Archive for W

Winterdieb Kritik

winterdieb filmkritikSimon ist zwölf Jahre alt und lebt mit seiner jungen Mutter Louise in ärmlichen Verhältnissen in einem Industriegebiet eines Schweizer Tals. Er macht sich täglich auf den Weg vom Tal hinauf ins verschneite Skigebiet, um dort die wohlhabenden Touristen zu bestehlen. Anschließend verkauft er das Diebesgut an die Kinder seines Wohnblocks. Simon krallt sich alles, was ihm zwischen die Finger kommt: Handschuhe, Helme, Brillen, Skier und sogar Sandwiches. Er erzielt damit ein bescheidenes, aber regelmäßiges Einkommen. Aber Simon klaut diese Sachen nicht etwa, um sich davon PC-Games oder DVDs zu kaufen. Er kauft von dem Geld lebensnotwendige Dinge wie Milch, Brot und Klopapier. Während sich seine Mutter lieber mit fremden Männern herumtreibt und Simon vor ihnen stets als ihren kleinen Bruder ausgibt, muss der Junge für deren Unterhalt sorgen. Seine Machenschaften nehmen mit der Zeit aber immer größere Ausmaße an. Louise, die vor kurzem ihre Stelle verloren hat, profitiert davon und wird immer abhängiger von ihrem Sohn. Bis die Situation zu eskalieren droht. Weiter lesen »

Winter’s Bone Filmkritik

Winters-Bone-HauptplakatEs sind doch immer wieder die kleinen Independent-Filmperlen, die den großen, glitzernden und starbesetzten Hollywood-Produktionen bei der Oscar-Verleihung zumindest kurz die Schau stehlen. Das war in den letzten beiden Jahren mit „The Wrestler“ (2009) und „Precious“ (2010) so, und auch in diesem Jahr sorgte ein kleines aber feines Drama für Aufsehen bei der 83. Oscar-Verleihung. Gleich für vier Oscars war Debra Garniks Film „Winter’s Bone“ nominiert, darunter für die Preise als bester Film und das beste adaptierte Drehbuch. Zwar ging der Film bei den Oscars leer aus, doch allein die vier Nominierungen ließen Kritiker und Publikum aufhorchen. Dabei hatte der Film bereits im vergangenen Jahr einige der wichtigsten Preise für Independent-Filme abgeräumt, darunter den großen Preis der Jury beim Sundance Film Festival. Garnik gelang dies mit einem beeindruckenden und intensiven Film (als Vorlage diente der gleichnamige Roman von Daniel Woodrell) ohne hohes Budget und bekannte Namen. Ein Film über das Elend der in den Wäldern der Südstaaten lebenden Landbevölkerung und die Standhaftigkeit einer jungen Frau, die für ihre Familie über Grenzen geht und das verwandtschaftliche Gestrüpp aus Lügen, Ausflüchten und Bedrohungen zu lichten versucht. Weiter lesen »

World Invasion Battle Los Angeles HauptplakatGibt es sie nun oder nicht? Die Rede ist nicht von Weihnachtsmännern oder dem Osterhasen, sondern von UFOs. Angeblich ist die US-Regierung jedoch ohnehin bestens unterrichtet, was den Besuch außerirdischer Lebensformen auf diesem Planeten anbelangt, und sogar Kontakte zu den E.T.s sollen gepflegt werden. Verschwörungstheorien oder pure Realität: In Jonathan Liebesmans Science-Fiction-Film „World Invasion: Battle Los Angeles“ werden die schlimmsten Befürchtungen wahr, als hunderte UFOs auf der Erde landen und deren Crewmitglieder damit beginnen, unsere Städte in Wüsten umzuwidmen.

Doch kann der auf realen Ereignissen über Los Angeles im Kriegsjahr 1942 basierende Actionkracher auch ohne verschwörungstheoretischen Bonus überzeugen? Weiter lesen »

Walhalla Rising Filmkritik

Ein Wikingerfilm aus Dänemark – wie überraschend! Oder etwa doch nicht? Was zunächst nach einer klaren Angelegenheit aussieht – raue Wikingergesellen, düstere Landschaften, dreckige Kämpfe – wandelt sich in ein philosophisch angehauchtes Autorenkino. „Walhalla Rising“ entzieht sich dem Mainstream und stellt quasi die Antithese zu „Königreich der Himmel“ oder „Der 13. Krieger“ dar. Obwohl auch hier viel Blut fließt und ansatzweise das Gift des Pathos durchlinst, inszenierte der Däne Nicolas Winding Refn einen ungewöhnlichen Abenteuerfilm, der mit „Apocalypse Now“ mehr am Hut hat, als mit tranigen Historienepen der vergangenen Jahre.

