großartig überzogener, zwölf Tage am Stück auf das Urinieren verzichtender Hard-Rock-Magier Steve Gray ein glänzendes filmisches Comeback gelingt. An Großspurigkeit und Theatralik ist das, was Carrey hier bietet, nicht zu übertreffen und man erkennt doch recht schnell, dass die Drehbuchautoren diese schräge Figur inklusive der abgedrehten Tricks und Showeinlagen als Seitenhieb auf die heutigen, trashigen TV- und Showlandschaften verstanden wissen wollen.

Fazit: Schwarzer Humor trifft auf körperbetonte, absurd-abgedrehte Situationskomik: „Burt Wonderstone“ vereint das Beste aus „Ace Ventura“ und „Bruce Allmächtig“ und zeigt einen herausragenden Jim Carrey, dem vielleicht das Comeback des Jahres gelingt.

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider


Regie:
Don Scardino

Darsteller:

  • Steve Carell
  • Jim Carrey
  • Olivia Wilde
  • Steve Buscemi
  • Alan Arkin
  • Gillian Jacobs
  • James Gandolfini
  • Zachary Gordon
  • Brad Garrett
  • Melissa Ordway
  • Jay Mohr
  • Freedom

Weitere Filme/Informationen:

2 Comments so far »

  1.  

    Steffen Spielberg said

    April 8 2013 @ 11:00

    Steht auf meiner “to watch”-Liste ganz oben. Ich stehe seit “Die Maske” einfach zu sehr auf die Fratze von Carrey und Steve Carrell ist seit seinem Auftritt als schmieriger Anchorman in “Bruce Allmächtig” eh Gott:)

  2.  

    Filmfan73 said

    April 30 2013 @ 11:50

    “Burt Wonderstone” habe ich noch nicht gesehen, aber die Kritiken waren alles in allem ja eher positiv. Also ein unbedingtes “must-see” für mich. Und J Carrey gelingt das “Comeback des Jahres”? MUSS ich sehen:)…der Trailer macht auf j Fall schon mal groooße Lust.

    Gruß
    Filmfan73

Comment RSS · TrackBack URI

Leave a comment

Name: (Required)

eMail: (Required)

Website:

Comment: