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Fences Kritik

Troy Maxson (Denzel Washington) lebt im Pittsburgh der 50er-Jahre. Er führt ein einfaches Leben, versucht seiner Familie aber dennoch Beste zu bieten. Was nicht immer einfach ist, denn als Müllmann verdient man nicht viel. Troy aber ist ein Kämpfer, weshalb er auch versucht, bei seinem Arbeitgeber durchzusetzen, dass er ans Steuer des Müllautos darf. Ein Recht, dass sein Arbeitsgeber eigentlich nur Weißen zugesteht. Die Rassenproblematik beschäftigt Troy oft, denn seiner Ansicht nach wurde er aufgrund seiner Hautfarbe einst an einer erfolgreichen Baseball-Karriere gehindert. Er war ein talentierter Spieler und bis heute hat er es nicht verwunden, dass es mit der erfolgreichen Profi-Karriere nicht geklappt hat. Troys innerer Konflikt wird noch verstärkt, als sein Sohn Cory (Jovan Adepo) die Chance erhält, auf dem College Football zu spielen. Troy erlaubt ihm jedoch nicht, das College zu besuchen. Er will verhindern, dass Cory ebenso enttäuscht wird, wie er damals. Doch ist das der wahre Grund? Der Beginn eines zermürbenden Familienstreits. Weiter lesen »

Francofonia Kritik

Francofonia kritikUm die Geschichte und Bedeutung des Louvre, eines der größten und wichtigsten Kunstmuseen der Welt, geht es dem russischen Regisseur Alexander Sokurov u.a. in seinem neuen Film. Aber der poetisch-geistreiche, essayistische Film ist mehr als nur eine Hommage an eines der bedeutendsten Gedächtnisse und Bewahrer (eine der zentralen Aufgaben eines Museums) der europäischen Kunst und Kunstgeschichte. Wer Sokurov kennt weiß, dass seine Filme oft voller Querverweise, Anspielungen und Assoziationen stecken und der Zuschauer aufgefordert wird, sich Gedanken und ein eigene Bild über die Geschehnisse zu machen. So ist dies auch bei seinem neuen Film der Fall. „Francofonia“ stellt zudem die Frage nach dem Zusammenhang und Abhängigkeitsverhältnis von Kunst und Politik und wozu die Gier nach Kunstschätzen und Macht die Menschen treiben kann. Den inhaltlichen und erzählerischen Aufhänger des Films bildet die wahre Geschichte um die Beziehung zwischen dem damaligen Louvre-Direktor Jacques Jaujard (Louis-Do de Lencquesaing) und dem Wehrmachtsoffizier und Kunsthistoriker Franz Wolff-Metternich (Benjamin Utzerath). Weiter lesen »

Familienfest Kritik

familienfest filmkritikPünktlich zum 70. Geburtstag des Familienoberhaupts Hannes Westhoff (Günther Maria Halmer), findet sich die komplette Familie in der üppigen Villa zusammen. Westhoff war einst ein erfolgreicher, gefeierter Pianist, der nun die Möglichkeit nutzen will, seine in alle Winde verstreute Familie um sich zu scharen. Darunter u.a. die drei Söhne Max (Lars Eidinger), Gregor (Marc Hosemann) und Frederik (Barnaby Metschurat), Hannes’ zweite Ehefrau Anne (Michaela May) oder auch Renate (Hannelore Elsner), die erste Frau des Patriarchen und Mutter der drei Söhne. Schon bald wird deutlich, dass viele Ereignisse und Vorfälle aus der Vergangenheit noch nicht verarbeitet sind, alte Wunden reißen auf und verdrängte Traumata brechen sich Bahn. Am Ende sorgt eine tragische, unerwartete Neuigkeit dafür, dass die ohnehin angespannte und gereizte Atmosphäre, weiter zu eskalieren droht. Weiter lesen »

