Aliens vs. Predator 2

Aliens vs. Predator 2 Kritik„This Time it’s War!“ versprach die Tagline zu James Camerons genialem „Aliens“.
„This Time it’s Gore!“ schien die Prämisse der Strause-Brüder zu lauten, als sie mit „Aliens vs. Predator 2“ Paul Andersons mehr als umstrittenes Crossover „Aliens vs. Predator“ fortsetzten.
Die zwei beliebtesten Killer aus dem Weltraum messen ihre Kräfte, wobei ahnungslose Erdenmenschen zwischen die Fronten geraten und kräftig bluten müssen. Kann dieses Konzept gut gehen? Oder anders gefragt: Ging es nach dem eher missratenen „Aliens vs. Predator“ wenigstens im Sequel gut?

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Im Hinterland hört dich niemand schreien

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Ein Raumschiff der Predator-Rasse wird von einem versehentlich an Bord gebrachten Alien gekapert und stürzt in der kleinen Stadt Gunnison ab. Die sich rasch vermehrende Alien-Brut überlebt den Absturz und hält sich vorläufig in den Wäldern versteckt.
Derweil kehrt Dallas Howard (Stephen Pasquale) nach Gunnison zurück, wird aber nicht gerade freundlich empfangen. Wenig verwunderlich, handelt es sich bei Dallas doch um einen ehemaligen Sträfling.

Während Dallas mit der Ablehnung durch ehemalige Bekannte zu kämpfen hat, landet ein Raumschiff der Predatoren nahe Gunnison. Dem futuristischen Gefährt entsteigt ein Predator, dessen Aufgabe es ist, jegliche Spuren, die zu seiner bzw. der Alien-Rasse führen, zu verwischen. Dummerweise führt seine Jagd auf die Aliens selbige exakt in die Stadt – ein blutiges Massaker beginnt …

Debütantenball(erei)

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Was „Aliens vs. Predator 2“ am Offensichtlichsten von sämtlichen anderen Filmen der „Alien“- sowie „Predator“-Reihe unterscheidet, ist die Besetzung des Regiestuhls. Wie man bei „20th Century Fox“ auf die Idee kam, zwei Regiedebütanten mit der Fortsetzung des extraterrestrischen Goldesels zu betrauen, dürfte zu den großen Rätseln der Filmgeschichte zählen. Nicht zuletzt auch nach einem Blick auf die Ahnengalerie: Ridley Scott, James Cameron, David Fincher, Jean-Pierre Jeunet, John McTiernan.
Nun könnte man argumentieren, die Last auf den Schultern der Strause-Brüder sei enorm gewesen. Doch dem widerspricht die muntere Sorglosigkeit, mit der die beiden Debütanten, die lediglich die Mitarbeit in den Special-Effects-Teams einiger Filme zu Buche stehen hatten, den Mythos der Aliens und Predatoren in Grund und Boden stampfen.

Angeblich seien die Strause-Brüder große Fans der „Alien“-Filme. Urteilt man nach „Aliens vs. Predator 2“, stellt sich große Skepsis ein, ob die Beiden auch nur einen einzigen „Alien“-Film gesehen haben. Denn „Aliens vs. Predator 2“ ist ein gnadenlos schlecht inszenierter Pseudo-Horrorstreifen, der das Licht der Leinwand wohl nie erblickt hätte, wenn er nicht zumindest formal der „Alien“-Reihe zugehörig wäre.

Pappkameraden, die im Dunkeln tappen

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Um so etwas wie eine halbwegs akzeptable Hintergrundgeschichte bemühen sich die Strause-Brüder erst gar nicht. Charaktere werden ebenso rasch eingeführt, wie sie wieder abserviert werden. Gerade im Horrorgenre keine unübliche Erscheinung. Im Gegensatz zu gelungeneren Genrebeiträgen mangelt es „Aliens vs. Predator 2“ jedoch an Sympathieträger. Keine einzige der Filmfiguren wächst dem Zuschauer zumindest ansatzweise ans Herz oder erweckt wenigstens loses Interesse. Die Strause-Brüder verstehen ihre Charaktere als menschliches Schlachtvieh.

Nicht viel besser sieht es mit den außerirdischen Besuchern aus: Versuchte Paul Anderson in „Aliens vs. Predator“ immerhin noch, dem Predator ein Profil zu verleihen, so ist davon in „Aliens vs. Predator 2“ nichts mehr zu merken.
Selbst die Alien-Kreaturen werden auf stumpfe Mörderbestien ohne jeglichen Verstand reduziert.

Diese Beliebigkeit zieht sich wie ein Roter Faden durch den Plot: Ersetzte man die Alien-Kreaturen durch Löwen und das abgestürzte Predatoren-Raumschiff durch einen verunglückten Tiertransporter, würde das Ergebnis im Wesentlichen nicht anders aussehen. Die Entmystifizierung der Alien-Kreaturen, die bereits in Jean-Pierre Jeunets Beitrag zur Filmreihe begonnen hatte, wird hier konsequent zu Ende geführt: „Monster laufen herum und killen Menschen“ als Basisplot.

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Wer sich wenigstens eine üppige Abschlachtplatte erwartet, wird sich ebenso hinters Licht geführt sehen, und das im wortwörtlichen Sinne. Die meisten Kampf- und Angriffsszenen spielen in der Dunkelheit, während es wie aus Kübeln regnet. Und um auch jegliche Spannung oder wenigstens zünftige Splattereffekte im Keim zu ersticken, sorgt der akkordartige Schnitt für Kopfschmerzen und völlige Unkenntnis, was auf der Leinwand gerade passiert. Der eigentliche Höhepunkt des Filmes, die Schlacht zwischen Soldaten und den Außerirdischen, verkommt zu einer banalen, geradezu langweiligen Tötungssequenz, bei der die meisten Menschen ins Gras beißen.

Von ausgefeilter Dramaturgie, langsamem Spannungsaufbau oder interessanten Kameraperspektiven kann bei „Aliens vs. Predator 2“ nicht einmal ansatzweise die Rede sein.

The Show must go on, und in diesem Fall ist es der x-te Aufguss des Themas „Kleinstadtbürger müssen sich gegen Monstren verteidigen“. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, wenn nicht ausgerechnet eine der einstmals brillantesten Filmreihen als Hintergrund dieses B-Movie-Szenarios gewählt worden wäre.

Übrigens trägt „Aliens vs. Predator 2“ im Original den schönen Untertitel „Requiem“. Tatsächlich wurde mit diesem Machwerk die „Alien“-Reihe endgültig zu Grabe getragen. Denn mit einem Sinneswandel bei „20th Century Fox“, was eine sorgfältigere Produktionsvergabe betrifft, ist wohl kaum zu rechnen. Immerhin spielte selbst dieser grottenschlechte Streifen alleine in den Kinos das Dreifache der Produktionskosten ein.


Darsteller

  • Stephen Pasquale … Dallas Howard
  • Reiko Aylesworth … Kelly O’Brien
  • John Ortiz …Eddie Morales
  • Johnny Lewis …Ricky Howard
  • Kristen Hager … Jesse
  • Ariel Gade …Molly O’Brien

Regie
Colin Strause, Greg Strause

Produktionsland, Jahr
USA, 2007

Aliens vs. Predator 2 Trailer


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