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Raum Kritik

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Als junges Mädchen wurde die damals zehnjährige Joy (Brie Larson) von Nick (Sean Bridgers) entführt, der sie seitdem in einem kleinen Schuppen im Garten gefangen hält. Joy ist mittlerweile 17 und hat sich scheinbar mit ihrem Schicksal abgefunden. Zumal sie nicht allein im Schuppen ist: sie zieht dort ihren Sohn Jack (Jacob Temblay) auf, das Ergebnis der unzähligen Vergewaltigungen durch ihren Entführer. Trotz aller dramatischen Umstände empfindet sie Liebe für ihren Sohn und möchte ihm die Zeit in dem engen Raum so angenehm wie möglich gestalten. Um den Schein der heilen Welt zu wahren, erzählt sie Jack, dass alles außerhalb des Schuppens nicht wirklich existiere. Real sei nur die Welt darin. Sie erzählt ihm Geschichten wie „Alice im Wunderland“ und tut alles, dass er die Wahrheit nicht erfährt. Im Laufe der Zeit jedoch gelingt es Joy immer weniger, diese brüchige Fassade aufrecht zu erhalten. Sie denkt an Flucht und hat auch schon eine Idee, wie dies funktionieren könnte. Weiter lesen »

Robot & Frank Kritik

Der seit 30 Jahren geschiedene Frank (Frank Langella) gehörte einst zu den gefürchtetsten und berühmtesten Juwelendieben Amerikas. Kein Klunker war vor ihm sicher. Doch diese „gute, alte Zeit“ liegt lange zurück. Heute ist Frank ein alter, verbitterter Einzelgänger, der mittlerweile so dement ist, dass er schon mal in sein eigenes Haus einbricht. Sein Alltag besteht darin, aus Spaß unnütze Dinge wie geschnitzte Deko-Seifen mitgehen zu lassen und der örtlichen Bücherei einen Besuch abzustatten. Als ihm sein Yuppie-Sohn Hunter (James Marsden) einen Haushalts- und Pflege-Roboter aufzwingt, gerät sein Alltag gewaltig durcheinander. Er kann zu Beginn nicht viel mit der liebenswerten Blechbüchse anfangen, die ihn seiner Meinung nach nur bemuttert und zur Last fällt. Frank möchte sich seinen Alltag nicht von einer künstlichen Intelligenz diktieren lassen. Bald dämmert ihm jedoch, dass so ein Roboter doch zu wesentlich mehr taugt als nur zu einer Haushaltshilfe. Er beginnt damit, den Roboter als Komplizen bei seiner größten Leidenschaft einzusetzen: dem Stehlen. Weiter lesen »

Red Lights Kritik

Red-LightsMit dem Psychothriller „Red Lights“ versucht das spanische Regie-Wunderkind Rodrigo Cortés, sich nun auch in Hollywood zu etablieren. Die Erwartungen sind hoch: Vor zwei Jahren sorgte sein klaustrophobischer Thriller „Buried – Lebendig begraben“ mit Ryan Reynolds in der Hauptrolle weltweit für Furore. Der Film, der 90 Minuten lang das Leid eines in einem Holzsarg lebendig begrabenen LKW-Fahrers zeigt, wurde von der Kritik und vom Publikum („Buried“ spielte das Sechsfache seiner Produktionskosten ein) gleichermaßen euphorisch aufgenommen. Nach diesem Welterfolg dauerte es nicht lange, bis sich die Traumfabrik bei Cortés meldete. Anfang 2011 war es dann soweit: von Februar bis April durfte Cortés seinen ersten Film mit Traumbesetzung und Riesenbudget drehen. Das Ergebnis ist der Psychothriller „Red Lights“, der sich mit der Aufdeckung und Entlarvung paranormaler Phänomen befasst und nun auch in den deutschen Kinos startet. Leider gelingt es Regisseur Cortés mit diesem Werk jedoch nicht, an die Klasse und Qualität von „Buried“ anzuknüpfen. Der zwar handwerklich einwandfrei umgesetzte Film enttäuscht mit seinen zerfahrenen, konfusen Mystery-Elementen in der zweiten Filmhälfte und einem arg überzogenen Finale. Weiter lesen »

