Batman Kritik

Das Erscheinen von „Batman“ im Jahr 1989 wurde von einer bis dahin beispiellos aufwendigen Werbekampagne begleitet. Ein ausgeklügeltes Merchandising-Konzept, die Präsenz einiger der zur damaligen Zeit gefragtesten und bestbezahlten Schauspieler und der Soundtrack von Prince, einem der größten männlichen Popstars der Achtziger Jahre, machten aus „Batman“ einen der größten Kassenerfolge des ausgehenden Jahrzehnts. Und das, obwohl sich Regisseur Tim Burton einen angestaubten und alles andere als angesagten Comic-Helden vornahm: Die letzte „Batman“-Verfilmung lag bereits 23 Jahre zurück und seit den Sechziger Jahren haftete dem dunklen Ritter – bedingt in erster Linie durch die US-amerikanische TV-Serie – der Ruf eines Kindergarten-Helden an. Dies änderte sich in Burtons erster „Batman“-Verfilmung. Der Film zählt dank seiner großartigen Optik, der beklemmenden Atmosphäre und unvergessener schauspielerischer Darbietungen heute zu den besten Comic-Adaptionen aller Zeiten.

Gotham City ist eine dunkle, triste Stadt. Das Verbrechen regiert, der Abschaum der Stadt verwandelt Gotham in einen düsteren Ort voller krimineller Cops, korrupter Politiker und Gangster. In Gotham macht das Gerücht über eine lebensgroße, Menschen terrorisierende Fledermaus die Runde. Das beeindruckt Jack Napier (Jack Nicholson) wenig. Er ist die rechte Hand des örtlichen Syndikatbosses Grissom (Jack Palance) und mindestens ebenso bösartig veranlagt wie sein Boss. Als Napier eines Tages mit ein paar seiner Leute in eine Chemiefabrik einbricht, kommt er zur ersten Begegnung mit der Fledermaus: Batman (Michael Keaton). Im Kampf mit ihm stürzt Napier in einen Bottich mit Chemikalien. Wie durch ein Wunder überlebt er den Sturz und kehrt als entstellter Superschurke mit großen Plänen zurück. Als Joker plant er einen Giftgasangriff auf Gotham City, er will die Stadt und ihre Bewohner ausrotten. Sein Ziel: Rache an Batman, den er für seinen Unfall verantwortlich macht. Batman bleibt nicht viel Zeit…

„Batman“ legte die Latte für alle folgenden Comic-Verfilmungen ungemein hoch: Das eindrucksvolle Setting, die opulenten Bilder von Kameramann Roger Pratt („Troja“, „12 Monkeys“) und der äußerst erfolgreiche Soundtrack von Prince machen aus „Batman“ den vermutlich stärksten Teil der Film-Reihe. Burton verwandelt Gotham in einen depressiven, trostlosen und bedrückenden Ort, in dem Gewalt, Chaos und Verbrechen regieren und die Szenerie bestimmen. Man sehnt sich regelrecht nach einem Helden, nach einer rettenden Instanz, die für Ordnung im Chaos sorgt und die Stadt vom Abschaum befreit. Dabei ist der Held, Batman, alles andere als unbesiegbar, hinter der Maske steckt ein Mensch mit gewöhnlichen Schwächen und Sehnsüchten. Diese „menschliche“, verwundbare Darstellung des Batman stellt eine große Stärke des Films dar und macht es dem Zuschauer nicht schwer, sich in Bruce Wayne alias Batman hineinzuversetzen. Man versteht seine Beweggründe und Motivation, sein Handeln bleibt zu jeder Zeit nachvollziehbar.

Michael Keaton liefert als unnahbarer und mysteriöser Bruce Wayne eine gelungene Darbietung ab. Kein „Batman“-Darsteller sollte bis heute an die Leinwandpräsenz von Michael Keaton heranreichen, nicht einmal Christian Bale. Was er allein mit Gestik und Mimik zu Leisten im Stande ist, beeindruckt auch heute noch, über 20 Jahre später und nach mittlerweile fünf Fortsetzungen. Auch Jack Nicholson, der nach einer Reihe von Flops mit „Batman“ seinen zweiten Frühling erlebte, brilliert. Wie er den Joker als wahnsinnig gewordenen Superbösewicht darstellt, der zudem jeglichen Bezug zur Realität verloren hat und in seiner ganz eigenen bunten und geisteskranken Welt lebt, stellt sogar Heath Ledgers Joker aus „The Dark Knight“ in den Schatten. Nicholson geht seiner Rolle voll auf und mit einer Spielfreunde ans Werk, die in jeder Minute deutlich wird. „Batman“ wurde zu einem seiner größten finanziellen Erfolge. Dank einer vereinbarten Beteiligung am Gewinn nahm Nicholson über 60 Millionen Dollar ein.

„Batman“ besticht durch die dichte Atmosphäre, die eindrucksvolle Optik und seine beiden großartigen Hauptdarsteller. Tim Burtons „Batman“ zählt zum Besten was es im Bereich Comic-Verfilmungen gibt.


Darsteller

  • Michael Keaton
  • Jack Nicholson
  • Kim Basinger
  • Robert Wuhl
  • Pat Hingle
  • Billy Dee Williams
  • Michael Gough
  • Jack Palance
  • Jerry Hall
  • Tracey Walter
  • Lee Wallace
  • William Hootkins

Regie
Tim Burton

Erscheinungsjahr
1989 /Großbritannien / USA

Batman 1989 Trailer


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