Indonesien spielte auf der Landkarte des Films bis heute kaum eine bedeutende Rolle. In den vergangenen Jahren waren es vor allem billig produzierte Horrorfilme von minderwertiger Qualität, die den heimischen Markt überschwemmten. Die meisten dieser Filme, die solch abstruse Titel wie „In den Armen der minderjährigen Geisterwitwe“ oder „Tanzende Karanga-Geister“ tragen, kamen nie über den indonesischen Markt hinaus und erschienen in vielen europäischen Ländern nicht einmal auf DVD. Ähnlich gestaltete es sich aber auch im Bereich massentauglicher Genres. Selbst der erfolgreichste indonesische Film aller Zeiten, das Drama „Laskar Pelangi – Die Regenbogenkrieger“ (2008), ist hierzulande weitgehend unbekannt. Die internationale Bedeutung des Filmmarktes Indonesien könnte sich jedoch mit dem neuen Werk des walisisch-stämmigen Regisseurs Gareth Evans erhöhen, der mit „The Raid“ nun einen der härtesten und wuchtigsten Martial-Arts-Actionfilme der vergangenen Jahre vorlegt. Bereits seit seinem Kampfkunst-Spektakel „Merantau – Meister des Silat“ von 2009 genießt Evans einen exzellenten Ruf als Experte für stimmungsvolle Action, kompromisslose Härte und großartig choreographierte Kampszenen. Mit seinem vierten Film „The Raid“ – der genau diese Aspekte erneut auf unnachahmliche Art vereint – könnte ihm nun der weltweite Durchbruch gelingen. Der Film wurde bereits im vergangenen Jahr auf einschlägigen Filmfestivals mit Preisen überhäuft. Weiter lesen »
Archive for August, 2012
Der französischen Filmemacherin Héléna Klotz gelingt mit „Atomic Age“ ein Coming-of-Age-Film der etwas anderen Art, der dank seiner hypnotischen Bildsprache und dem elektrisierendem Soundtrack zu den überzeugendsten Jugendfilmen der vergangenen Jahre gezählt werden darf. Anders als z.B. deutsche Filme dieser Sparte wie Crazy (2000) und Fickende Fische (2002) verzichtet „Atomic Age“ dabei fast völlig auf heitere Momente und spart auch die optimistischen, positiven Aspekte und Augenblicke des Heranwachsens und der Jugend zu großen Teilen aus. „Atomic Age“ ist aggressiv, verstörend und legt auf desillusionierende Weise den Seelenzustand zweier (und vielleicht allgemein heutiger) Teenager frei. Erstaunlich dabei ist, dass „Atomic Age“ der erste Film der Französin ist. In Sachen Visualität und Kameraarbeit kann er es aber mit jeder Hollywood-Produktion aufnehmen. Zu Recht wurde Klotz’ Erstlingswerk auf diversen Festivals mit Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Preis der internationalen Filmkritiker und Filmjournalisten Vereinigung auf der diesjährigen Berlinale. Weiter lesen »
Der französische Regisseur Gérald Hustache-Mathieu und die Schauspielerin Sophie Quinton sind ein eingespieltes Team. Bereits in den Jahren 2002 und 2003 war die Französin in zwei Kurzfilmen des Regisseurs zu sehen. Nach einer Nominierung für den französischen Filmpreis César, übernahm sie 2006 die Hauptrolle in Hustache-Mathieus gefeiertem Langfilmdebüt „Fromme Lüge“. Fünf Jahre nach der letzten Zusammenarbeit kamen der Filmemacher und seine Stammschauspielerin erneut zusammen und realisierten im vergangen Jahr die sympathische Kriminal-Komödie „Who killed Marilyn?“. Darin geht es um einen Krimi-Autoren mit einer Schreibblockade, der in dem mysteriösen Todesfall in einem verschneiten Alpendorf den Stoff für sein nächstes Buch wittert. Voller Faszination beginnt der Autor auf eigene Faust zu ermitteln und verheddert sich immer mehr in einem Netz aus Lügen, Intrigen und gegenseitigen Verdächtigungen. Regisseur Hustache-Mathieu gelingt dank einer hervorragenden Rollenbesetzung und der atmosphärischen Bilder eine kleine, feine Krimi-Komödie, die darüber hinaus mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors ausgestattet ist. Weiter lesen »
Wer bei “Total Recall” aufhorcht und meint da war doch mal etwas, der irrt nicht. Tatsächlich ist “Total Recall”, der am 23 August in den deutschen Kinos anlaufen wird, ein Remake vom 1990 erschienenen Film Die totale Erinnerung – Total Recall. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte Erinnerungen en gros von Philip K. Dic. Hauptrolle spielt in der Neuverfilmung Colin Farrell, Regie führt Len Wiseman.
Im Film geht es um den Fabrikarbeiter Douglas Quaid, der mit einem „Gedankenausflug“ von der Firma REKALL ein wenig Abwechslung von seinem Leben sucht. Er will die Erinnerungen an ein Leben als Super-Spion eingepflanzt bekommen, doch bei der Prozedur geht etwas schief …
Mads Mikkelsen dreht einmal quer durch Europa. Der Däne, der als Bond-Bösewicht „Le Chiffre“ in „Casino Royale“ weltberühmt wurde, steht für seinen neuen Film „Move On“ in elf Ländern vor der Kamera (Albanien, Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Österreich, Mazedonien, Montenegro, die Niederlande, die Slowakei, Tschechien und Ungarn). In dem Agententhriller und Roadmovie spielt Mikkelsen einen einsamen Wolf, der einen Koffer mit dubiosem Inhalt an einen unbekannten Empfänger überbringen soll. Das geht nicht ohne Probleme ab, denn an dem Koffer sind auch andere interessiert. Weiter lesen »
„Merida – Legende der Highlands“ ist der mittlerweile 13. abendfüllende Animationsfilm aus dem Hause Pixar, jener Trickschmiede, die mit „Ratatouille“ (2007) und „Wall-E“ (2008) zwei der besten computeranimierten Filme des vergangenen Jahrzehnts schuf. „Merida“, der dem im vergangenen Jahr verstorbenen Studio-Mitbegründer Steve Jobs gewidmet ist, überraschte schon vor dem Kinostart in zweierlei Hinsicht: „Merida“ ist der erste Film des Studios aus Kalifornien, in dem einer weiblichen Figur die Hauptrolle zukommt und das erste Pixar-Werk überhaupt, das auf einem Märchen basiert. Der Film erzählt von den Abenteuern einer jungen Prinzessin in den schottischen Highlands, die sich gegen ihre Mutter auflehnt und lieber ihrem Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung folgt anstatt sich zwangsverheiraten zu lassen. Weiter lesen »