Archive for Juli, 2020

Viele einflussreiche Hip-Hopper und Rap-Musiker der vergangenen Jahrzehnte, von den Beginnern über Freundeskreis bis hin zu Marteria, wurden von ihr entscheidend beeinflusst: der Bochumer Deutschrap-Formation RAG (Ruhrpott AG). Vier Freunde aus dem Ruhrgebiet, die mit Liedern wie „Kopf Stein Pflaster“ und „Unter Tage“ ab 1995/96 im Underground für Furore sorgten. Bis zur Auflösung 2003 blieb RAG der große Durchbruch jedoch verwehrt und heute ist die Band nur noch Insidern und Hardcore-Genre-Fans ein Begriff. Die Regisseure Julian Brimmers und Benjamin Westermann erzählen die Geschichte dieser frühen, in ihrer Musik sehr tiefgründigen Hip-Hop-Gruppe, die in den 1990er-Jahren zwei prägende Alben veröffentlichte.

Weiter lesen »
Marie Curie – Elemente des Lebens

Sie gilt als eine der prägenden Wissenschaftlerinnen aller Zeiten und hat mit ihren Forschungen wie keine andere Frau Geschichte geschrieben: die polnische Chemikerin und Physikern Marie Curie. Zu ihren größten Leistungen gehören die Entdeckung neuartiger Elemente (Radium, Polonium), der Nachweis von Radioaktivität sowie ihre Arbeit auf dem Gebiet der Krebsforschung. Sowohl beruflich als auch privat immer an ihrer Seite stand ihr Ehemann und Forschungspartner Pierre (Sam Riley). Sein Tod im Jahre 1906 bedeutete für Marie Curie einen herben, kaum verwundbaren Verlust. Dennoch setzte sie ihre Arbeit fort und erhielt wenige Jahre später ihren zweiten Nobelpreis. Bei all ihren wissenschaftlichen Leistungen war Curie aber ebenso eine Frau ihrer Zeit, die mit Fremdenfeindlichkeit (sie lebte in Paris) und Sexismus konfrontiert war.

Weiter lesen »
Harriet Kritik

Harriet Tubman (Cynthia Erivo) quält sich Mitte des 19. Jahrhunderts wie so viele andere Afroamerikaner auf einer Baumwollplantage mit schwerer, zermürbender Arbeit. Mit ihrem Schicksal, für immer als Sklavin ihren Dienst tun zu müssen, will sie sich nicht abfinden. Sie entschließt sich zur Flucht. 1000 Meilen trennen sie von den rettenden Nordstaaten, zwischen ihr und der Freiheit liegen schier unüberwindliche Hindernisse wie Berge und reißende Flüsse. Letztlich gelingt ihr die beschwerliche Reise nach Philadelphia. Doch mit ihrer neu gewonnenen Freiheit will sich Harriet nicht zufriedengeben. Zumal es in den Südstaaten noch so viele Sklaven gibt (darunter auch ihr Ehemann). Und so tritt sie schließlich der Anti-Sklaverei-Organisation „Underground Railroad“ bei und begibt sich zurück in den Süden, um anderen Sklaven bei der Flucht zu helfen.

Weiter lesen »

Jean-Paul Gaultier: Freak and Chic Kritik

Seit über 40 Jahren gehört Jean-Paul Gaultier zu den gefragtesten, populärsten Modeschöpfern und Designern der Welt. Seine erste eigene Modekollektion entwarf er Mitte der 70er, spätestens ab den frühen 80er-Jahren etablierte er sich als exzentrischer Künstler, der mit Vorliebe übergewichtige und tätowierte Models auf den Laufsteg schickte. Es dauerte nicht lange und die Presse bezeichnete den 1952 in der Nähe von Paris geborenen Gaultier als „Enfant terrible der Modeszene“. Ab den 90er-Jahren fand Gaultier endgültig Eingang in die Popkultur, als er provokante Bühnenoutfits für Künstlerinnen wie Kylie Minogue und Madonna (unvergessen: die Outfits für die „Blonde Ambition“-Tour) realisierte und wenig später auch Kostüme für Filme entwarf. Darunter Werke, die heute als Klassiker ihres Genres gelten: Etwa die „Stadt der verlorenen Kinder“ (1995) oder „Das 5. Element“ (1998).

Weiter lesen »