Delta Farce

Delta Farce FilmkritikKann man über den Irakkrieg eine Komödie machen? Sicher, und zwar eine, die gar nicht im Irak, sondern in Mexiko spielt! Klingt verwirrend, ist es aber nicht. In C. B. Hardings Actionkomödie mit den Hollywood-Stars DJ Qualls und Danny Trejo wähnen sich drei unfreiwillig in der Armee gelandete US-Amerikaner im irakischen Kriegsgebiet, obwohl sie sich in Mexiko befinden. Ob diese Prämisse für einen zumindest hinreichend unterhaltsamen Film reicht, könnt ihr in nachfolgender Kritik lesen, die garantiert nicht als Farce zu verstehen und zudem auch für Pazifisten geeignet ist

Tortillas statt Blaue Bohnen
Irgendwie hatte sich das Larry (Larry the Cable Guy) ganz anders vorgestellt, als ihm seine Freundin ihre Schwangerschaft gesteht. Anstatt ihn zu heiraten und mit ihm eine Familie zu gründen, lehnt sie in aller Öffentlichkeit seinen Heiratsantrag ab und verlässt ihn. Der sichtlich geschockte und frustrierte Larry verliert daraufhin die Nerven und seinen Job.
Was tun? Am besten sich abreagieren! Er fährt mit seinen nichtsnutzigen Freunden Bill (Bill Engvall) und Everett (DJ Qualls) in ein Trainingslager der amerikanischen Armee und tobt sich so richtig aus.

Möglich macht diese Form des Aggressionstrainings der Umstand ihrer Reservisten-Zugehörigkeit. An sich eine prima Sache, wäre da nicht der Mangel an frischen Soldaten für den Irakkrieg. Das Unheil dräut in Gestalt des knallharten Sergeant Kilgore (Keith David), der dem Trio zur Beförderung an vorderste Front im Kriegsgebiet gratuliert. Abflug: Sofort! Wenig später finden sich die Freunde an Bord einer Transportmaschine wieder. Durch eine Verkettung von Zufällen landen Larry, Bill und Everett in Mexiko, gehen jedoch davon aus, sich bereits im Irak zu befinden.

Auf dem vermeintlichen Weg nach Falludschah retten sie die Bewohner eines Dorfes vor den räuberischen Schergen eines Gangsterbosses. Diese feiern sie daraufhin als Helden, was den drei Gringos sichtlich behagt. Problematisch wird es, als die Gangster mit Verstärkung zurückkommen und Larry beim Verputzen von Tortillas ihren fatalen Irrtum bemerkt. Schließlich hatten sie auf das Anrücken der US-Armee vertraut und sehen sich plötzlich ganz auf sich alleine gestellt …

Carlos Santana … Sänger oder Gangsterboss?
Um es vorwegzunehmen: Das Originellste an „Delta Farce“ ist die Prämisse, die da lautet: Was, wenn drei nicht besonders helle US-Soldaten statt im Irak in Mexiko landen und gar nicht wissen, welchem Irrtum sie aufsitzen? Aus diesem komödiantischen Potenzial bezieht der Film anfangs die meisten Gags. Und: Diese sind verblüffend gut gelungen! Zugegebenermaßen gewinnt das Drehbuch selbst keinen Originalitätspreis: Ob es den Amerikanern gelingen wird, den Gangsterhorden Paroli zu bieten ist ebenso vorhersehbar wie die „Liebesgeschichte“ zwischen Larry und Maria Garcia (Marisol Nichols), der schönen Tochter des Bürgermeisters des Kaffs.

Doch um die Story selbst geht es bei solchen Komödien meist auch gar nicht. Hier zählen die Anzahl und Trefferquote der Gags, und dabei schneidet „Delta Farce“ überraschend gut ab. Zwar finden sich – beinahe unvermeidlicherweise – Witzeleien über Homosexuelle wieder. Aber diese werden dermaßen absurd eingesetzt, dass sie zum Lachen reizen. Beispielsweise muss in einer Szene Sergeant Kilgore zum „Sonny and Cher“-Hit „I Got You Babe“ ein Duett mit einem schwulen Banditen schmettern.

Abseits obligatorischer Randgruppen-Gemeinplätze finden sich dennoch genug satirische Seitenhiebe auf das Militär sowie die US-amerikanische Gesellschaft der Gegenwart. Nicht alle Gags glücken restlos. Aber die meisten sitzen, passen und haben Luft.

Einen „Running Gag“ bildet der Name des Anführers der Gangsterbande. Dieser heißt nämlich Carlos Santana! Mit dem Gitarrenvirtuosen hat dieser von Routinier Danny Trejo verkörperte Gauner freilich nicht vieles gemeinsam.

„Road Trip“ nach Mexiko
Mit DJ Qualls verschlägt es einen weiteren, allerdings jüngeren Bekannten der Filmwelt in die „Delta Farce“-Einheit. Berühmt wurde er als hoffnungslos naiver Teilnehmer am „Road Trip“, der einen besonders liebevoll zubereiteten Pfannkuchen genussvoll verschlang. Er ist gewissermaßen der Trottel vom Dienst, schafft es aber dennoch den Zuschauer nicht allzu sehr zu nerven. Dafür sorgen als ausgleichende Ruhepole der als „Larry the Cable Guy“ bekannte Daniel Whitney und Bill Engvall.

Einen Gastauftritt absolviert der Komiker Jeff Dunham. Außerhalb der USA erlangte er für seine umwerfend komische Bauchrednernummer mit der Puppe „Achmed, the dead Terrorist“ Popularität.

Trotz einiger Fäkalwitze erweist sich „Delta Farce“ – das offizielle Cover des Filmes versteht sich als ironische Anspielung auf „Full Metal Jacket“ – als weitestgehend gewaltfreie Actionkomödie mit vielen gelungenen Gags. In die Filmgeschichte wird der Streifen aller Voraussicht nach nicht eingehen. Doch wer für rund neunzig Minuten Zerstreuung und harmlose Unterhaltung sucht, kann mit diesem Film nichts verkehrt machen.


Darsteller

  • Larry the Cable Guy … Larry
  • Bill Engvall … Bill
  • DJ Qualls … Everett
  • Keith David … Sergeant Kilgore
  • Danny Trejo … Carlos Santana
  • Marisol Nichols … Señorita Maria Garcia
  • Lisa Lampanelli … Connie
  • Jeff Dunham … Amazing Ken

Regie
C. B. Harding

Produktionsland, Jahr
USA, 2007

Delta Farce Trailer


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