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Film Stars don’t die in Liverpool Kritik

Liverpool, 1978: in der englischen Großstadt verliebt sich der ambitionierte Jung-Schauspieler Peter Turner (Jamie Bell) in die fast 30 Jahre ältere ehemalige Hollywood-Diva Gloria Grahame. Grahame erlebte ihre erfolgreichste Zeit in den späten 40er- und frühen 50er-Jahren, für ihre Leistung im Drama „Stadt der Illusionen“ (1952) gewann sie einen Oscar. Nachdem anfänglich alles nach einem harmlosen Flirt zwischen dem Jungen aus der Arbeiterklasse und dem US-Superstar aussieht, entwickelt zwischen den beiden Künstlern allmählich eine ernstzunehmende Beziehung. Nach einer leidenschaftlichen gemeinsamen Zeit zerbricht diese jedoch irgendwann und Peter zieht zurück nach Liverpool. Bis eines Tages sein Telefon klingelt: er soll seine ehemalige große Liebe aus dem Krankenhaus abholen. Im Haus von Peters Eltern, die große Fans der Filme von Grahame sind, soll sich der Filmstar erholen. Was niemand ahnt: sie ist unheilbar an Krebs erkrankt. Weiter lesen »

Für dich soll's ewig Rosen Kriitk

Schon lange kümmert sich Giulio (Carlo Delle Piane) um seine großen Liebe Claudio (Lando Buzzanca). Dieser ist aufgrund einer schweren Krankheit ans Bett gefesselt. Die Beiden haben es alles andere als leicht, denn lange vorbei sind auch die Zeiten, in denen Giulios Poker-Glück das gemeinsame Leben im Luxus finanzierte. Die Geldsorgen sind inzwischen so groß, dass fast das gesamte Inventar des Anwesens, in dem das Paar lebt, verkauft wurde. Claudio ahnt von alledem jedoch nichts, denn Giulio tut alles, um den Schein früherer Zeiten zu wahren. Da Claudio seit langer Zeit das Bett nicht mehr verlassen kann bekommt er schlicht nicht mit, dass z.B. ein Großteil der Möbel bereits veräußert wurde. Doch lange kann Giulio die Illusion nicht mehr aufrecht erhalten. Ihm fehlt die Kraft. Vielleicht haben Giulios Tochter, Valeria (Caterina Murino), und ihr Sohn Marco die rettende Idee? Die Beiden besuchen Giulio und Claudio, doch das Wiedersehen steht unter keinem guten Stern, denn: das Verhältnis zwischen Giulio und seiner Tochter ist belastet. Weiter lesen »

Ferdinand – Geht STIERisch ab! Kritik

Ferdinand Kritik

Ferdinand ist nicht das, was man sich unter einem Jungbullen vorstellt: er ist emotional, sanftmütig und steht am liebsten auf der Weide um an den Blumen zu schnüffeln. Als er eines Tages mit ansehen muss, wie sein Vater abtransportiert wird, nimmt er Reißaus und flieht von seiner Zuchtfarm. Wenig später trifft er auf Nina, die auf einem spanischen Bauernhof lebt. Gemeinsam mit dem Mädchen verbringt er fortan ein ruhiges Leben und wächst über die Jahre zu einem stolzen, aber friedliebenden erwachsenen Bullen heran. Zu einer unerwarteten Katastrophe kommt es eines Tages, als Ferdinand von einer Biene gestochen wird und kurz die Kontrolle über sein Verhalten verliert. Im Dorf hält man ihn nun für einen wild gewordenen, gefährlichen Bullen, weshalb er in eine Stierzuchthaltung abgeschoben wird. Und dann soll er auch noch in der Arena gegen Matadore antreten. Für Ferdinand definitiv der falsche Ort. Mit ein paar anderen Außenseitern schließt er sich zusammen und plant den Ausbruch. Sein Ziel: zurück zu Nina auf den Bauernhof. Weiter lesen »

Fences Kritik

Troy Maxson (Denzel Washington) lebt im Pittsburgh der 50er-Jahre. Er führt ein einfaches Leben, versucht seiner Familie aber dennoch Beste zu bieten. Was nicht immer einfach ist, denn als Müllmann verdient man nicht viel. Troy aber ist ein Kämpfer, weshalb er auch versucht, bei seinem Arbeitgeber durchzusetzen, dass er ans Steuer des Müllautos darf. Ein Recht, dass sein Arbeitsgeber eigentlich nur Weißen zugesteht. Die Rassenproblematik beschäftigt Troy oft, denn seiner Ansicht nach wurde er aufgrund seiner Hautfarbe einst an einer erfolgreichen Baseball-Karriere gehindert. Er war ein talentierter Spieler und bis heute hat er es nicht verwunden, dass es mit der erfolgreichen Profi-Karriere nicht geklappt hat. Troys innerer Konflikt wird noch verstärkt, als sein Sohn Cory (Jovan Adepo) die Chance erhält, auf dem College Football zu spielen. Troy erlaubt ihm jedoch nicht, das College zu besuchen. Er will verhindern, dass Cory ebenso enttäuscht wird, wie er damals. Doch ist das der wahre Grund? Der Beginn eines zermürbenden Familienstreits. Weiter lesen »

Francofonia Kritik

Francofonia kritikUm die Geschichte und Bedeutung des Louvre, eines der größten und wichtigsten Kunstmuseen der Welt, geht es dem russischen Regisseur Alexander Sokurov u.a. in seinem neuen Film. Aber der poetisch-geistreiche, essayistische Film ist mehr als nur eine Hommage an eines der bedeutendsten Gedächtnisse und Bewahrer (eine der zentralen Aufgaben eines Museums) der europäischen Kunst und Kunstgeschichte. Wer Sokurov kennt weiß, dass seine Filme oft voller Querverweise, Anspielungen und Assoziationen stecken und der Zuschauer aufgefordert wird, sich Gedanken und ein eigene Bild über die Geschehnisse zu machen. So ist dies auch bei seinem neuen Film der Fall. „Francofonia“ stellt zudem die Frage nach dem Zusammenhang und Abhängigkeitsverhältnis von Kunst und Politik und wozu die Gier nach Kunstschätzen und Macht die Menschen treiben kann. Den inhaltlichen und erzählerischen Aufhänger des Films bildet die wahre Geschichte um die Beziehung zwischen dem damaligen Louvre-Direktor Jacques Jaujard (Louis-Do de Lencquesaing) und dem Wehrmachtsoffizier und Kunsthistoriker Franz Wolff-Metternich (Benjamin Utzerath). Weiter lesen »

Familienfest Kritik

familienfest filmkritikPünktlich zum 70. Geburtstag des Familienoberhaupts Hannes Westhoff (Günther Maria Halmer), findet sich die komplette Familie in der üppigen Villa zusammen. Westhoff war einst ein erfolgreicher, gefeierter Pianist, der nun die Möglichkeit nutzen will, seine in alle Winde verstreute Familie um sich zu scharen. Darunter u.a. die drei Söhne Max (Lars Eidinger), Gregor (Marc Hosemann) und Frederik (Barnaby Metschurat), Hannes’ zweite Ehefrau Anne (Michaela May) oder auch Renate (Hannelore Elsner), die erste Frau des Patriarchen und Mutter der drei Söhne. Schon bald wird deutlich, dass viele Ereignisse und Vorfälle aus der Vergangenheit noch nicht verarbeitet sind, alte Wunden reißen auf und verdrängte Traumata brechen sich Bahn. Am Ende sorgt eine tragische, unerwartete Neuigkeit dafür, dass die ohnehin angespannte und gereizte Atmosphäre, weiter zu eskalieren droht. Weiter lesen »