Alsdann: Erhebt euch, nehmt die gehörnten Helme von euren Häuptern und lauschet den Worten eures hoffentlich noch weit vom Eintritt in Walhall entfernten Filmkritikers! Weiter lesen »

Wasting Away - Zombies sind auch nur Menschen FilmkritkZombies sind auch nur Menschen! Diese dem deutschen Untertitel zu verdankende Weisheit fasst die Plotidee hinter „Wasting Away“ prägnant zusammen. Tatsächlich entwickelte sich der von Matthew Kohnan inszenierte Streifen auf diversen Festivals zum Publikums- und Jury-Hit, heimste unter anderem beim Internationalen Film Festival in Stiges den Preis für den besten Film ein und erwies sich beim deutschen Fantasy Filmfest 2009 als Renner. Ob die Zombie-Komödie mit Neo-Klassikern wie „Shaun of the Dead“ mithalten kann oder völlig überschätzt wird, erfahrt ihr in nachfolgender, putzmunterer Kritik. Weiter lesen »

Westworld (1973)

Computer spielen verrückt und programmieren menschenähnliche Androiden darauf, Menschen zu töten. Klarer Fall: „Terminator“! Oder etwa doch nicht? Rund ein Jahrzehnt vor James Camerons apokalyptischer Filmreihe entwickelte ein anderer Visionär das Konzept des technischen Zauberlehrlings, dessen eigene Kreation ihm zum Verhängnis wird. Michael Crichtons „Westworld“, zu dem er nicht nur das Drehbuch beitrug, sondern auch Regie führte, gilt längst als Klassiker des Science-Fiction-Genres.

Ob der Klassiker inzwischen hoffnungslos angestaubt ist oder selbst nach vielen Jahren noch mit seinem Plot überzeugen kann, erfahrt ihr in nachfolgender, garantiert von Menschenhand verfasster Kritik. Oder steckt doch ein raffiniertes Computerprogramm hinter dieser Rezension? Wer weiß, wer weiß … Weiter lesen »

Wrong Turn 3: Left For Dead

Wrong-Turn-3-Left-For-DeadEinmal falsch abgebogen und schon wird man von kulinarisch fehlgeleiteten Hillbilly-Mutanten gehetzt. Dieses glücklicherweise rare Schicksal widerfuhr 2003 einer Gruppe ausgesucht attraktiver Jugendlicher im Splatterstreifen „Wrong Turn“. Aufgrund des Erfolges waren Fortsetzungen natürlich unvermeidbar, sodass die Filmreihe inzwischen beim dritten Teil angelangt ist. Im Gegensatz zum Original erblickten die Sequels jedoch nie das Licht der Kinoleinwand, sondern wurden direkt auf DVD veröffentlicht, was mitnichten als Ritterschlag zu verstehen ist.

Ob der 2009 von Declan O’Brien inszenierte „Wrong Turn 3: Left For Dead“ zumindest veritable Genrekost darstellt oder gänzlich ungenießbar ist, wird in nachfolgender auch für Vegetarier geeigneter Kritik enthüllt. Weiter lesen »

Wall-E – Der letzte räumt die Erde auf

Wall-E Der letzte räumt die Erde aufRoboter sind zwar untrennbar mit dem Science-Fiction-Genre verbunden, doch reicht die Faszination gegenüber künstlich geschaffenen Wesen, die dem Menschen dienen, Jahrhunderte weit zurück. Kein Wunder also, dass sich Hollywood seit jeher dieser Thematik angenommen und sie mal romantisiert-naiv, mal extrem düster, wie etwa in den „Terminator“-Filmen, aufgegriffen und verarbeitet hat. In “Wall-E – Der letzte räumt die Erde auf” wird die Thematik mit viel Humor und einer familiengerechten Verpackung präsentiert. Es folgt die ausführliche Film-Rezension… Weiter lesen »