Rosemaries Baby Kritik

Die Filme des polnischen Regisseurs Roman Polanski zeichnen sich zu einem Großteil durch die starke emotionale Bindung aus, die zwischen dem Zuschauer und der Hauptfigur entsteht. Polanski ist ein Meister darin, sich seinen Protagonisten auf affektiver Ebene zu nähern und klaustrophobische und beängstigende Bilderwelten für deren zerrüttetes Innenleben zu kreieren. Schon 1965 – drei Jahre vor „Rosemaries Baby“ – bewies Polanski mit seinem verstörenden Psychothriller „Ekel“ sein Talent für surreale, traumhafte Bilder, die zum Spiegel für die menschliche Seele werden. Weiter lesen »

„Robin Hood – Der König der Diebe“ gilt heute – 20 Jahren nach seinem Entstehen – zweifelsfrei als Klassiker des modernen Abenteuer-Kinos. Auf höchst unterhaltsame Art verbindet der Film realistisch inszenierte, rasante Action und überzeugende schauspielerische Leistungen mit leisem Humor und gezielt eingesetzter Ironie. Insofern kann „Robin Hood“ heute auch als Vorreiter vieler monumentaler Historien- und Abenteuerfilme angesehen werden, die in den darauffolgenden Jahren auf ähnliche Weise versuchten, historische Stoffe mit Popcorn-Unterhaltung zu verbinden, so z.B. „Alexander“ (2003) oder „Troja“ (2004). Regisseur Kevin Reynolds gelang es mit seinem Film, die legendären, beliebten Abenteuer rund um Robin Hood zu entstauben und in einer modernen, dem Massengeschmack angepassten Neuverfilmung ein Millionenpublikum für den Mythos neu zu begeistern. Weiter lesen »

Real Steel Kritik

„Rocky meets Transformers“ – mit einer Mischung aus Sport-Drama und CGI-Popcorn-Kino versucht das produzierende Filmstudio Dreamworks, das Beste aus beiden Filmen zu verbinden. Schon jetzt steht fest: Die Chancen für Shawn Levys Science Fiction-Drama, ein Kassenknüller zu werden, stehen reichlich gut. Levy und sein Team liefern das, was in erster Linie männliche Zuschauer beim Gang ins Kino erwarten: knallharte Action, realistische Fights und bestechende Computer-Effekte. Neben all der Action und den glänzend choreographierten Kämpfen bietet „Real Steel“ darüber hinaus einen Vater-Sohn-Konflikt, der als eigentlicher Kern der Handlung der Story emotionale Tiefe verleiht. Dies ist der zweitbeste Grund, weshalb der Film wohl nicht nur für Männer von Interesse sein dürfte. Der erstbeste: Hugh Jackmann. Weiter lesen »

Red Riding Hood Kritik

red-riding-hoodRegisseurin Catherine Hardwicke sorgt 2008 mit ihrer Verfilmung des ersten Romans der „Twilight“-Reihe von Stephenie Meyer, „Biss zum Morgengrauen“, für einen weltweiten Boom des Genres Vampirfilm, teenie-gerecht und mainstream-kompatibel als Fantasy-Liebes-Schmonzette umgesetzt. Keine andere Regisseurin in Hollywood konnte mit einem Film an den Kinokassen mehr einspielen als Hardwicke mit „Twilight“. Der Vampirfilm-Virus grassiert bis heute und zieht allen voran die weiblichen Teenager in ihren Bann. Die logische Konsequenz: Zwei weitere, überaus erfolgreiche Verfilmungen („New Moon“, „Eclipse“) folgten und Vampir-Serien wie „True Blood“ oder „Vampire Diaries“ erzielen mit ihrer Mischung aus Horror- und Fantasy-Elementen auf der einen und Liebesfilm-Motiven auf der anderen Seite die höchsten Einschaltquoten. Mit welchen filmischen Zutaten Hardwicke diesen Erfolg erreichen konnte? Man nehme ein wenig Herzschmerz, eine ordentliche Portion Fantasy und hübsch anzusehende Hauptdarsteller, denen die Teenie-Herzen reihenweise zufliegen, und fertig ist der weltweite Bestseller. Einen erfolgreichen Blockbuster ähnlichen Kalibers möchte Hardwicke nun auch mit ihrer Verfilmung des klassischen Grimmschen Märchenstoffs von Rotkäppchen und dem bösen Wolf landen. „Red Riding Hood“ ist ihr erster Film seit „Twilight“. Weiter lesen »

