13 Kritik

Mit dem Film „13 Tzameti“ sorgte der georgische Regisseur und Drehbuchautor Géla Babluani 2005 international für großes Aufsehen. Seine bitter-böse Geschichte von einem jungen Mann, der zufällig in ein perverses, tödliches Spiel verstrickt wird, erhielt den Europäischen Filmpreis für den besten Film sowie – im gleichen Jahr – den Luigi-De-Laurentiis-Preis bei den Filmfestspielen von Venedig. Da Babluanis’ Debüt sowohl bei Kritik als auch bei Publikum überzeugen konnte, durfte er 2010 sein eigenes US-Remake inszenieren. Dafür konnte er gleich eine ganze Reihe an international renommierten Darstellern gewinnen, so z.B. Sam Riley, Mickey Rourke und Jason Statham. Ebenso wie das Original besticht auch „13“ durch seine teils fast unerträgliche Spannung und die schnörkellose Inszenierung.

Im Mittelpunkt der Story steht der junge, naive Elektriker Vince (Sam Riley), der aus ärmlichsten Verhältnissen stammt und mit seiner Familie knietief in der finanziellen Klemme steckt. Als Vince die Leitungen im Haus des Nachbarn repariert, belauscht er zufällig ein Telefongespräch. Darin geht es um einen geheimnisvollen Brief, der einem – mit etwas Glück – zu sehr viel Geld verhelfen kann. Als der Nachbarn wenig später an einer Überdosis stirbt gelingt es Vince, den Brief abzufangen und zu öffnen. Er verfolgt die Anweisungen in dem Schreiben und findet sich bald in einem abnormalen, perversen Gladiatoren-Spiel wieder, das von millionenschweren Snobs abgehalten wird und an dem Vince nun teilnehmen muss.
Bei dem Wettbewerb handelt es sich um eine Art Russisches Roulette in Turnierformat. Das Spiel geht über mehrere Runden, die Zuschauer dürfen wetten, wer überlebt. Am Ende sind nur noch zwei Mann übrig, die sich in einem finalen Duell gegenüberstehen. Für einen Rückzieher ist es nun zu spät, Vince muss sich dem tödlichen Spiel stellen…

Géla Babluani geht bei seinem Remake ähnlich zu Werke wie bei seinem Original von 2005: Er inszeniert trocken, dicht, ohne Verschnaufpause. In knapp 80 Minuten erzählt er seine spannende Geschichte von einem veramten Nobody, der es in kürzester Zeit zu viel Geld bringen muss. Bubluani kommt schnell zu Sache, bereits nach wenigen Minuten kommt Vince an den geheimen Brief und das Spiel beginnt. Von da an geht es Schlag auf Schlag, dem Zuschauer bleibt kaum Zeit und Luft, das Gesehene zu „verarbeiten“. Denn er bekommt ein krankes Spiel zu Gesicht, eine neue Variante des Russischen Roulettes: 13 Männer nehmen auf einer Bühne im Kreis hintereinander Aufstellung. Jeder hält dem Vordermann die Pistole ins Genick. Beim Erleuchten einer Lampe drücken alle gleichzeitig ab. Je nach dem, ob eine Kugel in der Trommel war, krachen die Schüsse. Die Sekunden bis zum nächsten Schuss kommen einem dabei teils unerträglich lang vor, Babluani dreht hier die Spannungssschraube so sehr an, dass man bis zum nächsten Erleuchten der Lampe die Luft anhält.

„13“ verliert keine Zeit und erhebt von Beginn an gar nicht erst den Anspruch eine aufwendige Charakterzeichnung und eine ausführliche Einführung der Protagonisten vorzunehmen. Daher sollte man auch nicht mit den falschen Erwartungen an den Film herangehen: Man sieht sich „13“ an, erhält für 80 Minuten spannende Film-noir-Unterhaltung und vergisst den Film dann aber auch sehr schnell wieder. Lange im Gedächtnis bleiben auch die schauspielerischen Leistungen nicht: Sam Riley als Elektriker Vince liefert zwar eine ordentliche Leistung ab (Riley verleiht seinem Vince eine authentisch gespielte Unschuld und Naivität), die übrigen (überwiegend äußerst prominenten) Darsteller von Mickey Rourke und Ray Winstone über Jason Statham und Ben Gazzara bis hin zu 50 Cent bleiben jedoch über weite Strecken blass und wirken mitunter unfreiwillig komisch, allen voran die Darstellung von Rapper 50 Cent.

„13“ liefert zwar kurzweilige aber ungemein spannende Unterhaltung auf hohem Niveau. Ein solider, handwerklich guter Thriller über ein bestialisches und illegales Spiel, ausgedacht von der Bestie Mensch.

Diese Filmkritik schrieb unser Redakteur Björn Schneider.


Darsteller

  • Jason Statham
  • Alexander Skarsgård
  • Michael Shannon
  • Mickey Rourke
  • Emmanuelle Chriqui
  • Ray Winstone
  • Gaby Hoffmann
  • 50 Cent
  • Sam Riley
  • David Zayas
  • Ben Gazzara
  • Daisy Tahan

Regie
Géla Babluani

Erscheinungsjahr
2010 / USA

13 Trailer



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