Fassbinder Kritik

FassbinderEr war neben Volker Schlöndorff und Wim Wenders der wichtigste Regisseur der Bewegung “Neues deutsches Kino” in den 70er-Jahren und gilt bis heute als der produktivste (er drehte bis zu sieben Filme in einem Jahr) deutsche Filmemacher: Rainer Werner Fassbinder, der Anfang der Achtziger mit nur 37 Jahren aufgrund von Überarbeitung und seines jahrlangen, exzessiven Drogen- und Alkoholkonsums verstarb. Viele seiner Filme sind heute Klassiker, darunter Werke wie “Angst essen Seele auf” (1974), “Die Ehe der Maria Braun” (1979) oder “Lili Marleen” von 1981. Spätestens mit seinem TV-Mehrteiler des als unverfilmbar geltenden Döblin-Romans “Berlin Alexanderplatz” wurde Fassbinder unsterblich. Weiter lesen »

Foxcatcher Kritik

Foxcatcher1986 befindet sich der Ringer Mark Schultz (Channing Tatum) in einer Sinnkrise. Zwei Jahre zuvor gewann er zwar die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in L.A., doch seitdem geht es in seinem Leben nicht vorwärts: sein Alltag besteht aus der immer gleichen Routine aus Training, das ihn zunehmend langweilt, und Vorträgen, die er an Sporthochschulen und Unis hält. Wie gerufen kommt da das Angebot des Multi-Millionärs und Sport-Fans John du Pont, der Mark anbietet, zu ihm auf die Farm zu ziehen um dort dem neuen Ringer-Trainingszentrum “Foxcatcher” beizutreten. Du Ponts Ziel ist es, Mark bei den nächsten Spielen 1988 in Seoul erneut zu Gold zu verhelfen. Kurz darauf gelingt es Mark, auch seinen Bruder Dave (Mark Ruffalo), ins Team zu holen. Als sich der erhoffte Erfolg in Seoul nicht einstellen will, wachsen die Spannungen der Männer untereinander und es kommt schließlich zur Tragödie: zum Mord an Dave durch du Pont. Weiter lesen »

Freiland Kritik

FreilandBankenkrisen, Eurobonds und pleite gegangene Staaten haben Europa in den letzten Jahren arg zu schaffen gemacht. Immer wieder sorgte das Fehlverhalten einiger weniger, in Wirtschaft und Politik mächtiger Personen, für große gesellschaftliche Schäden. Davon hat der Lehrer Niels (Aljoscha Stadelmann) endgültig die Nase voll. Kurzerhand setzt er auf einem verlassenen Herrschaftssitz in Brandenburg das um, wovon viele träumen, aber niemand es doch wirklich zu tun wagt: Niels gründet seinen eigenen Staat: Freiland. In Freiland gibt es eigene Pässe, Ministerposten, ja sogar eine eigene Hymne, im staatseigenen neuen Rundfunk ausgestrahlt. So sehr sich Niels anfangs in der ungewohnten Rolle als Staatschef gefällt – die mit der Rolle einhergehenden Befugnisse und Machtansprüche wachsen ihm schon bald über den Kopf. Und kurz darauf folgen bereits die ersten Staatskrisen in Freiland: Das Geld wird knapp und die Bewohner werden immer unzufriedener. Weiter lesen »

Finding Vivian Maier Kritik

Finding Vivian Maier FilmkritikDem Filmemacher John Maloof ist es zu verdanken, dass die Welt einen Blick auf die Kunst einer Frau werfen darf, die längst verstorben ist und selber die ganze Aufregung um sich und ihre Bilder wohl nur ungern miterlebt hätte: die Straßenfotografin und Foto-Künstlerin Vivian Maier. “Finding Vivian Maier” erzählt von dem Versuch, das Rätsel um eine bereits verstorbene, mysteriöse Künstlerin zu lösen, von der fast nichts bekannt ist und die zeitlebens alles dafür tat, ihre großartigen Kunstwerke unter Verschluss zu halten. Der Film ist eine spannende, dramaturgisch ausgefeilte Spurensuche, die 80 Minuten lang fesselt und die Bilder der Künstlerin Vivian Maier einem breiten Publikum näher bringt. Weiter lesen »