Fassbinder Kritik

FassbinderEr war neben Volker Schlöndorff und Wim Wenders der wichtigste Regisseur der Bewegung “Neues deutsches Kino” in den 70er-Jahren und gilt bis heute als der produktivste (er drehte bis zu sieben Filme in einem Jahr) deutsche Filmemacher: Rainer Werner Fassbinder, der Anfang der Achtziger mit nur 37 Jahren aufgrund von Überarbeitung und seines jahrlangen, exzessiven Drogen- und Alkoholkonsums verstarb. Viele seiner Filme sind heute Klassiker, darunter Werke wie “Angst essen Seele auf” (1974), “Die Ehe der Maria Braun” (1979) oder “Lili Marleen” von 1981. Spätestens mit seinem TV-Mehrteiler des als unverfilmbar geltenden Döblin-Romans “Berlin Alexanderplatz” wurde Fassbinder unsterblich. Weiter lesen »

Foxcatcher Kritik

Foxcatcher1986 befindet sich der Ringer Mark Schultz (Channing Tatum) in einer Sinnkrise. Zwei Jahre zuvor gewann er zwar die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in L.A., doch seitdem geht es in seinem Leben nicht vorwärts: sein Alltag besteht aus der immer gleichen Routine aus Training, das ihn zunehmend langweilt, und Vorträgen, die er an Sporthochschulen und Unis hält. Wie gerufen kommt da das Angebot des Multi-Millionärs und Sport-Fans John du Pont, der Mark anbietet, zu ihm auf die Farm zu ziehen um dort dem neuen Ringer-Trainingszentrum “Foxcatcher” beizutreten. Du Ponts Ziel ist es, Mark bei den nächsten Spielen 1988 in Seoul erneut zu Gold zu verhelfen. Kurz darauf gelingt es Mark, auch seinen Bruder Dave (Mark Ruffalo), ins Team zu holen. Als sich der erhoffte Erfolg in Seoul nicht einstellen will, wachsen die Spannungen der Männer untereinander und es kommt schließlich zur Tragödie: zum Mord an Dave durch du Pont. Weiter lesen »

Freiland Kritik

FreilandBankenkrisen, Eurobonds und pleite gegangene Staaten haben Europa in den letzten Jahren arg zu schaffen gemacht. Immer wieder sorgte das Fehlverhalten einiger weniger, in Wirtschaft und Politik mächtiger Personen, für große gesellschaftliche Schäden. Davon hat der Lehrer Niels (Aljoscha Stadelmann) endgültig die Nase voll. Kurzerhand setzt er auf einem verlassenen Herrschaftssitz in Brandenburg das um, wovon viele träumen, aber niemand es doch wirklich zu tun wagt: Niels gründet seinen eigenen Staat: Freiland. In Freiland gibt es eigene Pässe, Ministerposten, ja sogar eine eigene Hymne, im staatseigenen neuen Rundfunk ausgestrahlt. So sehr sich Niels anfangs in der ungewohnten Rolle als Staatschef gefällt – die mit der Rolle einhergehenden Befugnisse und Machtansprüche wachsen ihm schon bald über den Kopf. Und kurz darauf folgen bereits die ersten Staatskrisen in Freiland: Das Geld wird knapp und die Bewohner werden immer unzufriedener. Weiter lesen »

Finding Vivian Maier Kritik

Finding Vivian Maier FilmkritikDem Filmemacher John Maloof ist es zu verdanken, dass die Welt einen Blick auf die Kunst einer Frau werfen darf, die längst verstorben ist und selber die ganze Aufregung um sich und ihre Bilder wohl nur ungern miterlebt hätte: die Straßenfotografin und Foto-Künstlerin Vivian Maier. “Finding Vivian Maier” erzählt von dem Versuch, das Rätsel um eine bereits verstorbene, mysteriöse Künstlerin zu lösen, von der fast nichts bekannt ist und die zeitlebens alles dafür tat, ihre großartigen Kunstwerke unter Verschluss zu halten. Der Film ist eine spannende, dramaturgisch ausgefeilte Spurensuche, die 80 Minuten lang fesselt und die Bilder der Künstlerin Vivian Maier einem breiten Publikum näher bringt. Weiter lesen »