Reykjavik Whale Watching Massacre Filmkritik
Mit Geysiren und Vulkanen ist die isländische Insel reichlich gesegnet. Erst 2010 beglückte der Vulkan Eyjafjallajökull Resteuropa mit einem charmanten Ausbruch, der zumindest für ein paar Tage angenehme Weltuntergangsszenarien ermöglichte, ehe sich die Aschewolken wieder verdünnisierten. Im Filmbereich konnte sich Island bislang international jedoch nicht behaupten.

2009 schickte sich deshalb Júlíus Kemp an, die Welt mit dem ersten isländischen Horrorfilm zu überraschen. „Reykjavik Whale Watching Massacre” lief folglich als Uni- wie auch Kuriosum auf diversen Festivals und sorgte für gemischte Rezensionen. Ob sich das Slasher-Movie als sehenswert entpuppt oder es doch spannender wäre, eineinhalb Stunden lang Walen beim Planschen zuzugucken, erfahrt ihr in nachfolgender Kritik. Weiter lesen »

Resident Evil: Afterlife Filmkritik

Die Zombies kehren in 3D zurück und haben immer noch Appetit auf Menschenfleisch. Grund genug für Milla Jovovich, den unartigen Jungs liebevoll den Kopf wegzupusten. „Resident Evil: Afterlife“ – immerhin bereits Teil 4 der Serie – springt auf den fahrenden Zug des 3D-Trends auf und präsentiert Wurfgeschosse und platzende Schädeldecken hautnah wie nie zuvor. Mahlzeit!

Nach den beiden vorangegangenen, äußerst dürftigen Sequels begibt sich Paul W. S. Anderson in die Dritte Dimension. Aber reicht das, um der Serie den längst nötigen frischen Schwung zu verleihen? Weiter lesen »

Robin Hood (2010)

Wer kennt ihn nicht, jenen verwegenen Helden in Strumpfhosen, stets Pfeil und Bogen mit sich führend, einen kecken Spruch auf den Lippen, Liebling der Unterdrückten und der Frauen? Und wer hegt nicht zumindest heimlich Sympathien für seinen Kampf gegen Ungerechtigkeiten und Ausbeutung? Robin Hood zählt neben Dracula zu den wohl am öftesten verfilmten Heldenstoffen. Gleich dem weniger sympathischen Blutsauger aus Transsylvanien tendieren die Fakten hinter dem modernen Mythos gegen Null. Einerlei: Ob in Stummfilmversionen oder Mel-Brooks-Adaptionen, ob von Errol Flynn oder Kevin Costner verkörpert – Robin Hood zieht immer! Schließlich ist alleine sein Name weltweit bekannt.

Als sich die englische Regielegende Ridley Scott einer Neuverfilmung annahm, war die Skepsis groß: Würde es dem mittlerweile geadelten Schöpfer bizarrer Welten à la „Blade Runner“ gelingen, dem Stoff irgendetwas Neues abgewinnen zu können? Oder würde sich seine Version letztendlich nur als weitere nette, aber belanglose Verfilmung in die Riege ähnlicher Projekte einreihen? Nun denn, lasset das Turnier um die Gunst der Zuschauer beginnen! Weiter lesen »