Der Medicus Kritik

Der Medicus FilmkritikIn der Kino-Adaption des weltweiten Roman-Bestsellers von Noah Gordon, lässt sich Tom Payne im Orient von Ben Kingsley zum Medizin-Gelehrten ausbilden. Der deutsche Regisseur Philipp Stölzl inszenierte ein bildgewaltiges Historien-Abenteuer mit internationaler Starbesetzung: Im Jahr 1021 wird der neunjährige Rob Cole (Tom Payne) im London des Mittelalters zur Waise. Das Schicksal sorgt dafür, dass er dem fahrenden Bader Henry Croft (Stellan Skarsgård) begegnet, der ihn als Lehrling bei sich aufnimmt. Bei ihm lernt Rob die wichtigsten Fähigkeiten und das Wissen rund um Heilkunst, Magie, aber auch Zirkusstücke wie das Jonglieren. Nach dem unerwarteten Ableben von Croft, entschliesst sich Rob, Mediziner zu werden. Und so begibt er sich auf eine lange, beschwerliche Reise in den Orient, um beim berühmten Arzt Ibn Sina Avicenna (Ben Kingsley) die begehrte Wissenschaft zu erlernen und sich als „Medicus“ ausbilden zu lassen.

Vor zehn Jahren wählten die deutschen TV-Zuschauer in einer großen Umfrage „Der Medicus“ zu einem ihrer liebsten Romane. Das 1986 erstmals in englischer Sprache erschienene Buch zählt mittlerweile zu den bekanntesten historischen Romanen der Welt und erfreut sich vor allem in Deutschland großer Beliebtheit. Hierzulande wurde „Der Medicus“ bislang mehr als sechs Millionen Mal verkauft. Jetzt endlich, nach über 25 Jahren, erscheint die lange Zeit als unverfilmbar geltende Geschichte auf der großen Leinwand. Mit internationaler Starbesetzung gelingt dem deutschen Regisseur Philipp Stölzl ein episches Historien-Spektakel, das von Anfang bis Ende fesselt und großartige Schauwerte bietet. Gedreht wurde in Deutschland und Marokko ab Sommer 2012.

Beim „Medicus“ verfährt Regisseur Stölzl ähnlich wie die Macher der vergleichbar angelegten Historien-Stoffe „Der Name der Rose“ oder „Das Parfum“. Stölzl bediente sich eines in der breiten Masse ungemein populären Literatur-Stoffes, konnte einige finanziell gut ausgestattete deutsche Geldgeber für das Projekt gewinnen und bekam schließlich eine Fülle an internationalen Top-Stars zu Verfügung gestellt, die ihre Rollen mit Leidenschaft und Charisma verkörpern und sich als perfekte Besetzung erweisen: Egal ob Stellan Skarsgård als zwiespältiger, nebulöser Bader, Ben Kingsley als edler, großherziger Medizin-Buddha Ibn Sina oder natürlich der junge, charismatische Tom Payne als wissbegieriger Medizin-Student. Vor allem Schauspiel-Gigant und Oscar-Preisträger Ben Kingsley erweist sich mit seiner einnehmenden Leinwand-Präsenz als Hauptgewinn.

Neben den Darstellern sind es in erster Linie die atmosphärischen Landschafts-Bilder und epischen Panorama-Aufnahmen der marokkanischen Natur, die begeistern und in ihren Bann ziehen. Stölzl beweist wie schon bei seinen Filmen „Nordwand“ und „Goethe“, dass ihm sowohl historische Stoffe als auch optisch bestechende, spektakuläre Breitwand-Blockbuster liegen. Auch wenn im zweiten Drittel des Films – bei der Reise von Rob in die alte Welt des Orients – der erzählerische Fluss ein wenig ins Stocken gerät, erweist sich „Der Medicus“ als großartig unterhaltendes Popcorn-Kino mit brillanter Optik auf internationalem Top-Niveau.

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider


Regie:

  • Philipp Stölzl

Darsteller:

  • Stellan Skarsgård
  • Emma Rigby
  • Ben Kingsley
  • Olivier Martinez
  • Elyas M’Barek
  • Tom Payne
  • Michael Jibson
  • Stanley Townsend
  • Mohamen Mehdi Ouazanni
  • Dominique Moore
  • Michael Marcus
  • Fahri Yardim

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2 Comments so far »

  1.  

    Lorenz Lorenz said

    Januar 8 2014 @ 21:18

    Fand ich super, vor allem, wie realistisch das Leben und die Atmosphäre im Orient des Mittelalters darsgestellt wurde. Absoluter Tipp! Und die Besetzung ist mehr als Exquisit!

  2.  

    Jan Kliemann said

    Januar 10 2014 @ 00:58

    Eine gute Zusammenfassung. Nur ein kleiner Hinweis: Croft stirbt im Film nicht. Ich weiß nicht mehr, wie es im Buch war (es ist 10 Jahre her, dass ich es gelesen habe), aber im Film bestreitet er die Endsequenz…

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