First Position Kritik

First-PositionDer „Youth America Grand Prix“ zählt zu den renommiertesten Ballett-Talentwettbewerben der Welt. Jedes Jahr treten 5000 Bewerber gegeneinander an, um an die begehrten Stipendien zu gelangen. Wer hier zu den Gewinnern zählt, kann sich berechtigte Hoffnung darauf machen, von Trainern oder Talentsuchern für die bekanntesten und erfolgreichsten Häuser der Welt entdeckt zu werden. Für die Teilnehmer ist Ballett nicht bloß der Plan B im Leben, die Tanzkarriere ist der einzige und einzig wahre Plan. Die jungen Talente verbindet vor allem drei Dinge: Jahrelange schweißtreibende Arbeit, eisenharte Disziplin und der unbändige Wille, bis ganz nach oben zu kommen. Doch am Ende kommen nur 100 Kandidaten ins Finale nach New York, 30 Glückliche werden es am Ende schließlich schaffen. Sechs dieser insgesamt 5000 Tänzer hat die Regisseurin Bess Kargman in ihrer spannenden Dokumentation „First Position“ auf dem steinigen Weg ins Wettbewerbs-Finale begleitet. Weiter lesen »

Fünf Freunde 2 Filmkritik

Fuenf-Freunde-2Endlich sind die Sommerferien da und die fünf Freunde George (Valeria Eisenbart), Dick (Justus Schlingensiepen), Julian (Quirin Oettl), Anne (Neele Marie Nickel) und Hund Timmy machen sich auf zu einer Fahrradtour ins sagenhafte Katzenmoor. Dort soll im 19. Jahrhundert der größte Smaragd der Welt, das „grüne Auge“, versteckt worden sein. Im Wald treffen sie auf den Millionärssohn Hardy (Kristo Ferkic), mit dem sie sich anfreunden. Mit dem Spaß in der Natur ist es jedoch vorbei, als Dick von einem unterbelichteten Gaunerpaar (Oliver Korittke und Stefan Konarske) mit Hardy verwechselt und entführt wird. Die Entführer glauben, dass Hardy beziehungsweise Dick über den Verbleib des Edelsteins informiert ist. Als die Freunde der Spur bis zu einem Zirkus folgen, begeben sie sich unwissentlich auf die Fährte des Grünen Smaragden. Weiter lesen »

Fraktus Kritik

Fraktus FilmkritikVon Westbam und Scooter über Marusha und Blixa Bargeld bis hin zu Dieter Meier von der Schweizer Synthie-Pop-Formation Yello: Die Electronic- und Pop-Szene ist sich einig – Fraktus (gespielt von Heinz Strunk, Rocko Schamoni und Jacques Palminger aka Studio Braun) haben Techno erfunden und vieles im Bereich der elektronischen Musik vorweggenommen. Sie galten als Pioniere aber der ganz große kommerzielle Erfolg blieb ihnen stets verwehrt. Kurz vor dem Durchbruch gingen sie getrennte Wege und verloren sich vor über 25 Jahren aus den Augen. Was ist aus den drei Vollblut-Musikern von Fraktus geworden? Wie verdienen sie heute ihr Geld? Ist vielleicht sogar ein Comeback möglich? Die Dokumentation „Fraktus – Das letzte Kapitel der Musikgeschichte“ spürt die drei in alle Winde verstreuten Musiker auf. Auf Ibiza, in Brunsbüttel und in Hamburg findet Manager und Musikproduzent Roger Dettner (Devid Striesow) die ehemaligen Techno-Urväter. Ihm gelingt das Unfassbare: Dettner gelingt es mit einem Trick, Fraktus wieder zusammen-zubringen und das Feuer neu zu entfachen – zu stark und verlockend ist die Sehnsucht nach Erfolg. Weiter lesen »